Fractal Design Array R2 im Test | ITX Gehäuse für NAS Server...

Fractal Design Array R2 im Test | ITX Gehäuse für NAS Server im Eigenbau

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Das Fractal Design Array R2 ist ein min ITX Gehäuse, welches sich hervorragend für kleine Server oder selbstgebautes NAS System eignet. Im Test überprüfen wir die Praxistauglichkeit dieses Cases zum Preis von 150€ inklusive Netzteil.


 

Das Case:

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten. Das Fractal Design Array R2 ist aus schwarzem, gebürstetem Aluminium gefertigt, steht auf Gummifüßen und beinhaltet von Haus aus ein 300 Watt SFX Netzteil in kleinem Formfaktor. Insgesamt bleibt die Designlinie sehr dezent, abgesehen von einer blauen Power-LED am Ein-/Ausschalter gibt es keine Knöpfe, Lichter oder gar Anschlüsse auf der Vorderseite. Ebenso gibt es keinen Schacht für ein optisches Laufwerk. Aber sind wir mal ehrlich, wer braucht das heute noch dauerhaft, abgesehen vom Media-PC im Wohnzimmer?

Ohnehin gibt bereits der Name des Cases einen Hinweis auf das Einsatzgebiet als kleiner Server oder NAS System.

Die Spezifikationen reihen sich in dieses Bild ein:

  • Formfaktor:                   mITX (170×170 mm), mDTX (203×170 mm)
  • Netzteil:                         300 Watt SFX mit Lüfter
  • Abmessungen:             200 x 250 x 350 mm
  • Gewicht:                        4.1 kg (inklusive Netzteil)
  • Laufwerkschächte:      6x 3,5 Zoll, 1x 2,5 Zoll
  • Kühler max. Höhe:       90 mm
  • Karte max. Länge:        140mm

Gleich sechs 3.5 Zoll Festplatten finden im Case Platz und sorgen für die Möglichkeit enormer Speicherkapazität des Systems. Zusätzlich kann eine kleinere SSD für schnelle Zugriffe eingebaut werden. Große Grafikkarten bis zu einer Länge von 140 mm finden ebenfalls dank zweier Slotblenden auf der Rückseite platz.

Im Lieferumfang sind alle benötigten Einzelteile enthalten:

  • Montageschrauben für Mainboard und alle Festplatten
  • Kaltgerätekabel
  • aufklebbare Kabelklemme

Insgesamt wirkt das Gehäuse von Außen durchdacht, schlich, sehr robust und wertig verarbeitet. Durch den Verzicht auf ein optisches Laufwerk bleibt es außerdem, trotz der vielen Laufwerkschächte, eher kompakt.

 

Einbau und Lüftung:

Geöffnet wird das Fractal Design Array R2 über sechs Schrauben an der Oberseite. Ist die Aluminiumplatte mit angeklebter Dämmmatte abgeschraubt, so gibt sie den Blick ins Innere frei.

Der große Laufwerkschacht sitzt direkt hinter dem 140mm großen Hauptlüfter, der durch die großen Öffnungen an der Vorderseite viel frische Luft ansaugt. Die Festplatten werden vertikal eingebaut und sind auf Gummi gelagert um Vibrationen abzuschwächen. Zum Einbau der Festplatten müssen vier Schrauben gelöst werden, die den Festplattenkasten von oben halten. Das Gewicht aller Festplatten wird an jeder Seite von einer Halterung mit nur zwei kleinen Schrauben gehalten. Im Test ist zwar nichts passiert, jedoch hätte man die Aufhängung, auf der immerhin das von Gewicht sechs schweren Festplatten lastet, etwas stabiler gestalten können. Alleine schon für ein sicheres Gefühl in der Magengrube.

Zum Einbau des ITX Mainboards empfiehlt es sich die untere Platte des Gehäuses zu lösen. Acht Schrauben später kann der Einbau dann bequem erfolgen. Zum Anschließen der Kabel sollte das Netzteil ebenfalls gelöst werden.

Insgesamt geht der Einbau gut von der Hand und abgesehen vom Festplattenkasten ist das Aluminium Gehäuse sehr wertig verarbeitet.

 

 

In der Praxis:

Sind alle Komponenten einmal eingebaut, ist so ziemlich jede Lücke im Case gefüllt und der Platz optimal genutzt. Durch den großen Gehäuselüfter bleiben vor allem die Festplatten durchgehend gut gekühlt. CPU und Grafikkarte sollten jedoch mit Bedacht ausgewählt werden. Hinten im Gehäuse ist nur noch wenig Platz vorhanden, was den Luftstrom abschwächt. Gerade Gaming Grafikkarten und CPUs mit hoher Leistung werden hier zu viel Wärme produzieren. Optimal geeignet wäre beispielsweise ein Intel Atom Prozessor, sowie eine Onboard Grafikkarte. Wird das Array R2 lediglich als NAS genutzt, muss es ohnehin nur Zugriffe abwickeln und benötigt nicht die enorm hohe Rechenleistung eines Gaming PCs. Als Server eignet sich das Array R2 ebenfalls, jedoch eher für Aufgaben mit mittlerer Rechenlast.

Neben der Wärmeentwicklung spielt auch die Geräuschentwicklung eine große Rolle. Das Array R2 bleibt im Betrieb durchgehend auf einem angenehmen Lautstärkenlevel von 45 – 50 db(A). Die zahlreichen Entkopplungen und die Dämmmatte tragen dazu bei.

Einige kritische Stimmen bemängeln die ganze Schrauberei beim Einbauen. Es wäre zu umständlich eine Festplatte auszutauschen und das System müsste dabei jedes Mal heruntergefahren werden. Meiner Meinung nach ist das jedoch überzogene Kritik. Der Einsatzbereich des Array R2 ist nun einmal der Homeserver oder ein NAS System und keine professionelle Storage Lösung, bei der alle Festplatten redundant laufen und so gleich im Live-Betrieb ausgetauscht werden können. Ich denke wer diesen Anspruch an sein Storage hat, wird ohnehin nicht zu einer selbst gebauten, optisch ansprechenden und kleinen Lösung wie dem Fractal Design Array R2 greifen.

 

Fazit:

Das Fractal Design Array R2 ist speziell für den Einsatz als NAS mit enormer Speicherkapazität bei kleinem Formfaktor konzipiert. Gleich sieben Festplatten können eingebaut werden, welche durch den großen 140mm Lüfter und das intelligente Gehäusedesign mit vielen Luftschlitzen gut gekühlt werden. Trotzdem bleibt das minimalistische Aluminium Gehäuse optisch sehr ansprechend und auch von innen hochwertig und robust verarbeitet. Die Geräuschentwicklung bleibt mit knapp 45 – 50 db(A) Auf Top-Niveau. Einzig die Aufhängung des Festplattenschachtes hätte stabiler ausgeführt werden können.

Einen Gaming PC mit enormer Wärmeentwicklung wird dieses Case nicht beherbergen können. Aufgaben eines kleinen Homeservers mit Intel Atom Plattform sind jedoch locker drin.

 

Plus:

  • Aluminium Gehäuse
  • Design und Verarbeitung
  • Einbau von sieben Festplatten möglich
  • kleiner Formfaktor
  • 140mm Lüfter
  • geringe Geräuschentwicklung

 

Minus:

  • Aufhängung des Festplattenkasten
  • keine enorm hohe Rechenleistung möglich

 

Preis und Infos:

 

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