eBooks auf dem Vormarsch: Der Markt entwickelt sich weiter

eBooks auf dem Vormarsch: Der Markt entwickelt sich weiter

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istock.com/ enzodebernardo

Bücher sind längst in der Multimedia-Welt angekommen. Allen voran die Kindle-Familie hat das eBook salonfähig gemacht und schickt sich nun an, die eBook Reader auf die nächste Evolutionsstufe zu heben. Doch inhaltlich sind nicht alle Entwicklungen unbedingt erfreulich, denn es zeigen sich bereits jetzt zueinander abgegrenzte Ökosphären, wie sie schon aus dem Smartphone-Markt bekannt sind.

Größeres Sortiment, aber weniger Flexibilität für Leser

Den Anfang macht auch beim eBook die Hardware. Dank der großen Auswahl im Online-Handel ist für jede Preisklasse schnell ein geeignetes Gerät gefunden; unter den herkömmlichen Readern geben Namen wie Kobo, Kindle und Tolino nach wie vor den Ton an. Auch an Zubehör mangelt es nicht. Alle neueren Reader sind mit Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, dennoch arbeiten die Displays passiv und schonen das Auge. Interessant ist dabei vor allem die Kindle-Produktpalette:

  • Die klassischen Kindle-Reader haben einst die Weichen gestellt und schafften es in Millionen Haushalte. Das neueste Modell hört auf den Namen Voyage und ist eine Weiterentwicklung des Paperwhite, der aufgrund seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses nach wie vor sehr gefragt ist.
  • Was folgte, war die Vereinigung von eBook Reader und Tablet: Mit dem Kindle Fire sollte das Standing im Reader-Segment genutzt werden, um in den Tablet-Markt einzudringen. Tatsächlich kann der Fire HDX in Sachen Geschwindigkeit mit der Konkurrenz von Samsung und Co. mithalten, dank Kopfhörer-Eingang können vollwertige Soundsysteme angeschlossen werden, die HD-Auflösung sorgt dabei für ein gestochen scharfes Bild.

Eine überzeugende Technik also. Allerdings zeigt sich die Strategie, Kunden im eigenen Universum fest binden zu wollen, inzwischen deutlicher denn je. Die Abgrenzung begann bereits mit dem eigenen eBook-Format (.mobi), wegen dem per Kindle gekaufte eBooks nicht auf anderen Geräten gelesen werden konnten (hier geht‘s zu einer Übersicht der Formate).

Der nächste Schritt ist nun die Entwicklung eines eigenen Exklusiv-Sortiments. Dieses soll mithilfe hauseigener Autoren verwirklicht werden: Unbekannte, aufstrebende Schriftsteller verpflichten sich, ausschließlich Kindle eBooks zu schreiben, und werden dafür im Gegenzug vermarktet. Andere Marken wie Thalia und Tolino schotten sich ebenfalls immer weiter ab – Kunden müssen sich also frühzeitig entscheiden, bei welchem Anbieter sie in die Welt der eBooks einsteigen, denn ein späterer Wechsel ist mit viel Aufwand verbunden.

Ewige Bücherregale schaffen unendliche Auswahl

Dazu kommt, dass die Buchauswahl wegen der riesigen Auswahl immer schwieriger wird. Denn im Online-Sortiment ist im Gegensatz zum Bücherregal im realen Handel unbegrenzt viel Platz; Altes bleibt also, während Neues hinzukommt. Außerdem wächst der schriftstellerische Output weiter, denn da kein klassischer Verlag mehr notwendig ist, um ein selbstgeschriebenes Buch in (virtuelle) Verpackung zu setzen, ist die Motivation deutlich höher. Die wichtigste Aufgabe der Hersteller wird es also sein, die Qualität aus der Masse noch klarer herauszufiltern, da das Marktwachstum ansonsten zum Eigentor mutieren könnte.

Bild: © istock.com/ enzodebernardo

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