Filmkritik: 127 Hours – Felsspaltendrama mit James Franco

Filmkritik: 127 Hours – Felsspaltendrama mit James Franco

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Handlung: 127 Hours zeigt die wahre Geschichte des Abenteurers und Kletterers Aron Ralston (James Franco), der bei einer Wandertour durch den Bluejhon Canyon Uthas in eine ebenso dramatische wie beinahe tödliche Situation gerät.

Während einer Kletterpartie stürzt er unerwartet ab und fällt einige Meter tief in eine Felsspalte. Ein sich lösender Felsbrocken klemmt seinen Arm dabei so stark ein, dass ein Davonkommen unmöglich wird. Weit weg von jeglicher Zivilisation muss sich Aron nun selbst einen Weg aus der scheinbar ausweglosen Situation erkämpfen. In 127 Stunden versucht er alles um sich zu befreien bis er schließlich erkennen muss, dass es nur einen Ausweg für ihn gibt…

 

Meinung: 127 Hours ist eine moderne Variante der immer wiederkehrenden „Auswegslosigkeitsgeschichte“. Modern weil Arons Geschichte vom Mp3 Player, über Kontaktlinsen, einem Videotagebuch und einem Lifestyle zwischen Party und Abenteurer viele wiedererkennbare Elemente unserer Zeit enthält.

Der Film beginnt interessant mit herrlichen Landschaftsszenen aus dem weitläufigen Bluejhon Canyon. Ganz so herrlich ist leider nicht der Hauptcharakter.

Aron wirkt für unseren Geschmack etwas zu klischeehaft und wird gerade zu Anfang des Filmes mit sehr durchschaubaren Szenen zum typischen Draufgänger, Abenteurer und, wenn er denn will, heimlichen Frauenheld aufgezogen.  Dadurch wirkte der, in einer Ein-Mann-Story, so wichtige Charakter durch den gesamten Film etwas flach und unecht. Daran kann auch das Schauspielerische Talent von James Franco nicht mehr viel ändern.

Der Film spielt zu dreiviertel der Zeit im unfreiwilligen Gefängnis von Aron, der Felsspalte. Darum hat der Regisseur Danny Boyle immer wieder kleine Flashbacks aus Aron´s Geschichte eingebaut, die schöne und schlimme Erinnerungen zeigen. Das gibt dem Film zwar ab und an  einen Ausbruch aus der Kulisse, kann aber trotzdem nicht ganz den Eindruck von Eintönigkeit verscheuchen. Zum Teil soll das wohl auch so sein, da man als Zuschauer dadurch tiefer in die Ausweglosigkeit und Einsamkeit von Aron eintaucht. Trotzdem führt es im Film zu Längen und Langeweile. Man kann sich dann sogar dabei erwischen, den Fast-Forward-Knopf zu drücken, denn wissen wie das Drama ausgeht will man natürlich trotzdem.

 

Und das Ende kann sich durchaus sehen lassen. Die Dramatik spitzt sich gegen Ende des Films wieder deutlich zu und versteht es zu fesseln. Bis dahin ist der negative Eindruck allerdings leider schon entstanden. Etwas wenig „Felsspalte“ hätte dem Film also durchaus sehr gut getan.

 

Fazit: Die Längen und vorhersehbaren Momente, verbunden mit dem etwas flachen Charakter machen den Film leider nicht zu dem was er hätte werden können. Es fehlt ein wenig an Glaubwürdigkeit um sich wirklich auf die vielversprechende Story einzulassen. Trotzdem ist er sehenswert durch seinen starken Einstieg und ein gutes Ende.

Einmal in der Videothek ausleihen reicht unserer Meinung nach aber aus.

5/10 Punkten

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