Filmkritik: 72 Hours – The Next Three Days – „Crowe Film“

Filmkritik: 72 Hours – The Next Three Days – „Crowe Film“

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72 Hours -The Next Three Days ist ein Remake des französischen Originalesohne Schuld“ von 2008 und erscheint jetzt auf DVD und Blue-Ray. In der Fassung von 2011 will der Hochschullehrer John Brennan (Russell Crowe) seine im Knast sitzende Frau befreien und wird dazu selbst zum Gesetzesbrecher.

 

Der Film steigt rasant ein. Wird John´s Familie erst in der heilen Welt mit hübscher Frau und kleinem Sohn dargestellt,  kommt am nächsten Morgen schon die Polizei mit Haftbefehl ins Haus gestürmt um John´s Frau Lara Brennan (Elisabeth Banks) festzunehmen. Der Vorwurf lautet Mord und bringt Lara erst einmal hinter Gitter.

Von Lara´s Unschuld überzeugt versucht John alles um seine Frau aus dem Gefängnis zu holen. Als er jedoch auf dem Rechtsweg scheitert sieht er keinen anderen Ausweg mehr als seiner Frau irgendwie durch einen Ausbruch zur Freiheit zu verhelfen. Dazu trifft er sich mit einem Ex-Knacki und wühlt sich durch Youtube-Videos um den Ausbruch zu planen. Der Hochschullehrer wird in wenigen Tagen zum skrupellosen Ausbruchsspezialist…

 

Meiniung: Sehr interessant zu verfolgen ist der Umschwung in John´s Gefühlswelt. Er verliert zu keiner Zeit die Fassung gegenüber seiner schwer angeschlagenen Frau und lässt sie im Unklaren darüber welche Pläne er schmiedet. In seinem Inneren allerdings verliert er nach und nach das Vertrauen an das Rechtssystem und ändert sein Handeln dementsprechend.

Die etwas stümperhafte Planung und anschließende Durchführung der Flucht hat uns allerdings ziemlich häufig an die Grenzen des Realismus gebracht. Hier und da eine Szene nach der man nur den Kopf schütteln kann und sich denkt: „Ja so würde das niemals funktionieren“ ist noch in Ordnung. Bei 72 Hours häuften sich diese Szenen aber und werden gerade zum Ende des Filmes wirklich absurd. Was Handlungstechnisch ein gutes Gerüst war wird im Film leider überhaupt nicht umgesetzt. Der Streifen macht es sich an vielen Stellen schlicht und einfach zu leicht. Beispielsweise als nach dem Ausbruch eine Grenze überquert werden soll kommt natürlich erst Sekunden später das aktuelle Fahndungsfoto von John und Lara in die Datenbank und sie bleiben unerkannt. Ja, das mit dem Kopfschütteln eben.

 

Schauspieler: Russell Crowe liefert wie immer eine Top-Leistung ab und ist absolut glaubwürdig. Speziell den Sinneswandel hin zur Skrupellosigkeit nimmt man ihm spielend ab. Das kann man von Elisabeth Banks leider nicht behaupten. Sie kann die zwischen Verzweiflung, Starker Ehefrau und Mutter gefangene Gefühlswelt von Lara einfach nicht so rüberbringen dass man ihr die Rolle abkauft und eine Chemie zwischen ihr und Crowe entsteht. Der tut zwar alles um diesen Anschein zu erzeugen, kann aber auch nicht über die Schwächen von Banks hinwegspielen.

Zu Liam Neeson kann man leider nicht viel sagen, da er im gesamten Film nur wenige Minuten auftritt. Etwas enttäuschend, aber nicht alles was von Außen glänzt ist eben auch Gold.

 

Fazit: 72 Hours – The Next Three Days ist ein Crowe-Film, und für ihn und den guten Einstieg des Films, kann man sich den Streifen auch anschauen. Der starke Hang zur Absurdität und die mittelmäßige Leistung von Elisabeth Banks wollen aber nicht zulassen, dass 72 Hours zum packenden Thriller wird.

6/10 Punkten

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