Blue Yeti Pro USB Mikrofon Test +Beispiel Aufnahme

Blue Yeti Pro USB Mikrofon Test +Beispiel Aufnahme

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Das Blue Yeti Pro USB Mikrofon ist die Supercharged Variante des sehr erfolgreichen Blue Yeti Mikrofons. Statt ausschließlich einen XLR Anschlusses bieten die Yetis USB Anschlüsse. Damit lassen sie sich super einfach an einen Computer anschließen, ohne extra Equipment wie Vorverstärker.


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Das Blue Yeti Pro rundet dabei die Serie nach oben hin ab. Es ist ein sehr vielseitiges Mikrofon mit USB und XLR sowie verschiedenen Charakteristiken zum Umschalten.

Das Yeti Pro ist dafür leider preislich kein Knüller. Es bewegt sich so um die 250€ Marke, ist damit schon weniger erschwinglich und ist dadurch schon vergleichbar mit hochwertigen Nicht-USB Mikrofonen von Rode beispielsweise. Bei denen gibt es aber natürlich kein eingebautes Audio Interface.

Da das Interface ja ebenfalls einen großen Teil des Klangs ausmacht, ist es hilfreich zu erwähnen, dass Blue Microphones dem Yeti Pro ein 24Bit/192kHz Interface spendiert hat. Über den USB Ausgang steht dieses dem Rechner zur Verfügung. Übrigens ist für Windows ein Treiber nötig. In dem lassen sich dann noch erweiterte Parameter wie die Buffergröße und ASIO Buffer Einstellungen anpassen. Daran sollte man sich aber nur wagen wenn man weiß was man da tut.

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Schaut man sich das Yeti Pro mal von Außen genauer an fällt die extrem Langlebige Verarbeitung sofort auf. Hier ist fast alles aus massivem Metall, das sich selbst unter großer Kraft nicht verbiegen lässt. Die Plastikelemente sind dazu als sehr guten texturiertem Hartplastik. Das fühlt sich alles nicht nur gut und wertig an, das wiegt auch einiges. 1,5KG bringt das Yeti Pro mit Ständer auf die Waage. Und selbst ohne den Massiven Metallstandfuß sind es noch 550g. Die Größe ist etwa die einer 0,5 Liter Bierdose Damit ist es schon eher ein Mikrofon für den Schreibtisch oder das Studio, statt wirklich für den mobilen Einsatz gedacht zu sein.

Der Standfuß hat übrigens eine Verschraubung an der Seite, sodass das Mikrofon nur eingehängt wird. Durch die sehr stabile und schwere Verarbeitung, sowie den Gummifuß fängt es ein wenig an Körperschall ab. Allerdings kann es nicht mit einem gewöhnlichen Mikrofonständer oder einer Aufhängung in einer Spinne mithalten. Zudem ist der Ständer nur in der Horizontalen schwenkbar und nicht höhenverstellbar. Das Yeti Pro hat auf der Unterseite ein gewöhnliches Mikrofonständergewinde, kann also auch mit besseren Ständern benutzt werden.

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Am Mikrofon selbst gibt es neben USB und XLR außerdem noch einen Kopfhörer Ausgang. Mit dem kann direkt der vom Mikrofon aufgenommene Schall abgehört werden, fast ohne Verzögerung.

Direkt am Mikrofon lassen sich dann auch die Haupteinstellungen per Schalter und Drehregler vornehmen. Vorn einen Mute Knopf sowie einen Lautstärkenregler den Kopfhörerausgang. Dieser Drehregler ist leider endlos, sodass es keine visuelle Repräsentation davon gibt wo der Regler steht, und fühlt sich sehr plastikhaft an. Das gilt für den Regler als auch die darunterliegende Elektronik. Funktioniert gut, passt aber einfach nicht so ganz zum sonst extrem hochwertigen Eindruck.

Gleiches gilt für die beiden Regler auf der Rückseite. Hier befinden sich flache Regler zum Umschalten zwischen den Richtcharakteristiken (Niere, Superniere, Kugel, Acht) und dem Audio Gain. Die sind zum Glück nicht endlos, drehen allerdings viel zu leicht und sind wenig präzise. Da hat man beim wichtigsten Regler des gesamten Mikrofons – den Gain – meiner Meinung nach etwas am falschen Ort gespart. Nicht falsch verstehen, das lässt sich schon gut bedienen damit. Passt einfach nur mal wieder nicht so ganz zum sonstigen überragenden Eindruck.

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Die Performance des Yeti Pro ist dann wieder in Einklang mit dem sonstigen Eindruck. Es ist wirklich sehr vielseitig einsetzbar und macht eine hervorragende Figur beim Aufnehmen der Akustikgitarre auf der Nierencharakteristik. Dann kann man es aber auch sofort umschalten um mit der Kugel den ganzen Band Raum aufzunehmen, wenn einzelne Abnahme grad einfach nicht möglich ist. Alternativ kann es aber in der Acht auch einen Podcast super aufnehmen.

Die Aufnahmequalität ist dabei sehr gut. Das Rauschverhalten ist hervorzuheben. Bei mittlerem Gain sind das Mikrofon und das Interface noch immer sehr rauscharm. Die Empfindlichkeit ist hingegen etwas niedriger als bei hochwertigeren Nicht-USB Studio Mikrofonen. Das macht sich aber nur wenig bemerkbar. Was allerdings auch im Vergleich zum Blue Spark Digital auffällt, ist dass die Kapsel sehr viele Raumgeräusche mit auffängt. Es lohnt sich also einen ruhigen Raum dafür zu haben.

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Klanglich liefert das Yeti Pro sehr gut ab. Es zeichnet von den höchsten Höhen bis zu den tiefen Tiefen alles sehr sehr klar und detailreich auf. Ich hätte kein Problem damit eine Hauptaufnahme zu machen, da es fantastisch klingt. Klar kann man noch etwas mehr rausholen mit besseren Standalone-Mikrofonen. Jedoch muss dort dann auch ordentliche Hardware dahinter stehen, die am Ende des Tages wieder einiges mehr kostet. Ich denke, dass für die allermeisten Home und Semi-Profi Anwendungen das Yeti Pro bereits die Grenze des gerade so sinnvollen überschreitet.

Durchaus anschauen sollte man sich in diesem Zusammenhang das Blue Spark Digital. Das ist nicht nur gerichteter und nimmt weniger Nebengeräusche auf, sondern hat auch ein wesentlich kleineres Profil und kann an ein iPad angeschlossen werden. Klanglich setzt es dafür mehr Akzente in den Mitten.

 

Aktueller Preis und mehr Infos:

Test zum Blue Spark Digital – Günstiger, kleiner, gerichteter.

Review Übersicht
Verarbeitung
Audioqualität
Einsetzbarkeit
Preis

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