Chord Micro MU Control Station im Test – Midi-Keyboard / Midi-Controller

Chord Micro MU Control Station im Test – Midi-Keyboard / Midi-Controller

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Midi-Keyboards, es gibt sie in allen Größen und Ausstattungen. Knapp oberhalb der Gnomen-Liga tummelt sich quasi dieser Zwerg im Test, der Chord Micro MU Control Station Midi-Controller. Auf kleinstem Raum bringt das Keyboard 25 Tasten, 4 Fader, 4 Drehregler und 8 Pads unter. Alles Programmierbar und umschaltbar.

 

Erster Eindruck:

Aus der Verpackung befreit fällt beim Chord Micro MU Controller sofort die Unterteilung in zwei Sektionen auf. Vorn und höher Gelegen das Keyboard, im hinteren teil Buttons, Fader, Knobs und Pads, etwas tiefer im Gehäuse liegend. Das Plastikgehäuse ist insgesamt recht flach, ganz gut verarbeitet und steht auf einigen Gummifüßen. große klobige Überhänge oder Lerrräume auf der Oberfläche gibt es nicht. hier wurde der Platz wirklich voll genutzt. Das gesamte Keyboard ist sogar kleiner als ein 13 Zoll Macbook. Damit passt es auch ohne Probleme in jede DJ-Tasche oder in den Rucksack.

Der Mini-USB Eingang befindet sich auf der linken Seite statt, wie sonst häufig, auf der Rückseite. Kabel ist im Lieferumfang enthalten, allerdings ist das nicht besonders lang. Die gesamte Stromversorgung läuft praktischerweise über USB. Kein Netzteil erforderlich und auch nicht möglich.

 

Funktionen: Mit eigener Software

Einige Hardware-Funktionen will ich hier direkt hervorheben.

Das Keyboard kann durch alle Oktaven hoch und herunter geschaltet werden. Mit den Pitch-Up und Pitch-Down Buttons drückt das Keyboard den Pitchbend linear hoch und runter. Wie schnell das gehen soll lässt sich einstellen. Da hier kein Rad verbaut ist, ein netter Ersatz. Gleiches gilt für die MOD Taste, welche die Modulation hochschiebt.

Out of the box funktioniert das Keyboard mit dem Standard Mapping schon sehr intuitiv. Wer die Settings anpassen will bekommt auf CD den „Controller Editor“ mitgeliefert, eine potthässliche aber sehr funktionelle Software. Achtung, nur für Windows. Hier kann so ziemlich alles was das Midi-Herz begehrt eingestellt werden. Channel, gesendete Noten, Programme, Velocity Kurven, Send-Ranges, Empfindlichkeit und Noten von Keys und Pads usw.

Vier Banks sind enthalten, in denen bestimmte Settings abgespeichert werden können. Über die BANK Taste lassen die sich dann am Keyboard auswählen. Dadurch kann das Chord Micro MU einfach für verschiedene Midi-Mappings oder Spielsituationen angepasst werden.

Im CC-Mode (CC-Taste) lassen sich außerdem Steuerbefehle auf die Tastatur legen. Dadurch lässt sich im CC-Mode die Tastatur abschalten, der Midi-Kanal definieren, das Ansprechen der Keys verändern und einzelne Values aus und einschalten ohne über die Software gehen zu müssen.

Die mächtige Software macht das kleine Micro MU ganz schön groß und lässt sehr viele Funktionen ansteuern und anpassen.

 

Verarbeitung und Praxis:

Nunja wir reden hier ja preislich über die Einsteigerklasse. 77€ ist der aktuelle Preis bei Eleltronic-Star. Zu viel erwarte ich also nicht, enttäuscht hat Chord Micro MU Keyboard aber keinen falls.

Alle Bedienelemente funktionieren gut. Fader reiben nicht, Knobs lassen sich mit leichtem wiederstand drehen von 0-127 drehen und auch Pads und Tasten funktionieren ohne Knarzen oder Reiben der Bauteile aneinander. Drehregler und Fader haben allerdings einiges an Spiel wenn man an ihnen zieht oder drückt. Etwas schonende Handhabung und sorgsames Verpacken ist also angebracht um nichts kaputt zu machen.

Pads und Knöpfe werden bei Druck beleuchtet. Gerade bei den Pads ist dieses visuelle Feedback hilfreich und hebt den Spaßfaktor. Ebenfalls zeigen vier LEDs die Oktave an oder helfen bei der Bank-Navigation.

Die Keys haben ein ganz gutes Feedback und sind ein wenig gewichtet, sodass man nicht „ins Leere“ drückt. Die Gewichtung ist nicht immer auf allen Tasten 100% identisch, das fällt aber nur aufmerksamen Spielern auf. Ohnehin wird niemand auf diesen kleinen Tasten längere Passagen einspielen. Für den Studio-Gebrauch und als Controller für ein Live-Setup reichen die Keys völlig.

Was die Pads angeht, sind die für kleine Drum-Passagen im Studio oder das Triggern von Effekten und Samples als DJ gut handhabbar. Sehr sanfte Anschläge werden manchmal nicht registriert und die Velocity Stufen sind zwischen weich, mittel und hart hier und da eher Glückssache. Als ernst zu nehmende Finger-Drums oder Live-Performance Sequencing taugen die Pads also nur bedingt. Sie sind recht hart, geben beim Anschlag kaum nach und der Finger wird nicht wirklich zurück gefedert. Solche hochwertigen Pads wie beispielsweise die der Native Instruments MASCHINE finden sich allerdings erst ab 300€ aufwärts. In ihrer Preisklasse sind die Pads echt okay.

 

 

Fazit:

Das Chord Micro MU Midi-Keyboard ist ein super Schnupperkurs für Anfänger, die gleich viele Funktionen der DAW per Controller ansteuern möchten und kein großes Budget haben. Mit dem Micro Mu lässt sich sofort loslegen und erfahren.

Auch wer auf der Suche nach vielen Controller-Elementen auf kleinem Raum ist, das betrifft Digital DJs, VJs und kleinere Live-Performer, kann mit dem Chord Micro Mu nichts falsch machen. Als Controller für Effekte, Samples und Sequences macht sich das kleine Keyboard gut neben die Vinyls oder dem DJ-Controller. Mit der Software lassen sich außerdem die meisten Parameter anpassen und Banks definieren.

Die Verarbeitung ist gut, dennoch sollte man vorsichtig mit den Bauteilen umgehen und eine Lebenszeit von über zwei Jahren nicht erwarten. Zum Preis von 77€ bekommt man hier eine ganze Menge im kleinen Formfaktor.

 

Preis und Weitere Infos

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