FiiO Mont Blanc E12 Kopfhörer-Verstärker Test

FiiO Mont Blanc E12 Kopfhörer-Verstärker Test

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In diesem Testbericht / Review höre ich mir den Fiio E12 Mont Blanc genau an. Der E12 ist ein portabler Kopfhörerverstärker im Premiumsegment. Hohe Leistung und Qualität zum noch attraktiven Preis werden versprochen. Großmembran-Kopfhörer mit hohem Wiederstand können so auch unterwegs mit angemessener Ausgangsleistung befeuert werden. Wie das klingt und was das bringt, das gibt’s in diesem Test.

 

Überblick

Der Fiio E12 Mont Blanc ist das derzeitige Topmodell im Lineup transportabler FiiO Verstärker. In seiner Größe ähnelt der E12 einem iPhone 4. Die Außenhaut besteht aus gebürstetem Aluminium, das schick und wertig aussieht. Das Gewicht von knapp 150g fällt auf Reisen nicht besonders auf.

Die Akkulaufzeit beträgt knappe 10 Stunden, abhängig von der Verstärkerleistung. Interessant ist der verbaute LiPo-Akku, der auf 22Volt Spannung läuft und so die Endstufe mit einer Ausgangleistung bis zu 850 mW befeuert. Aufladen dauert abhängig vom Ladestrom 1,5-2,5 Stunden, wobei Aufladen mit 2Ampere möglich ist.

Der Lieferumfang ist gut gefüllt. Dabei sind neben dem E12:

  • 1x dual Male 3.5mm Klinkenkabel, beidseitig abgewinkelt
  • 1x USB auf Micro-USB Kabel
  • 4x Gummiband zur Befestigung von Smartphone oder Player am E12
  • Gummifüße zum Ankleben
  • 1x leicht gepolsterte Stofftasche mit Klettverschluss

Zum Loslegen ist ergo alles dabei. Für einen Verstärker dieser Preisklasse hätte die Stofftasche etwas besser verarbeitet sein dürfen, die wirkt zu billig. Insgesamt ist der erste Eindruck recht gut.

 

Funktionen und Bedienung

Ein über Line-In eingeführtes Audiosignal wird durchgeschleift und verstärkt. Der große Potentiometer bestimmt die Lautstärke/Ausgangsleistung. Der Poti ist sehr griffig, allerdings etwas zu schwer beweglich. Logischerweise soll dadurch ungewolltes Verstellen verhindert werden, ein Lock-Button hätte mir trotzdem besser gefallen. Vor allem, da der Poti gleichzeitig der Power Schalter ist und so jedes Mal auf neue auf und zu gedreht werden muss. Auf Minimum rastet er ein und schaltet damit den Verstärker aus. Eine Schaltung koppelt übrigens die hohen Ein- und Aussschaltpegel in der ersten und letzten Sekunde vom Ausgang ab. Das schont die feinen Spulen im Kopfhörer.

Zwei LEDs auf der Vorderseite geben Aufschluss über Betriebszustand des Gerätes und Ladezustand des Akkus. Per Schalter wird das Signal im Bass geboosted, zwei Jumper auf der rechten Seite (Versenkt und nur mit Zahnstocher/Kugelschreiber erreichbar) können +16DB Gain einschalten und eine Crossfeed-Schaltung aktivieren. Die soll dafür sorgen die räumliche Abbildung über Kopfhörer zu verbessern.

 

Höreindruck

Vorab nur der Hinweis, die Unterschiede bewegen sich auf hohem Niveau. Hochwertiges Equipment und Audiomaterial ist Voraussetzung um diesen Verstärker sinnvoll nutzen zu können.

Was als allererstes Auffällt sind die deutlich größeren Leistungsreserven gegenüber Smartphones oder iPod und Co. Das äußert sich ganz deutlich bei basslastigen Musikstücken. Smartphones und iPod fangen speziell bei Kopfhörern mit hoher Impedanz an zu „pumpen“.Vor und nach lauten Bässen ist ein sehr kurzer Abfall des gesamten Pegels zu hören ist. Der FiiO E12 hat hingegen eine konstant hohe Leistung und pumpt daher nicht was zu einer originalgetreuen Wiedergabe führt.

Weiterhin wird der Tiefenbereich aufgrund der konstanten Leistung wesentlich trockener und schwingt weniger nach. Auch wird die Wiedergabe durch diesen Effekt detailreicher in den energiefressenden Tiefen. Der Bassbereich erhält also eine deutliche Aufwertung bei Kopfhörern mit hoher Impedanz und schwachen / inkonstanten Verstärkern von Smartphone und iPod.

Die Höhen werden kaum verändert. Lediglich eine minimale Reduktion der scharfen Zisch- und S-Laute habe ich feststellen können, was in meinem Setup zu einem etwas leichter verträglichen Sound führte.

Rauschen ist auf +0DB nicht hörbar. Den Schalter für +16DB gibt es jedoch nicht umsonst. Ist die Anhebung drin, kommt ein leichtes White-Noise Rauschen rein. Die +16DB braucht aber auch erst, wer einen Kopfhörer mit Impedanz von 100-150Ω aufwärts betreiben will.

Was den Crossfeed-Modus angeht – Ich finde ja er klingt ein bisschen nach einer Kombination von Watte im Ohr und Klo, also ziemlich dumpf und eine spur hallig. Ist ein ganz nettes Feature zum rumprobieren, macht in meinen Augen aber klanglich kaum Sinn.

Die Bassanhebung hingegen ist sehr gut gelungen und boosted die Tiefen deutlich, jedoch ohne zu Verzerren. Wer in den Tiefen sehr flache klingende Kopfhörer wie die Sennheiser HD 558 hat, kann den Boost durchaus mal ausprobieren.

Zusammenfassend gibt der FiiO E12 dem Signal seine eigene Note mit, hält sich aber mit Beeinflussung zurück. Die Tiefen werden eine Spur trockener und gewinnen an Detail. Die Höhen werden nur minimal zurückgenommen was Zisch- und S-Laute etwas abmildert. Bei meinen Setups hat dieser Klangcharakter sehr gut funktioniert und das Hörerlebnis bereichert. Bei anderen Setups mag dies etwas Anderes sein. Da die Eingriffe aber sehr moderat sind sollte der E12 im Durchschnitt mit vielen Modellen harmonieren.

 

Fazit

Der FiiO E12 Mont Blanc hält seine Versprechen. Robustes Gehäuse und gute Leistungsdaten sowie vollständiges Zubehör machen den Verstärker zu einem vollständigen Paket. Kopfhörern mit hohem Wiederstand kann genügend Dampf gemacht werden und die Audioqualität  kann hörbar im Detail der Tiefen verbessert werden. Mit optionalem Bassboost und +16DB Anhebung versteht sich der FiiO E12 mit vielen Kopfhörern, zumal die klangliche Färbung gering ist. Probehören ist auch hier unausweichlich.

Im Mittel bin ich aber sehr zufrieden mit dem E12 und kann den Verstärker für hohe Ansprüche auf mittlerem Budget durchaus empfehlen. Entsprechend gutes Equipment vorausgesetzt.

Wird vertrieben von NT-Global Distribution GmbH

FiiO E12 bei HiFi-Passion.de

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