Mackie MR8 mk2 Studio Monitor – die zweite Generation auf dem Prüfstand

Mackie MR8 mk2 Studio Monitor – die zweite Generation auf dem Prüfstand

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Studio Monitore in der Einsteigerklasse für Homerecording und Projektstudios gibt es mittlerweile so einige. Die großen Namen sind hier seit einiger Zeit auch vertreten. Schwer, bei den unterschiedlichen Angeboten den Überblick zu behalten.
Etwas Licht ins Dunkel bring hier unser Test des Mackie MR8 mk2 Studio Monitors. Mit günstigen 265€ pro Stück will Mackie linearen Sound zum attraktiven Preis anbieten. Gelingt der Spagat zufriedenstellend?
[singlepic id=146 w=550 h=240 float=center]Vorab: Studio Monitore sind keine gewöhnlichen Boxen. Zuerst sind sie Referenzen, das heißt sie werden dazu genutzt den Klang einer Aufnahme möglichst originalgetreu wiederzugeben um beim Aufnehmen oder Abmischen Fehler und Probleme in der Aufnahme festzustellen. Im Gegensatz zu Hi-Fi Boxen fällt der Klang solcher Monitore daher sehr linear und neutral aus. Musik soll sich nicht schön anhören, sondern genau so wie sie aufgenommen wurde. Als Wohnzimmer-Lautsprecher eignen sich Monitore aber trotzdem. Außerdem kommen sie mit eingebauten Verstärkern daher, die speziell auf die Eigenschaften der Box ausgelegt sind. Das bringt klanglich einige Vorteile mit sich. Die Domäne von Monitoren bleibt aber das Studio.

 

First Look:

Auf den ersten Blick ganz schön wuchtig die beiden Klötze. Gerade der Tieftöner wirkt viel größer als er eigentlich mit seinen 8 Zoll ist. Der silberne Ring um den Speaker trägt zusätzlich zu diesem Eindruck bei. Auch wenn er zuerst nach Chrom ausschaut ist der Ring nur aus silbernen Kunststoff.[singlepic id=149 w=320 h=240 float=right]Auch der Rest des Monitors wirkt auf den ersten Blick sehr edel, auf den zweiten Blick erkennt man dann aber das matte Plastik und der edle Schein verblasst ein wenig.

Hinten sieht´s etwas funktionaler aus. Hier dominiert eine Metallplatte mit Lüftungslöchern und den gewohnten Anschlüssen. XLR, Chinch und 6,3mm Klinke-Anschluss (Balanced) bekommt man an jedes Interface irgendwie angeschlossen. Zusätzlich gibt es noch die üblichen Schalter  zum Anpassen des Monitors an den Raumklang. Höhen und Tiefen sind filterbar. Die Gesamtlautstärke des Monitors ist ebenso auf der Rückseite einstellbar. Der Poti dafür ist allerdings etwas zu klein geraten und auch noch im Gehäuse versenkt. Ein Justieren wird dadurch schon etwas fummelig. Da die Lautstärke im Studio-Betrieb einmalig fest eingestellt wird macht dieser kleine Makel aber nicht allzu viel aus.

Wo wir grad bei kleinen Makeln sind: Der Netzschalter liegt leider ebenso auf der Rückseite des Monitors. Frontseitig wäre der besser zugänglich gewesen.

Auffällig ist die große, ovale Bassreflexöffnung. Mit der will Mackie auftretende Resonanzen von runden Bassreflexöffnungen verhindern was auch gut gelingt.

 

Innere Werte:

Angetrieben wird der MR8 mk2 von einer 100 Watt Endstufe für den 8 Zoll Tieftöner und einer 50 Watt Endstufe für den 1“ Seidenhochtöner. Eingefasst sind beide in einen trichterförmigen Vorbau, der Reflexionen verhindern und die Abstrahlung des Schalls optimieren soll. Tatsächlich konnten wir schon nach kurzem Probehören feststellen, dass die hohen Frequenzen noch gut etwas abseits des Sweet-Spots zu hören sind. Das ist gerade beim Komponieren sehr von Vorteil, da man dort meist etwas näher vor dem Monitor sitzt. Viele andere Studio-Monitore in dieser Preisklasse strahlen wesentlich gerichteter ab.[singlepic id=151 w=320 h=240 float=right]Das Gehäuse ist aus schwarzem MDF gefertigt, reflexionsarm und magnetisch abgeschirmt.
Um die Monitore vor falscher Handhabung zu schützen hat Mackie 2 Schutzmechanismen verbaut. Zuerst haben die Endstufen des Ferrofluid gekühlten Hochtöners, und die des Tieftöners, einen voneinander getrennten Hitzeschutz. Der schaltet die Endstufen bei langem „zu laut hören“ ab, solange bis die Temperatur wieder in den grünen Bereich gesunken ist. Der zweite Schutzmechanismus ist ein High-Pass-Filter, der mit einer Eingangsfrequenz von etwa 40 Herz der Bassendstufe vorgeschaltet ist. Dadurch wird die Membran vor zu tiefen Frequenzen geschützt. Unterhalb von etwa 45 Herz wird dadurch nicht mehr übertragen, was im Studio schon einige Einschränkung in wichtigen Frequenzen bedeutet. Die Physik von Monitoren in dieser Größe lässt allerdings nicht viel mehr zu. Die Gehäuse sind vom Volumen her zu klein um mehr zu bieten. Man muss es nur wissen und eventuell beim Mix berücksichtigen oder sich einen Subwoofer dazustellen.

 

Klang:

Die MR8 mk1 waren schon für guten und neutralen Sound zu kleinem Preis bekannt. Können die mk2 in die Fußstapfen des Vorgängers treten?
Etwas länger einhören mussten wir uns bei den MR8 schon, denn sie haben ihren eigenen Charakter. Der bestimmt sich vor allem durch etwas dezentere Höhen, einen warmen Mittenbereich und einen starken Bassbereich.[singlepic id=150 w=320 h=240 float=right]Die Höhen klingen im direkten Vergleich zu den Yamaha HS80M wesentlich sanfter und dadurch aber auch weniger präsent. Die Ortung von feinen Details in den oberen Höhen fiel uns dadurch im Mix schwerer und erforderte mehr Einhörzeit. Auch wenn das für eine Hi-Fi Box durchaus ein gutes Mittelmaß ist hätten wir uns für einen Studio-Monitor doch noch etwas mehr Brillanz und Klarheit gewünscht. Hier spielt das eigene Gehör und der Geschmack aber eine große Rolle. Gar verzerrt oder überhöht wird aber nichts dargestellt. Neutralität und Ausgewogenheit kann die MR8 mk2 jederzeit in allen Frequenzbereichen bieten.

Der Mittenbereich ist klasse ausgeprägt. Gitarrensounds und tiefe, verrauchte Stimmen wie in „The Immortals“ von den „Kings of Leon“  wirken absolut warm und neutral und knistern nur so im Ohr. In dieser Qualität sind wir das auch durchaus von Modellen aus höheren Preisklassen gewohnt.

Der Tiefenbereich ist besonders zu loben. Kicks schlagen sehr fett ein ohne dabei andere Frequenzen zu beeinflussen. Gepaart mit dem ordentlichen Tiefgang des Monitors werden auch Elektronische Sounds und Bassdrums originalgetreu und breit wiedergegeben. Physikalisch bedingt kann ein Monitor dieser Größe natürlich auch keinen richtigen Tiefbass herbeizaubern. Für die meisten Bedürfnisse beim Homerecording oder im Projektstudio reicht der Tiefgang aber aus. Nein er reicht sogar mehr als aus und man kann sich schon oftmals darüber freuen wie tief die Box doch kommt.

Das Stereofeld sammelt auch Pluspunkte bei uns. Hier verschleiert nichts die Richtung des aufgenommenen Instruments und eine Platzierung ist recht fein möglich. Stücke mit breiten Arrangements machen besonders Spaß auf dem Mackie MR8 mk2.

Klangeindrücke sind wie bei allen Monitoren jedoch Geschmacksfrage. Die absolute Präsenz bieten die MR8 gerade in den Höhen aber nur eingeschränkt. Dafür kann der Mitten- und Tiefenbereich punkten. Dazu noch den Stückpreis von wirklich günstigen 265 € in die Waagschale geworfen, schnürt Mackie ein klanglich überzeugendes Paket. Man muss sich allerdings im Klaren sein, dass High-End-Sound nur zu wesentlich höheren Preisen zu haben ist. Neutralen und studiotauglichen Sound bekommt man aber in jedem Fall.[singlepic id=148 w=320 h=240 float=center]

 

Verarbeitung:

Von Vorn und von der Seite wirken die Monitore stabil und robust. Nur die große Plastikfront kratzt etwas am sonst hochwertigen Eindruck. Die Metallplatte auf der Rückseite macht ebenso einen stabilen Eindruck. Der Chinch Anschluss ist jedoch etwas billig verarbeitet und wackelt schon beim ersten Einstecken des Kabels ein wenig. Da mag man sich schon fragen wie lange es dauert, bis der mal abbricht.

 

Fazit:

Die Mackie MR8 MK2 Aktive Studio-Monitore hinterlassen einen sehr guten Eindruck in unseren Ohren. Sie bieten für wenig Geld einen sehr fetten und tief reichenden Bass, deutliche und warme Mitten aber etwas zu dezente, wenn auch saubere Höhen = richtig guten, neutralen Klang. Die Verarbeitung ist durchweg gut, nur den etwas wackligen Chinch-Anschluss unseres Testmodells sind wir so von Mackie gar nicht gewohnt.

Eine Empfehlung geht also vor allem an Bassliebhaber raus, die sich auf die etwas dezenten Höhen gut einhören können. Denn gerade in diesem Bereich ist der Mackie MR8 mk2 in seiner Klasse eine gute Wahl. Darum ein sehr überzeugtes „Gut“ von uns.[singlepic id=142 w=320 h=240 float=right]

 

Plus:

  • neutraler Klang
  • sehr ordentlicher Tiefen- und Mittenbereich
  • sehr gute Leistung gemessen am Preis
  • viele Einstellmöglichkeiten

 

Minus:

  • Verarbeitung „plastikhaft“
  • etwas zu dezente Höhen
  • Bedienungsanleitung könnte umfangreicher sein
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