Monkey Banana Turbo 4 im Test – Digitale aktive Studio Monitore

Monkey Banana Turbo 4 im Test – Digitale aktive Studio Monitore

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In diesem Test: der Monkey Banana Turbo 4, ein aktiver, digitaler Studio Monitor. Nicht nur der Lautsprecher ist erst seit Juli 2012 auf dem Markt. Auch die dahinter stehende deutsche Firma Monkey Banana ist jung und hat sein erstes Studio Equipment 2011 auf den Markt gebracht. Wie sich der kleinste aus der Turbo Serie so schlägt finden wir in diesem Review heraus.

 

Überblick

Der Monkey Banana Turbo 4 ist ein aktiver, Zweiwege-Nahfeld Studio Monitor mit analogem sowie digitalem Eingang. Als Klangerzeuger werden eine 1-Zoll Seidenkalotte als Hochtöner und eine magnetisch geschirmte 4-Zoll Polypropylen / Keramikmembran als Tief-/Mitteltöner verwendet. Bi-Amping mit 30Watt LF und 20Watt HF Verstärkern stellt die optimale Abstimmung der verwendeten Komponenten aufeinander sicher. Der Frequenzgang ist mit 60 Hz bis 30kHz angegeben. Für eine Full-Range Abhöre wird ein entsprechender Subwoofer benötigt.

Äußerlich setzen die Monkey Banana Turbo 4 einen deutlichen Akzent. Die in Rot und auch Schwarz erhältlichen Gehäuse werden zur Mitte hin breiter und sind mit rauer Textur überzogen. Die Seidenkalotte wird von einem Gitter geschützt. Das Monkey Banana Logo zeigt leuchtend den Betrieb der Monitore an. So handlich der kleinste auch ist, 4,5 kg bringt er trotzdem auf die Waage.

 

 

 

Eingänge und Bedienelemente

Auf der Rückseite befinden sich die Bassreflexöffnung sowie alle Bedienelemente und Eingänge. Analog kann entweder balanced per XLR/TRS Kombibuchse und unbalanced  per Chinch Musik vom Interface übertragen werden. Digital geht es auch per S/PDIF Chinch rein, was eine absolute Seltenheit bei vielen günstigen, aber auch teuren Studio Monitoren ist. Das digitale Signal kann dann vom einen zum nächsten Monitor durchgeschleift werden. Gewisse Vorsicht gilt hier allerdings bei dicken RCA Kabeln, da die Anschlüsse relativ nah beieinander liegen. Falls der digitale Eingang verwendet wird, muss darauf gedachtet werden den Lautsprechern die richtige Seite zuzuweisen. Dies geschieht über einen Kippschalter. Ein weiterer Kippschalter wählt die Inputmethode Analog oder Digital aus.

Die Anpassung der Verstärkerleistung erfolgt über den gerasterten Volume Regler. Hohe und tiefe Frequenzen können stufenlos mit zwei weiteren Reglern um jeweils bis zu +6db und -6db angepasst werden. Auch hier ist ein Raster auf 0db vorhanden.

Den Powerschalter hätten wir lieber auf der Vorderseite gesehen. Bei Monitoren dieser Preisklasse lässt sich so etwas aber kaum finden.

 

Im Einsatz

Die Monitore sind für den Heimgebrauch durch ihre Größe, Anschlüsse und den Preis absolut tauglich. Auf der Unterseite lassen sich für die Desktopanwendung Standfüße anschrauben. Alternativ kann auch das passende Ständerwerkzeug aus dem Monkey Banana Sortiment verwendet werden.

Auch auf nützliche und materialschonende Schaltungen wurde nicht verzichtet, was angesichts der Preisklasse durchaus eine Besonderheit ist. Beim Einschalten und Ausschalten koppelt die Elektronik das Aufpoppen des startenden Verstärkers von den Membranen ab. Die hohen Impulse werden so nicht an das empfindliche Material weitergeleitet. Ebenfalls wird bei längerer Nichtbenutzung ein Standby-Modus aktiviert, der Strom spart und den Verstärker schont. Im Endeffekt könnte man so die Monitore im Studio dauerhaft an lassen ohne sich Gedanken über die Lebensdauer machen zu müssen. Hier wurde von den Ingenieuren wirklich mitgedacht.

 

 

Klanglich

Die Klangliche Abstimmung der Monkey Banana Turbo 4 war für mich erst einmal Gewöhnungssache. Grundsätzlich benötigt man immer einige Zeit um sich auf neue Monitore einzuhören. Durch die weichen Höhen und Mitten und die weniger straffe Abstimmung musste ich mir allerdings etwas mehr Zeit nehmen. Um Raum und Hörgewohnheit entgegenzukommen, habe ich die Lautsprecher mit +1db in den Höhen und -1db in den Tiefen angepasst.

Die Turbo 4 Klingen in den Höhen weich und unaufdringlich. High Hats beispielsweise kesseln dadurch weniger stark sondern treten angenehmer in den Hintergrund. Persönlich finde ich harte Höhen jedoch durchsichtiger, auch wenn sie das gehör schneller ermüden. Bei den Monkey Banans musste ich teilweise zwei Mal hin hören um mein Detail auch genau zu erkennen.

In den Mitten setzt sich der weiche Charakter fort. Trotzdem sind gerade die Mitten sehr detailreich, was sich besonders beim Durchhören von nicht ganz optimalen Aufnahmen feststellen lässt. Bei einer meiner Testaufnahmen ist der Sänger im Vergleich zu den Instrumenten zu trocken aufgenommen und gemischt. Das lässt sich auf guten Monitoren raushören. Bei den viel teureren ADAM A8x sprint einem dieser Fehler gnadenlos ins Ohr. Auch die Monkey Banana können ihn hörbar darstellen, was für einen Einsteigermonitor eine gute Leistung ist. Definitiv sehr gut gefiel mir der mittlere und  untere Mittenbereich in dem verzerrte Gitarren bei Rock häufig ihre Akzente setzen. Hier spielt die Turbo 4 sehr durchsichtig und präsent auf.

Was die räumliche Abbildung angeht, ist die Ortung im Stereofeld sehr gut. Positionierungen einzelner Instrumente lassen sich genau nachvollziehen. Was die klangliche Breite angeht, ist die Turbo 4 aber eher mittig bis eng.

Hall wird etwas schwach dargestellt und lässt sich nicht so gut beurteilen. Das gilt für Mitten und Höhen und fällt vor allem beim Schlagzeug auf. Haut der Drummer auf die Snare Drum, so kommt der Wiederhall etwas kürzer und unpräziser rüber als er eigentlich ist. Ähnlich ist es bei Live-Aufnahmen die weniger hallig klingen als sie tatsächlich aufgenommen wurden. Das muss beim Mischen berücksichtigt werden.

Die Tiefen überzeugen dort wo die Box noch hin kommt absolut. Die Tiefenstaffelung ist sehr gelungen und detailreich. Auch der Abschwung lauter Kicks und die entsprechende Änderung in der Tonhöhe ist einfach raushörbar. Gleiches gilt für Bassgitarren deren Töne zwar nicht im vollen Spektrum hörbarsind , aber im Detail sehr gut wiedergegeben werden. Bei der Lautstärke hat die Turbo 4 jede Menge Reserven für das Nahfeld.

 

 

Fazit

Das Verhältnis von Preis zu Leistung stimmt. Ausgewogener, wenn auch weicher Klang der für’s Studio taugt, justierbare Frequenzen und ein digitaler Eingang treffen auf ein frisches, freches Design.

Auch wenn mir persönlich die klangliche Abstimmung mit weichen Höhen und leicht weniger präsenten Mitten nicht so gut gefällt, so will ich dies der Turbo 4 überhaupt nicht ankreiden. Einen Klangcharakter nimmt jeder anders wahr und er konstituiert sich durch den Raum. Gut abhören lässt sich mit Monkey Bananas kleinstem in jedem Fall denn sie klingt ausgewogen und linear genug. Auch die Tiefenwiedergabe reicht trotz 4-Zoll Tief-/Mitteltöner für das Home Studio aus. Insgesamt ein gelungenes Paket, das auch außerhalb des Studios zu begeistern kann. Probehören lohnt sich!

Ich bin schon sehr gespannt wie sich die größeren Modelle aus dem Hause Monkey Banana schlagen.

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