PreSonus Eris E5 im Test – Einsteiger Studio Monitor

PreSonus Eris E5 im Test – Einsteiger Studio Monitor

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In diesem Test schaue und höre ich mir die PreSonus Eris E5 Studio Monitore an. PreSonus ist Musikern und Audioingenieuren durch gute Interfaces und Vorverstärker ein Begriff. Bei den Studio Monitoren hatte PreSonus bisher nicht mitgemischt. Mit den Eris E5 und Eris E8 stellen sich nun zwei neue, günstige Monitore für Einsteiger und Fortgeschrittene zur Wahl. Der Testbericht zeigt was die kleinen PreSonus Eris E5 so drauf haben und für wen sie sich eignen.

 

Überblick

Die PreSonus Eris E5 sind aktive Studio Monitore mit einem 5,25-Zoll großen Tief-/Mitteltöner aus Kevlar und einem 1-Zoll Hochtöner aus Seide. Der Frequenzgang wird mit 53 Hz – 22 kHz angegeben. Angetrieben werden die Membranen durch Bi-Amping mit 45Watt für LF und 35Watt für HF. Der Lautsprecher ist magnetisch geschirmt.

Das Gehäuse ist sehr sauber und robust gefertigt und in seinem Abmessungen mit knapp 18 x 26 x 20 cm recht klein und wesentlich portabler als KRKs RP5 RoKit G2. Designtechnisch gibt es in Form und Features kaum Besonderheiten. Schlichtes Schwarz und eine Power-LED auf der Vorderseite die das PreSonus Logo erleuchtet. Die Bassreflexöffnung befindet sich ebenfalls auf der Vorderseite. Der 1-Zoll Hochtöner wird von einem Gitter geschützt.

 

Eingänge und Einstellungen

Bei Anschlüssen und Anpassbarkeit an den Raum macht PreSonus keine Kompromisse. Der Poti für Input Gain ist in der Mittelstellung gerastert. Akustisch lässt sich der Lautsprecher, durch zwei ebenfalls mittig gerasterte Potis, in Höhen und Mitten stufenlos um bis zu +6dbB und -6dB dem Raum anpassen. Zusätzlich können die Tiefen mit -2dB und -4 dB beschnitten werden. Das nennt PreSonus „Acoustic Space“ und liefert auf der Rückseite gleich die erklärenden Abbildungen mit. Sehr einsteigerfreundlich. Für die Verwendung eines Subwoofers gibt es die Option bei 80Hz und 100Hz einen Lowcut zu setzen. Ich musste für meinen Raum und die Aufstellung der Monitore -2dB bei den Tiefen und +1dB bei den Mitten geben.

Alle gängigen Eingänge sind vorhanden. XLR und TRS (Balanced große Klinke) stehen als symmetrische Eingänge zur Verfügung. Per Chinch / RCA können auch günstigere USB-Soundkarten, CDJs oder Instrumente an die Eris E5 angeschlossen werden.

Ein Grundrauschen der Verstärker ist nur in 5-10 cm Abstand zum Monitor vernehmbar. Auch leise Aufnahmen werden dadurch nicht beeinträchtigt.

 

Klang und Studiotauglichkeit

Klanglich sind die Presonus Eris E5 as Studiomonitor ausgelegt. Entsprechend neutral zeigt sich das Klangbild. Stark überbetonte Frequenzen oder ein Drang der Lautsprecher zur Verschönerung sind nicht direkt erkennbar. Die neutrale Wiedergabe steht im Vordergrund wobei im vergleich mit Höherpreisigen Studio Monitoren klare Abstiche gemacht werden müssen.

Ich würde mich beim Abmischen nicht alleine auf die Eris E5 verlassen wollen. Durch alle Frequenzbereiche hindurch lösen sie dafür nicht mit genügend Detail auf. Wozu sie aber gut taugen ist als Lautsprecher zum Komponieren oder im Schnittraum bei Videoproduktionen. Hier ist die glasklare Auflösung und exakte Separation der einzelnen Instrumente nicht so entscheidend wie es beim Mixen der Fall ist.

Am stärksten fällt das geringere Detailniveau im Übergang von Mitten zu Tiefen auf. In diesem Bereich ist die Durchsichtigkeit eher gering und entsprechend kriminell wäre es mit den Eris E5 hier alleine zu mischen. Um es etwas plastischer zu formulieren: beim Abmischen von verzerrten Gitarren wird es schwer fallen den Pegel und die Kompression richtig zu justieren, da die Eris E5 diesen Bereich nicht mit genügend Details wiedergeben.

In den Mitten und Höhen lässt sich aber für die Preisklasse noch relativ neutral durch die Aufnahme blicken. Erst bei stark komprimierten Aufnahmen verschwimmt die Wiedergabe der Eris E5 deutlicher.  Rauschen, Massebrummen oder Fehler in der Aufnahme weiß der Monitor nur bedingt in den Vordergrund zu stellen.

Was den Tiefgang angeht klingen die Eris E5 erstaunlich füllig und voluminös ohne zu verfälschen. Eine Full-Range Wiedergabe ist aufgrund des kleinen Tief-/ Mitteltöners nicht drin. Gerade für kleinere Räume ist der Tiefgang allerdings voll ausreichend. Die Tiefenstaffelung geht in dieser Preisklasse noch in Ordnung. Eine ordentliche Definition ist allerdings nur begrenzt vorhanden und Bass Lines fehlt es in den Tonhöhen etwas an genauer Unterscheidbarkeit.

Wie schon oben erwähnt würde ich den Eris E5 aber durchaus eine gute Position bei DJs, Cuttern und generellem Komponieren einräumen. Gemessen am Preis ist die Leistung durchaus gut und die Eris E5 klingen recht linear und ausgewogen. Zudem lassen sie den Spaß beim Hören durch ein breites Klangbild nicht zu kurz kommen. Für präzises Abhören sind sie jedoch nur bedingt zu gebrauchen.

 

Ähnliche Studio Monitore in der Preisklasse

Die PreSonus Eris E5 setzen sich in ein bereits recht stark umkämpftes Segment hinein. Eine alternative sind die Yamaha HS50M. Preislich und in der Größe sind sie ähnlich, klanglich aber wesentlich enger mit Akzent in den oberen Mitten. Wer auf eine 8-Zoll Membran nicht verzichten möchte kann sich auch den Test zu den M-Audio BX8 D2 anschauen. Die sind allerdings für 300€ Paarpreis ein absluter Barebone. Die etwas teureren Monkey Banana Turbo 4 bieten mehr Durchblick und Details zum Mischen, klingen aber weniger spaßig mit weniger Tiefgang und recht weichen Höhen.

 

Fazit

Die PreSonus Eris E5 sind bei einem Paarpreis von 300€ ein Einsteigermonitor für kleine Räume. Die 5,25 Zoll Membran drückt genügend Tiefgang heraus und spielt in den Tiefen breit und voluminös ohne zu verfälschen. Auch Mitten und Tiefen sind gemessen am Preis gut abgestimmt und neutral. Einige Schwächen verzeichnen die Eris E5 jedoch in Punkto Klarheit und Durchsichtigkeit weswegen sie fürs Abmischen nur bedingt zu gebrauchen sind. Da sie den Spaßfaktor nicht zu kurz kommen lassen können DJs, Cutter und Komponisten die Eris E5 durchaus mal probehören.

Aktueller Preis und mehr Infos


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