Sennheiser HD 558 im Test – Kopfhörer fürs filigrane, auch studiotauglich

Sennheiser HD 558 im Test – Kopfhörer fürs filigrane, auch studiotauglich

0 4513

Offene Kopfhörer, wo gibt es denn sowas noch? Bei Sennheiser! Dabei ist der Sennheiser HD 558, den ich in diesem Test / Review anschaue, gar keine Ausnahme. Die deutsche Firma hat eine ganze Palette solcher Kopfhörer und Headsets anzubieten und ist mit diesen Kopfhörern quasi groß geworden.

 

Außen und Fakten:

Okay den Zahn muss ich vorab ziehen. Der HD 558 ist kein mobiler Kopfhörer für iPod und Smartphone. Weder das offene Design ohne jegliche Abschirmung vor Außengeräuschen noch ein Kabel mit 3 Metern Länge oder der 6,35 mm „große“ Klinkenstecker laden auch nur im Ansatz zum Mitnehmen ein. Ein Adapter auf „kleine“ 3,5mm Klinke ist zwar dabei aber zusammen mit dem Adapter ist der Anschluss dann etwa so lang wie eine Zigarettenschachtel. Tragetasche oder ähnliches ist nicht im Lieferumfang enthalten und das entspricht auch nicht dem Zweck dieser Headphones.

Der HD 558 ist ein Kopfhörer für Zuhause auf dem Sofa oder fürs Studio. Hi-Fi Anlagen und Audio-Interfaces haben typischerweise den 6,35 mm Klinkenanschluss. Die große Reichweite des Kabels ermöglicht zudem stationäre Bewegungsfreiheit.

Wenn auch bei einem solchen Kopfhörer eigentlich ohne große Wichtigkeit, so macht der 558 auch optisch was her.

 

 

Tragekomfort und Features:

Der Kopfhörer ist im Over-Ear Design gebaut, bedeutet die Ohrpolster liegen auf dem Kopf auf und umschließen das Ohr komplett. Der Anpressdruck wird nicht auf das Ohr ausgeübt, drückt dafür fühlbar auf die Kiefermuskulatur. Das ist aber nur merkbar und nicht etwa störend. Insgesamt sitzt der Kopfhörer durch die dicken und weichen Velours an Ohrpads und am Bügel recht bequem.

Das offene Design eignet sich hervorragend als Monitor für Sänger oder Instrumentenspieler im Studio. Geräusche von Außen werden fast vollständig durchgelassen. Entsprechend kann ein Signal über den Kopfhörer eingeschleust werden ohne die Akustik im Raum zu verändern. Das ist mit Lautsprechern logischerweise nicht möglich.

Ein von Sennheiser sogenannter „interner Surround-Reflektor“ soll ein erweitertes räumliches Klangbild erzeugen. Damit hat Sennheiser nicht zu viel versprochen, denn der HD558 klingt tatsächlich sehr räumlich und weit offen.

 

Klang:

Klanglich passt der Kopfhörer gut zum beschriebenen Anwendungsbereich Studio und Sofa. Der HD 558 klingt besonders klar und natürlich mit leichtem Hang zum analytischen Klangbild und wird sicher nicht jeden Geschmack treffen.

Das Klangbild ist sehr natürlich und detailreich durch alle Frequenzbereiche hindurch. Höhen sind äußerst klar und durchsichtig bis in höchste Frequenzen. Sie haben leichten Hang zum spitz klingen, bilden aber sehr sauber ab. Gleiches gilt für die Mitten. Das Detaillevel ist bis in feinste Klänge hinein noch sehr hoch. Stimmen wirken dadurch besonders originalgetreu, selbst bei optimierten Aufnahmen.

Zudem kitzelt die Abstimmung recht gnadenlos den Hall und das Rauschen aus Aufnahmen heraus und macht diese Geräusche hörbar. Ein solcher Klangcharakter eignet sich wieder sehr gut fürs Studio, beispielsweise als Zweitabhöre.

Auch die tiefen sind detailreich und klar, aufgrund des offenen Designs und der Abstimmung sind sie aber wenig Druckvoll. Auch sehr tiefe Bässe werden noch sauber dargestellt, haben aber weniger Pegel als das bei geschlossenen Kopfhörern wie beispielsweise dem Sennheiser HD 25-1 II der Fall ist.

Dadurch klingt der Kopfhörer auch für Hi-Fi Enthusiasten alles andere als schlecht. Es ist nur ein ganz anderes Klangerlebnis, das die Musik viel durchsichtiger erscheinen lässt. Auch werden in schon bekannten Stücken noch Feinheiten abgebildet, die man bisher eventuell noch gar nicht herausgehört hatte. Ähnliches galt auch für den Beyerdynamic DT 660, der aber noch analytischer als der Sennheiser klingt.

 

Fazit:

Wer nicht weiß was eine große Klinke ist oder wo die für gewöhnlich zur Anwendung kommt, sollte sich lieber nicht nach diesem Kopfhörer umsehen.

Empfehlen kann ich den HD 558 allerdings definitiv als Monitorlösung für Recording und als Zweitabhöre im Studio zum überprüfen der Aufnahmen auf Rauschen und Hall. Auch wem ein präzises und offenes Klangbild zusagt ist gut aufgehoben. Wer zusätzlich zur Anlage noch ein etwas anderes, detailverliebtes Klangerlebnis zu seinem Equipment hinzufügen möchte, der sollte sich den Sennheiser HD 558 ebenfalls mal anhören. Mit diesem Kopfhörer lässt sich die bereits bekannte Musik eventuell noch einmal neu erleben.

Preis: Ca. 130€ (Stand 06/13)

Aktueller Preis und mehr Infos:

 

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen