Tannoy Reveal 502 im Test – Der beste 5 Zoll Einsteiger Studio...

Tannoy Reveal 502 im Test – Der beste 5 Zoll Einsteiger Studio Monitor 2014

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In diesem Test kommt die Katze mal direkt aus dem Sack. Es geht sich hier um den meiner Meinung nach besten Studio Monitor der 5 Zoll Klasse für Einsteiger. Tannoy Reveal 502 heißt der neue Lautsprecher aus dem neuen Reveal Lineup. Tannoy hat hier wirklich die Grenzen von dem was möglich ist erweitert und bringt für unter 150€ einen erstklassigen Studio Monitor auf den Markt. Warum meine ich das? Das Erkläre ich euch jetzt im Testbericht.

 

Überblick

Der Tannoy Reveal 502 ist ein aktiver Studio Monitor mit 75 Watt Leistung und Bi-Amp. 25 Watt treiben den 1 Zoll Seiden Hochtöner an während 50 Watt dem 5 Zoll Tief-Mitteltöner zugeteilt werden. Für einen 5 Zoll Studio Monitor ist der Reveal 502 nicht besonders groß sondern hat eher kompakte Maße.

Das Designt gefällt mir gut, ist schilicht, ein wenig plastikhaft aber absolut in ordnung. Auffällige Merkmale auf der Vorderseite sind der ungeschützte Hochtöner und die frontseitige Bassreflexöffnung. Man mag es Einbildung nennen aber in meinen Räumen haben Boxen mit frontseitigem Bassreflex bisher immer die besten Klangergebnisse in den Tiefen ergeben. Weniger Bass-Löcher und Überhöhungen. Außerdem sind wir mal ehrlich sieht’s viel geiler aus! Eine frontseitige Status LED oder gat ein Ein-/Ausschalter fehlt auf der Vorderseite, befindet sich aber auf der Rückseite.

Auf der Unterseite wurde noch ein Schaumstoffpad aufgeklebt was bessere Entkopplung auch ohne Monitorständer verspricht. Der Lieferumfang enthält das übliche Stromkabel und ein recht langes 3,5mm Klinkenkabel. Wozu das gut ist: im nächsten Abschnitt.

 

Rückseite und Anschlüsse

Fangen wir mal mit den Anschüssen an. XLR und TRS (Große Klinke) balanced sind die standard Anschlüsse. RCA (Chinch) gibt es nicht, kann aber per Adapter in den TRS Input gelangen. Zudem hat Tannoy in den Reveal 502 einen 3,5mm Klinken AUX Eingang und Ausgang eingebaut. Über den Eingang kann mit dem 3,5mm Klinkenkabel jede übliche Audioquelle wie ein MP3 Player oder Smartphone direkt an den Lautsprecher angeschlossen werden. Der Ausgang schleift dann das Signal zum zweiten Lautsprecher durch, sodass beide das Signal abbekommen. Ein Umschalter teilt das Signal noch zwischen links und rechts. Ich finde diese Implementierung des 3,5mm Anschlusses eine sehr gute Idee. Klar kann man argumentieren, dass der Sound von nem Smartphone schlecht klingt. Allerdings ermöglicht es gerade Einsteigern einen Studio Monitor ohne Interface zu betreiben und trotzdem auf die linearen Klangeigenschaften nicht verzichten zu müssen. Das Eröffnet noch mehr Nutzern den Einstieg in Studio Monitore und ist ein großer Schritt in die Richtige Richtung.

Für Sound Control stehen ein Lautstärken Poti und ein Schiebeschalter für Höhenanpassung zur Verfügung. Der Poti ist in einigen Stufen gerastert was das Einstellen beider Monitore auf den gleichen Pegel erleichtert. Die Sound Control ist rudimentär gehalten. Möglich ist hier nur High-Cut / High Bosst oder Neutral. Ich kann den meisten Leuten hier empfehlen die sehr hellen Höhen etwas zu zügeln und den Low-Cut in normalen Räumen rein zu ziehen, aber dazu später mehr. Dass hier auf Bass- oder Mitteneinstellung verzichtet wurde geht in Anbetracht des Preises und der Leistung völlig in Ordnung. Außerdem hatte ich nie das Bedürfnis diese Frequenzbereiche anzupassen.

Ein-/Ausschalter und eine Blaue Status-LED sind auf der Rückseite. Vorderseitig wären die Status-LED besser platziert gewesen aber hier hat man einfach Kosten gespart. Da diese dann genau an der richtigen stelle – nämlich dem Klang – reinvestiert wurden, geht das völlig in Ordnung.

 

Klang

Lasst es mich in einem Satz zusammenfassen: Die Tannoy Reveal 502 klingen wie doppelt so teure Studio Monitore, haben unglaublich viel Detail für die Preisklasse und kommen tiefer runter als man es erwarten würde. Zusammengefasst: Die klingen einfach mal verdammt gut und besser als der Wettbewerb in 5 Zoll Lautsprechern.

Die Höhen sind sehr sehr klar, sehr definiert und haben sehr viel Detail. Instrumente separieren sich deutlich in den höhen voneinander. Becken beispielsweise klingen originalgetreu und einzelne Flattergeräusche lassen sich analysieren. Viele Lautsprecher fangen hier an zu die Frequenzbereiche zu vermischen und lösen nicht so fein auf. Nicht so die Reveal 502. Im direkten Vergleich zu den Topsellern Yamaha HS-50M oder den KRK Rokit RP5 dritte Generation ist es wie als ob man das Licht bei den Reveal 502 anschalten würde. Die klingen dermaßen klarer und offener, das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Diese Klarheit wird manchen eventuell schon wieder zu viel sein, weswegen ich auch empfehle den High-Cut rein zu machen. Der ist nicht zu stark und schränkt die Auflösung nicht ein. Hört sich nur etwas angenehmer damit. Die Höhen stehen schon klar im Vordergrund. Auch darauf muss man sich erst ein wenig einhören. Ist das allerdings geschehen, verspreche ich euch werdet Ihr Details in eurer Musik hören, die ihr vorher noch nicht Wahrgenommen habt.

Die Mitten folgen den Höhen in Detailgrad, und Definition. Auflösung liegt ebenfalls sehr hoch, lediglich die Präsenz ist niedriger als in den hellen Höhen. Ich würde das jedoch eher als neutral einstufen und sagen, dass die meisten anderen Studio Monitore in der ähnlichen Preisklasse die Mitten etwas überbetonen. Stimmen beispielsweise lassen sich fein analysieren, haben jedoch nicht diesen Pop Effekt der sie einem direkt unter die Nase schiebt als säße man direkt vorm Mund des Sängers. Trotzdem lässt sich damit sehr gut arbeiten.

Die Tiefen haben mich sehr erstaunt. Für einen 5 Zoll Tiefmitteltöner haben die Reveal 502 im richtigen Abstand sehr viel Tiefgang. Bassgitarren lassen sich noch im kompletten Spektrum durchhören und knicken nicht irgendwann in den tieferen Tönen ein. Richtigen Sub-Bass gibt es natürlich nicht. Allerdings hat man nicht wie bei anderen Monitoren das Gefühl, dass ein wichtiger Teil der Tiefen gar nicht dargestellt werden kann. Die Tiefenstafflung hinzu ist auch für die Preisklasse erste Sahne. Hier lassen sich deutlich Unterschiede in Tonhöhen feststellen. Auch der Attack / die Impulstreue liegt auf hohem Niveau für diese Preisklasse und lässt Anschläge, Kicks und Co. noch schön definiert rüber kommen. Auch der Detailgrad liegt hoch. Ein Schlaf auf einer Pauke zermatscht beim Ausschwingen nicht in einen dumpfen Ton sondern flattert noch schön mit.

Auch auf höheren Lautstärken lassen sich die Tannoy Reveal 502 nicht lumpen. Ohne Probleme könnt Ihr die Boxen mal richtig aufdrehen ohne, dass sie Verzerren. Der Hub der Tiefmitteltöner ist dabei schon sehr enorm. Ausgelegt sind sie aber natürlich für gehobene Zimmerlautstärke.

Die einzige schwäche die ich ausmachen kann ist die etwas platte räumliche Auflösung. Der räumliche Eindruck von Tiefe in der Positionierung einzelner Instrumente ist nicht ganz so gut gelungen. Es wirkt eher als ob dort alles näher an der mittleren Ebene steht. Stimmen beispielsweise stehen mir etwas zu wenig vor. Das ist aber Kritik auf ganz hohem Niveau und ich spreche es nur an weil die Reveal 502 schon so verdammt gut klingen.

Eine Anmerkung noch am Rande: Es hat mir schon nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr gemacht mit den Reveal 502 MP3 Dateien auf 320kBit/s zu hören. Das ist ein sehr gutes Zeichen denn bei vielen Studio Monitoren der gleichen Preisklasse ist der Unterschied zwischen MP3 und einem hoch gesampelten FLAC gering. Die Reveal 502 präsentieren einem den deutlichen Unterschied in diesen hochauflösenden Files.

 

Fazit

Ja ich habe hier ganz schön geschwärmt, daher will ich es noch mal ganz deutlich sagen: Ich werde nicht von Tannoy gesponsort oder bekomme irgendwelche Goodies von denen. Die Tannoy Reveal 502 sind einfach meiner Meinung nach der derzeit beste Einsteiger Studio Monitor der 5 Zoll Preisklasse. Klanglich ist der Reveal 502 dermaßen offen und detailvoll, kommt für einen 5 Zöller sehr weit in den Tiefen runter und hat top Definition. Wenn ihr euch einen Einsteiger Studio Monitor für unter 150€ das Stück kaufen wollt: Dann bitte den Tannoy Reveal 502. Kann ich jedem ohne Einschränkung empfehlen.

Aktueller Preis und mehr Infos:

7 Kommentare

  1. Hi diese Testbericht ist die Wahrheit und nix als die Wahrheit.
    Ein super Monitor die nur Spaß macht . Der Monitor ist genau wie beschrieben.
    Danke für diese Berichte Kauf Tipp. .

    Gruß Mike P.

  2. Sehr guter Bericht und hilfreich.
    Danke dafür.

    Ich bin zur Zeit auf der Suche nach Lautsprechern für meinen Arbeitstisch (PC)
    Mir ist die Qualität der Wiedergabe sehr wichtig da ich sehr viel und leidenschaftlich Musik höre und diese genieße. Bis jetzt habe ich noch alte Magnat Lautsprecher die nun langsam den Tisch frei machen sollen. Für guten Ton sorgen bis jetzt bei mir nur die Kopfhörer Westone um3x für unterwegs und daheim die Bayerdynamic dt 770 pro.

    Wie steht es um die Adam F5 im Vergleich zu den Tannoy Reveal 502?
    Wie sieht es mit dem Grundrauschen bei den Tannoy Reveal 502 aus?

    Gruß Rudi

    • Hi Rudi,
      Grundrauschen ist bei den 502 gar kein Problem. Wenn dann nur seeehr leise. Die ADAM F5 sind definitiv besser als die 502 allerdings auch n ganzes Stück teurer. Die sind allerdings mit Bändchenhochtöner was die Höhen noch spitzer macht und daher das Gehör etwas schneller ermüded. Zusammengefasst: F5 sind noch mal härter und detailreicher und straffer als die 502. Wenn Du das Geld dafür hast und eher anlytisch hören willst sollteste Dir die F5 holen. Falls Du das Geld anders verwenden kannst und auch mal “ schön“ Musik hören willst würde ich persönlich zu den Tannoy 502 greifen.

      Viele Grüße!

  3. Danke für den guten Bericht,
    ich würde gerne wissen, ob man tannoy 502 auch im Heimkino als 5.1 einsetzen kann?
    Wenn ja welchen Center würden Sie dazu empfehlen?

    • Wenn Du ein 5.1 mit den Tannoy machen willst kannst Du das natürlich mit einem Receiver machen und dann nur noch über den entsprechenden Eingang in die Box gehen.
      Würde da als Center ebenfalls die gleiche Box nehmen. Einen lautsprecher eines anderen Hersteller zu nehmen könnte zu einem seltsamen Ergebnis führen in dem Du eventuell im Center sachen hörst, die in den anderen 4 Lautsprechern eher weniger stark vorkommen.

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