Tannoy Reveal 802 – 8 Zoll Studio Monitor im Test

Tannoy Reveal 802 – 8 Zoll Studio Monitor im Test

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In diesem Test geht es um die Tannoy Reveal 802. Wer aufmerksamer Leser dieses Magazins ist wird schon den Testbericht zu den Tannoy Reveal 502 vor einigen Wochen erspäht und mit Erstaunen festgestellt haben, dass diese Studio Monitore doch tatsächlich zu den besten in diesem Jahr in ihrer Preisklasse gehörten. Nun mag man annehmen der größere Studio Monitor Reveal 802 sollte noch mal einen draufsetzen können oder mindestens ähnlich gut abschneiden, oder? Diese Frage finden wir in diesem Test heraus.

Überblick und Features

Der Tannoy Reveal 802 ist ein aktiver nahfeld Studio Monitor mit 8 Zoll Tief-Mitteltöner Membran in der Einsteigerklasse unter 250€. Das Gehäuse und Design der Reveal Serie ist bei allen Monitoren gleich, abgesehen von den unterschiedlichen Proportionen. Nicht besonders aufregend aber robust und gut gebaut. Erfreulich ist die frontseitige Bassreflexöffnung und ein aufgeklebtes dünnes Schaumstoffpad auf der Unterseite, ärgerlich die Platzierung der Status-LED auf der Rückseite statt wie sonst üblich vorn. Auf der Rückseite stehen die gewohnten Anschlüsse XLR und unbalanced große Klinke zur Verfügung.

Als Alleinstellungsmerkmal hat die Reveal Serie zudem einen 3,5mm Klinkenanschluss. Hier kann ein Stereosignal vom Smartphone oder Computer direkt auf einen Laussprecher gegeben und zum anderen, ebenfalls per 3,5mm Klinkenkabel, durchgeschleift werden. Dafür benötigte Kabel liegen den Monitoren bei, ebenso wie Stromkabel und eine Anleitung. Über einen stufenlosen, allerdings in der Mitte gerasterten Poti lässt sich die Lautstärke regeln. 100 Watt stehen dem Bi-Amp (75Watt Tiefmitteltöner, 25 Watt Hochtöner) zur Verfügung, was für die Klasse absolut ausreichend ist. Gleich den anderen Monitoren der Reveal Serie hat auch die 802er nur einen Schieberegler zum Einstellen der Höhen in den Stufen High-Cut – Normal – High Boost. Einen Tiefen- oder gar Mittenequalizer gibt es nicht, obwohl dieser durchaus wünschenswert gewesen wäre. Der Power Schalter befindet sich ebenfalls auf der Rückseite was unpraktisch, allerdings in der Preisklasse unter 250€ absolut Standard ist.

Klang

Die Höhen sind wie bei der Reveal 502 erste Sahne. Gerade bei sanft gespielten Becken klimpern die Seidenhochtöner ein Feuerwerk an Detail und Durchsichtigkeit raus, das in dieser Preisklasse selten ist. Sehr viele Feinheiten werden abgebildet und präsent im Klangbild platziert. Das bloße Aneinanderschlagen von Drumsticks in der Aufnahme macht schon Spaß beim Anhören und das mag schon was heißen.

In den Mitten haben die 802er gegenüber den 502ern etwas an Boden verloren. Die Performance ist gut, hat allerdings auch wie die Tiefen etwas seine Schwächen bei den Transienten. Bei 1-3 kHz fehlt etwas der Wumms wodurch Anschläge von Drums nicht ganz so präsent ins Ohr knallen wie man das gerne hätte. Stimmen klingen ebenfalls mittelmäßig gut und werden ein bisschen nasal und leicht vernebelt dargestellt. Der Gänsehaut Effekt bei soul Songs Alicia Keys, die einem mit ihrer Stimme ins Ohr haucht stellt sich leider nicht so sehr ein. Auch das Klimpern eines Klaviers ist nicht so detailliert wie man es sich gerne wünscht. Es scheint als hätten es die verwendeten 8 Zoll  Membranen nicht so gut mit der Definition wie die 5 Zoll Membranen von den 502ern.

Die Tiefen haben vor allem großes Volumen und die 8 Zoll Membranen schieben ziemlich viel Luft vor sich her. Über das Bassvolumen kann man sich also wirklich nicht beschweren. Wer nach raumfüllenden, warmen Tiefen sucht wird fündig. Manchmal standen mir die Tiefen jedoch beim Abhören im Weg und übertönten die Mitten. Hier wäre dann der nicht vorhandene Tiefen-EQ hilfreich gewesen. Den bei der 502er nicht zu integrieren ging noch durch, bei der 802er fehlt er allerdings schon. Die Definition in den Tiefen ist dafür jedoch eher mittelmäßig gut und transienten werden eher etwas verwaschen wiedergegeben. Einer Kickdrum beispielsweise fehlt ein bisschen der Saft und die Bässe kommen nicht so knackig rüber. Eine tief gespielten Bassgitarre kann ebenfalls nur in den Tonhöhen noch gut analysiert werden und verliert jedoch ihre Details beim An- und Abschwingen. In den Tiefen steht der Fokus also eher auf Tiefgang als auf Definition. Für die Preisklasse ist die Leistung okay bis gut, andere Kandidaten beherrschen den Bassbereich jedoch etwas präziser.

Bei Tiefenstafflung und Hallräumen bewegt sich die Reveal 802 ebenfalls im Mittelfeld.  Die Tiefenstafflung gefällt mir persönlich etwas besser als bei den 502ern, ist jedoch ebenfalls keine besondere Bühne. Hallräume kommen etwas zu kurz, das ist allerdings eher ein Detail.

 

Fazit

Wo mich die Reveal 502 von Tannoy echt vom Hocker gehauen hat hinterlässt die Tannoy Reveal 802 einen guten Eindruck mit Stärken in den Höhen und eher fett klingenden Tiefen. Ein Analytiker sind sie jedoch mit den nicht ganz so neutralen Mitten und Schwächen in den Transienten nicht unbedingt. Für Hip Hop und elektronische Musik lassen sie sich gut verwenden. Akustik und Rock machen sich jedoch auf detailreicheren Monitoren besser. Gemessen am Preis überzeugen die Reveal 502 für den Einsteiger durchaus. Die Möglichkeit mit 3,5mm Klinke in die Lautsprecher zu gehen ist noch immer ein Alleinstellungsmerkmal von Tannoy auf dem Studio Monitor Markt, der sich immer mehr in Richtung Einsteigerkategorie verlagert. Wer sein erstes Pärchen Studio Monitore kauft bekommt mit den Tannoy Reveal 802 einen guten Studio Monitor der Spaß macht und in den Höhen erstklassig performed.

Aktueller Preis und mehr Infos:

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