TEST: Fostex PM-2 mkII – Aktiver Studio Monitor – Der Kraftprotz

TEST: Fostex PM-2 mkII – Aktiver Studio Monitor – Der Kraftprotz

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Test: Fostex PM-2 MkII : Professioneller Studio Monitor

Knapp fünf Jahre nach ihrem Markteintritt in 2006 haben die Fostex PM-2 MkII wohl schon etwas Staub angesetzt und gehören nicht mehr gerade zu den taufrischen Monitoren im Studio Segment. Tortzdem lohnt es sich einen genaueren Blick im Test auf diese, mit einem Paarpreis von knapp 560€, preisgünstigen aktiven Lautsprecher zu werfen. Denn die Fostex bieten frontseitgen Bassreflex, ein 8 zoll Woofer, einige Einstellungsmöglichkeiten an der Box selbst und wollen professionelle Studio Abhöre sein.

Ob sie das erreichen erfährst du in diesem Testbericht.

 

Der Monitor von Außen:

15 Kilo schwer, mit 254 x 411x 300 mittelgroß und in Klavierlack-Optik präsentieren sich die Fostex PM-2 MkII gleich nach dem auspacken. Sofort fallen die frontseitig eingearbeiteten Bassreflexöffnungen mit samt tief in den Monitor hineinragenden Kanälen auf. Dieses Konzept verfolgen gerade im Niedrigpreissegment nicht mehr viele Hersteller. Optisch gefällt es mir persönlich sehr gut. Ebenso kann sich die Frontpartie sehen lassen. Die glänzende Frontplatte hat zwar einige Unebenheiten, wirkt jedoch trotzdem sehr edel und wertig. Keine Frage, das Auge hört auch ein bisschen mit.

In einer kleinen Mulde versenkt und mit Schaumstoff umrandet, befindet sich der 1 zoll Softdome Tweeter. Gleich unter dem Fostex Logo und der Status-LED breitet sich der 8 zoll Woofer aus. Sicke aus Gummi, Membran aus Kunststoff. Haltbare Kombination.

Der Rest des Gehäuses ist ebenso hochwertig und robus verarbeitet.

 

Der Monitor von Innen:

Auf der Rückseite des Monitors fällt zuerst der enorm große Kühlergrill auf. Hohe Lautstärken auf lange Zeit lassen diese Boxen sprichwörtlich kalt. Bei insgesamt 240 Watt Biamp Power eine gute Ausstattung. Die Heimische Party zu beschallen, geht notfalls ohne Probleme klar.

 

 

Als Input bieten die Fostex PM-2 MkII lediglich eine XLR/Klinke Combo Buchse an. Cinch sucht man vergebens, muss in diesem Preissegment über 500€ jedoch auch nicht mehr zwangsläufig mit an Board sein.

Als Anpassung an den Raum hat Fostex einen Volume Regler, einen HF-Gain und einen LF-Gain eingebaut. Die Lautstärke lässt sich in Stufen anheben und absenken, was eine gleiche Pegelung beider Lautsprecher im Stereo-Setup einfach ermöglicht. Die Anhebung bzw. Absenkung der Höhen erfolgt ebenso in Stufen, ist gegenüber üblicher +3db und -3db Schalter jedoch mit einem Drehregler wesentlich feiner dosierbar und so der Raumakustik anpassbar.  Der LF-Gain ist bei einer Frequenz von 60 Herz mit +3db, 0db, 3db per Schalter regelbar.

Wo wir gerade bei Frequenzen sind. Laut Herstelleragabe packen die PM-2 Mk II Frequenzen von 50 Hz – 20 kHz. Damit liegen sie in den Tiefen Frequenzen einige Herz unterhalb der Konkurrenz von Yamaha, KRK oder auch den Mackie MR8 mk2, die wir ebenfalls schon im Test hatten. Diese paar Herz sind im Klangbild, auf das wir gleich noch zu sprechen kommen, im direkten Vergleich erkennbar.

 

Der Klang:

Neutraler, ehrlicher und ungefärbter Klang. Das erwartet man typischerweise von einem Studio Monitor. Gemessen am Preis von 560€ dürfen hier jedoch keine Wunder erwartet werden. Richtige High-End Waffen können die Fostex PM-2 MkII gar nicht sein. Oder?

In der Praxis stellten wir vor allem fest, das der PM-2 ein Kraftprotz mit Stärken im Bereich der elektronisch verarbeiteten Musik ist. Für mittelgroße Räume bildet er das gesamte Spektrum inklusive Sattem Bass recht linear ab. Soll es einmal etwas lauter sein hat dieser Monitor noch zusätzliche Reserven in dem Amps.

Die Höhenwiedergabe ist gelungen und löst fein auf. Allerdings sollten die Höhen im Nahfeld etwas abgesenkt werden, da sie sonst zu hart sind. Die Tiefen überzeugen mit straffen Bässen, lassen bei der Tiefenstaffelung jedoch etwas nach. Feinheiten im tiefen Spektrum lassen sich nicht bis ins kleinste Detail analytisch beurteilen. Dafür wirkt die Tiefenwiedergabe jedoch wesentlich satter als bei einigen analytischeren Konkurrenten.

Zarte und leise Klänge sind nicht die Domäne der PM-2. Es muss schon etwas zur Sache gehen, dann zeigt der Monitor was er kann und versteckt sein hohes Grundrauschen hinter lauteren Tönen.

Die Mitten fallen weder besonders positiv, noch negativ ins Gewicht. Eine solide Auflösung ist gegeben.

Das Stereobild der Fostex PM-2 ist noch einmal hervorzuheben. Positionierungen von Instrumenten im Mix sind klar strukturiert und eine sehr gute Ortung ist möglich.

 

Fazit:

Die Fostex PM-2 mkII spielen groß auf. Mit enormen Leistungsreserven, einer hochwertigen Verarbeitung und guten Einstellungsmöglichkeiten sind sie als Komplettlösung für mittlere Räume einsetzbar. Zum günstigen Preis bekommt man solide Abhörmonitore, die ihre stärken in elektronischer, oder elektronisch verzerrter Musik finden, und nicht überzogen analytisch klingen. Da neutrales Hören gut ermöglichen wird, sind sie Studiotauglich.

 

Plus:

  • kräftige Klänge
  • Leistungsreserven
  • Stereo-Ortung
  • kein Subwoofer erforderlich
  • Verarbeitung

 

Minus:

  • hohes Grundrauschen
  • harte Höhen

Preis: ca. 560 € Paarpreis (Stand 01/2012)

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