Test | Yamaha HS80M aktiver Nahfeld Studio Monitor – Referenz der Einsteigerklasse

Test | Yamaha HS80M aktiver Nahfeld Studio Monitor – Referenz der Einsteigerklasse

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Yamaha hat damals mit dem NS10M Lautsprecher einen Studio Monitor präsentiert, der noch heute in nahezu jedem professionellen Studio zu finden ist. Das typische Designmerkmal war die weiße Membran des Tiefmitteltöners, sowie der hinter einem Gitter eingesperrte Hochtöner. Die Yamaha HS80M Nahfeld Monitore, die ich mir heute im Test ansehe, übernehmen das legendäre Äußere der mittlerweile eingestellten NS10, haben technisch allerdings gar nichts miteinander gemein. Preislich liegen die HS 80 M in der Einsteigerklasse für aktive Studio Monitore. Wie sich das 2-Wege System schlägt finden wir im Testbericht heraus:

 

 

Der Monitor: Überblick

Der Hs80M ist ein aktiver Studio Monitor für das Nahfeld mit 8 Zoll Woofer und 1 Zoll Tweeter aus Seide. Aktiv bedeutet, dass in der Box selbst bereits der Verstärker verbaut ist. Gerade bei Studio Monitoren bringt diese Vereinigung Vorteile in der Linearität, sowie Qualität. Die Bi-Amping Endstufe hat mit 120Watt Leistung ordentlich Reserven für hohe Pegel. Den eingeschalteten Zustand zeigt das leuchtende Yamaha Logo an der Vorderseite an. Schicker Hingucker!

Der Frequenzgang ist mit 42 Hz – 20 kHz angegeben. Jeder der Lautsprecher bringt mit seinem MDF-Gehäuse 11,3Kg Gewicht auf den Monitorständer und ist magnetisch abgeschirmt. Mit 250 x 390 x 322 mm ist der HS80M eher mittelgroß und sollte noch in jedes kleine Heimstudio passen. Wie von Produkten aus dem Hause Yamaha gewohnt ist auch dieser Lautsprecher hochwertig verarbeitet. Im Lieferumfang enthalten ist neben der ausführlichen Bedienungsanleitung noch das Stromkabel.

 

Die Rückseite: Anschlüsse und Einstellungen

Angefangen mit den Eingängen gibt es einen XLR-Eingang sowie einen 6,35mm Klinkeneingang, wahlweise Symmetrisch oder Unsymmetrisch. Chinch ist nicht dran, ließe sich aber mit einem Adapter sehr leicht realisieren. Ein direkt auf die Metallplatte geschraubter Kühlergrill führt die Hitze des 120 Watt Verstärkers ab. Gut für die Langlebigkeit. Die Bassreflexöffnung ist an der Rückseite eingelassen. Ebenfalls leider auf der Rückseite ist der Netzschalter. Bei Monitoren dieser Preisklasse ist der allerdings so gut wie nie vorne.

Der Monitor lässt sich über eine Vielzahl von Parametern an den eigenen Raum anpassen.

  • Level Regler, rastet bei +4dB ein, ermöglicht leicht gleiche Pegel beider Monitore
  • Mid EQ Schalter, +2dB / 0 / -2dB bei 2kHz
  • Room Control  Schalter (Highpass Filter), / 0 / -2dB / -4dB bei 500Hz
  • High Trim Schalter, +2dB / 0 / -2dB bei 2kHz
  • Low Cut Schalter, bei 80Hz bzw. 100Hz

Die Kalibrierungsmöglichkeiten lassen kaum Wünsch offen. Insgesamt hinterlässt der Monitor einen sehr guten, vollständigen ersten Eindruck.

 

Klangperformance:

Klanglich bleiben die HS80M sehr neutral und ehrlich. Grundsätzlich, wie es sich für einen Studio Monitor gehört, sind alle Frequenzen auf gleichem Level und nichts wird überbetont oder verschluckt. Neutralität mag teilweise nicht den natürlichen Hörgewohnheiten entsprechen, ist für eine verwertbare Beurteilung von Aufnahmen und Mixes allerdings unverzichtbar.

Die Einstellungen auf dem Rücken der Monitore lohnen sich. Falls man keinen total trockenen Raum hat, empfiehlt es sich einen High Trim von -2 dB vorzunehmen. Bleiben die Höhen in neutraler Stellung, übertönen sie stellenweise einige Details in den Mitten.

Insgesamt bilden die Yamaha HS80M ein sehr neutrales und durchsichtiges Klangbild ab. Die Ortung einzelner Instrumente im Stereofeld gelingt ohne Probleme. Der Mittenbereich hat leichten Hang zur Betonung der oberen Mitten. Gerade Details in Stimmen werden dadurch sehr durchsichtig, allerdings setzt sich dieser Frequenzbereich dadurch auch ein wenig ab. Das irritiert jedoch höchstens am Anfang und man hört sich schnell in diese Charakteristik ein. Der mit 42Hz Grenzfrequenz angegebene Tiefgang macht eine Beurteilung von Tiefen Bässen ohne Subwoofer möglich. Eine Überbetonung in den Tiefen konnte ich nicht feststellen.

Im Vergleich zu den doppelt so teuren Adam A8X mit Bändchenhochtöner sind die HS80M mittenlastiger und die Höhen kommen nicht ganz gestochen scharf und 100% impulstreu durch. Aber dort reden wir eben auch von 1300 Euro Paarpreis und damit über eine ganz andere Liga von Monitoren. Ebenfalls haben Seidenkalotten anderen Klangcharakter und sind etwas angenehmer zu hören als ihre, das Gehör schneller ermüdenden Bändchenkollegen. Verglichen mit den Fostex PM-2 mkII, den Mackie MR8 mk2 oder M-Audio BX8 d2, die wir ebenfalls schon in der Einsteigerklasse getestet haben, bieten die HS80M in jedem Fall das beste Preis/Leistung Verhältnis.

Bei den Einsteiger Monitoren um 500€ Paarpreis sind die Yamaha HS80M überragend ehrlich und neutral. Für so wenig Geld bekommt man nirgends sonst einen so studiotauglichen Monitor mit dem sich richtig gut mischen und beurteilen lässt.

 

Fazit:

Mit dem HS80M hat Yamaha einen aktiven Nahfeld Studio Monitor gebaut, der zum sehr günstigen Paarpreis von knapp 500€ absolut neutralen und ehrlichen Klang bietet und die Konkurrenz hinter sich lässt. Professionellen Studio Klang gibt es zwar erst ab 1000€ aufwärts, jedoch ist der HS80M für Homerecording, Einsteiger und Fortgeschrittene oder kleinere Projektstudios der ideale Monitor, um auf hohem Niveau einen beurteilbaren Eindruck der eigenen Aufnahmen bei geringem Budget zu bekommen. Mit dem Design und Flair des legendären NS10 und seinen vielen Einstellungsmöglichkeiten ist der Yamaha HS80M unsere neue Referenz bei den Studio Monitoren der Einsteigerklasse. Höchst Empfehlenswert!

 

Plus:

  • neutraler, ehrlicher Klang
  • Preis / Leistung hervorragend
  • Kalibrierungsmöglichkeiten
  • Design des legendären NS10
  • Robust gebaut

Minus:

  • Power Schalter auf der Rückseite

Update: Die Yamaha HS80M werden nicht mehr produziert. Dafür gibt es die Neuauflage Yamaha HS 8.

 

Preis und weitere Infos:

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