Zomo MC-1000 im Test – DJ MIDI-Controller 4 Decks, 8Kanal Soundkarte

Zomo MC-1000 im Test – DJ MIDI-Controller 4 Decks, 8Kanal Soundkarte

0 2979

In diesem Test / Review geht es um den günstigen DJ USB MIDI-Controller ZOMO MC-1000. Dieser mit einer 8-Kanal Soundkarte ausgestattete Controller eignet sich zur Steuerung von Traktor oder Vitrual DJ für bis zu 4 Decks bei externem Mixen. Aktuell kostet der MC-1000 unter 200€.

 

Überblick und Fakten

Der ZOMO MC-1000 DJ MIDI-Controller ist im 12Zoll Format ausgelegt und passt damit ins bereits vorhandene Flightcase und vor jeden Standard Mixer. Bohrlöcher zum Einschrauben sind vorhanden. Integriert ist eine 8-Kanal Chinch Soundkarte, welche die 4 ansteuerbaren Decks direkt ohne internes Mischen an das Mischpult durchleitet. Da keine Mischer Sektion auf dem Controller vorhanden ist, würde die Standalone Nutzung keinen Sinn machen. Stattdessen ist der MC-1000 ganz klar an mobile DJs oder kleine Clubs mit fest eingebautem Mixer und Controller gerichtet.

Was Design und Layout der Knöpfe und Buttons angeht, hat man sich stark an der Farbgebung und der Anordnung des bekannten und häufig genutzten Pioneer DJM-800 und CDJ-2000 orientiert. Das ist zwar abgeguckt,  jedoch fühlt man sich sofort zuhause und der MC-1000 integriert sich sehr gut in die Standardsetups, welche aus jedem Club bekannt sind. Daher überwiegt definitiv der praktische Aspekt.

Trotz fast vollwertigem Funktionsumfang ist der MC-1000 recht klein und „kurz“ gehalten. Lediglich Jog Wheels gibt es nicht. Welche Auswirkung das auf die Track Auswahl hat, dazu später mehr im Teil Handling. Die Maße betragen: 320 x 66,5 x 130 mm.

Die Verarbeitung ist auf sehr hochwertigem Niveau. Das Gehäuse ist komplett aus Metall gefertigt. Trotzdem wiegt der MC-1000 nur 1,8 kg und verändert somit das Gewicht des Flightcase kaum.

 

Sektionen und Features

Aufgeteilt ist der MC-1000 in die Transportsektion in der Mitte und  zwei Kontrollsektionen rechts und links. Jede Seite ist für zwei Decks doppelt belegt. Umschalten lässt sich mit einem Kippschalter in der Mitte. LEDs neben diesem zeigen dauerhaft an welches Deck grad aktiv ist. Das ist essenziell für eine gute Übersicht.

In der Mitte der Transportsektion sitzt der große Drehknopf zum Durchscrollen durch die eigenen Tracks und Ordner. Load Buttons schieben die Tracks auf das entsprechende Deck. Ein Shift-Knopf ermöglicht die Doppelbelegung von Tasten und Knobs.

Jedes Deck ist mit einer großen Effektsektion ausgestattet. 4 Potis und „On“ Knöpfe bedienen Traktor und Virtual DJ Effekte optimal. Darunter befindet sich der Pitchregler welche dynamisch gefederte Kippschalter sind. Je stärker am Pitcher gezogen wird, desto stärker verändert sich der Pitch. Direkt daneben sind ein endlos Regler für Loopselection mit Push-Funktion und ein FX-Select Endlosregler mit Push-Funktion. Daneben ein Filter Knob der mittig gerastert ist. Ganz unten sitzt der große Play / Pause Button. Der leuchtet grün und rot, je nach Zustand des Tracks. Daneben sitzen 3 Cue-Buttons und ein Sync-Button.

Passende Midi-Mappings für Traktor 2 und Virtural DJ liegen im Lieferumfang auf der CD bei oder können online runtergeladen werden. Die Mappings bilden die Beschriftungen auf dem Controller gut ab. Im Falle des Traktor Mappings Funktioniert aber das FX-Select nicht ganz richtig. Das lässt sich aber im Mapping selbst einstellen. MIDI-Kenntnisse vorausgesetzt.

 

Handling

Was das Layout der Drehregler und Schalter angeht, so wurde viel platz gelassen. Man kommt sich bei der Bedienung nicht selbst in die Quere. Lediglich der FX-Select Button sitzt etwas zu nah am Filter bzw. Loop Knob. Die Cue-Buttons und die Effekt-On Buttons sind allerdings in ihrem Druckpunkt zu kurz und zu hart. Was bei den Effektbuttons nicht so schlimm ist, verhindert allerdings präzises Cuepoint-Juggling nahezu komplett. Die Cue-Buttons sind für die Auswahl des Startpunktes im Track voll ausreichend.

Da keine Jog-Wheels eingebaut sind, ist es nicht möglich präzise durch die Musik hindurch zu scollen. Scrolling funktioniert nur per Shift+Select Tasten oder über den Pitchregler. Wer präzise durch die Tracks scrollen muss, sollte neben dem Zomo MC-1000 ebenfalls ein Paar CDJs oder Plattenspieler mit Timecode zur Hand haben. Ebenfalls fehlt ein Schalter um zum Anfang des Tracks zurück zu springen. Lediglich erneutes Laden des Tracks hilft hier ab. Wer ohnehin nur mit den Cuepoints als Einstieg arbeitet, den wird das nicht jucken. Gerade Club-DJs, die regelmäßig neue und unvorbereitete Tracks haben oder den Einstieg immer anders gestalten, werden hier wahrscheinlich nicht glücklich. Der MC-1000 ist eher ein Controller fürs Spielen von einem Track zum nächsten ohne große und schnelle kreative Einlagen und Variationen.

Generell sind die Knöpfe nicht zu verfehlen, vor allem der sehr große Play/Pause Button. Die Beleuchtung der Buttons ist sehr gut und mach die Bedienung im Dunkeln einfach. Auch die beleuchtete Umrandung des wichtigen NAV-Reglers gefällt. Die Knobs sind außerdem gummiert, wackeln fast gar nicht und sind sehr robust.

Ebenfalls sehr nützlich ist die Rückkommunikation der DJ-Software zum Controller. So werden beim Umschalten der Decks oder Laden eines neuen Tracks die vorhandenen Cue-Points als leuchtende Tasten angezeigt. Gleiches gilt für das Umschalten eines Decks und die aktiven Effektbuttons.

Stromversorgung und Datentransport des Controllers und der Soundkarte erfolgt über USB. Alle Anschlüsse sind seitlich am Controller in einer Vertiefung eingelassen. So wird kein Extra Platz zwischen Mischer und Controller verschwendet. Das verbessert die Bedienung auch in hektischen Situationen.

 

Klang der Soundkarte

Die integrierte Soundkarte ist mit 16-Bit / 48kHz Wandlern ausgestattet. 24-Bit gibt es nicht, ist für diese Preisklasse und die USB Anbindung aber auch absolut verständlich. Klanglich ist die Soundkarte absolut in Ordnung, sticht jedoch nicht besonders heraus. Die Ausgangspegel liegen niedriger als beispielsweise die der Audio 8. Auch in Sachen Klarheit punkten andere Soundkarten mehr. Die kosten allerdings auch alleine mehr als der komplette Zomo MC-1000. Für mobile DJs, die keine Profis sind und nur kleines Budget haben, reicht die Performance aus, da der Sound zumeist eher durch Verstärker oder Boxen limitiert wird.

 

 

Fazit

Der Zomo MC-1000 DJ MIDI-Controller ist eine sehr günstiger DJ-Controller mit 8-Kanal Soundkarte und 4-Decks. Er eignet sich für mobile DJs, passt ins 12 Zoll Rack und ist super robust gebaut. Das Layout ist an bekannte Pioneer Mixer angelegt, Knöpfe und Potis sind sehr gut verarbeitet und griffig. Club-DJs wird wohl das Fehlen eines Jog-Wheels und die harten Cue-Buttons missfallen. Wer nicht auf präzises Scrollen durch die Musik angewiesen ist, bekommt mit dem MC-1000 jedoch ein super Gerät zum „Select and Play“ auflegen mit einem externen Mixer. Preis und Leistung stimmen.

Aktueller Preis und mehr Infos zum MC-1000

 

 

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen