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ANC

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Der Momentum Over Ear bekommt ein Update, und was für eines. Während sich beim Design kaum etwas geändert hat, wurden dem Kopfhörer die meisten technischen Neuerungen in einer sehr hohen Qualität hinzugefügt. Nicht nur verfügt der Momentum nun über Bluetooth sondern hat auch ein sehr gutes ANC an Board, das Sennheiser selbst Noise Guard nennt.

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Testübersicht

Zuerst gesehen habe ich den neuen Sennheiser Momentum auf der IFA 2015. Nun liegt er also auch auf meinem Schreibtisch und ich bin gespannt wie er sich gegenüber dem Vorgänger verbessert hat.

Noch immer ist das erwachsene, robuste und minimalistische Design geblieben. Die Kombination aus Leder, Metall und ein bisschen Plastik steht jedem Kopf. Die Materialien sind fein gearbeitet und fühlen sich sehr hochwertig an. Der Bügel ist leider wieder ohne Polster ausgeführt und drückt daher nach einiger Zeit etwas in den Kopf. Allerdings ist das verwendete Leder dafür sehr anschmiegsam und mit der sichtbaren Naht ein Hingucker. Die größenverstellbaren Metallbügelenden sind mit sichtbaren Schrauben am Metallscharnier gearbeitet. Die Ohrmuscheln haben ein zwar hartes Polster, allerdings passt sich das weiche Leder der Ohrform gut an und umschließt das Ohr vollständig. Der Tragekomfort ist dadurch sehr gut gewährleistet.

Die Bedienelemente wurden ebenfalls recht dezent versteckt. Lediglich ein kleiner Schalter, eine Lautstärkenwippe und die Anschlüsse für microUSB (zum Laden) und den oprionalen 3,5mm Klinkenanschluss, sind auf der Rückseite sichtbar.

Der Lieferumfang ist mit der gewohnten großen Stofftasche, einem 3,5mm Klinkenkabel, einem Micro USB Kabel sowie einem Flugzeugadapter, vollständig.

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Technische Komponenten

Technisch bietet der Momentum Wireless einiges, aber nicht alles. Und das ist wohl bewusst so gewählt. Es gibt keine Touch-Steuerung am Kopfhörer selbst, was ich persönlich gut finde. Diese Steuerungen sind einfach noch nicht ausgereift genug und funktionieren häufig nicht gut genug. Dafür gibt es allerdings die Möglichkeit der Lautstärkenregelung über die kleine Lautstärkenwippe. Die funktioniert wirklich hervorragend. Zudem wird man sich zu Beginn fragen, wo der Schalter für das ANC hin ist. Den gibt es nämlich schlichtweg nicht. Sennheiser hat das Noise Guard genannte ANC nämlich so gestaltet, dass quasi dauerhaft an ist. Jedoch ist es ein Hybrid, der sich nur merkbar einschaltet, wenn auch wirklich Außengeräusche zur Unterdrückung vorhanden sind. Bin ich in einem komplett stillen raum so nehme ich auch keine Geräuschunterdrückung war.
Ist es allerdings sehr laut draußen, so werden die Außengeräusche unterdrückt und man vernimmt auch das ganz leichte Rauschen der Geräuschunterdrückung. Dieses nur sehr sehr leicht hörbar und auch nur wenn man sich ganz genau darauf konzentriert. Beim Philips shb9850nc, der natürlich auch preislich in einer ganz anderen Liga spielt, ist das Rauschen beispielsweise wesentlich präsenter.

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Noise Guard bekommt hier definitiv einige Pluspunkte. Es funktioniert hervorragend, und könnte nicht einfacher zu nutzen sein, da der Kopfhörer die Intensität selbst auswählt. Wer angst hat, dass dies zu Lasten der Akkulaufzeit geht, dem sei gesagt, dass der Momentum um die 22 Stunden Spielzeit aushält. Das ist genug um auch den längsten Tag zu überstehen.

Bluetooth machte im Test ebenfalls keinerlei Probleme. Das verwendete aptX Protokoll macht sich dazu noch gut für hochqualitative Audioübertragung.

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Klang – Die Mischung macht’s

Sennheiser hat den Momentum dieses Mal noch ein wenig offener abgestimmt, als er das zuvor schon war. Er klingt tatsächlich weniger nach einem geschlossenen Kopfhörer, der gerade in den Tiefen einiges an Druck aufbaut, sondern erinnert an einen offen gebauten Hörer. Dadurch ist das gesamte Hörerlebnis auch wenig aufdringlich. Das Gleiche gilt übrigens für höhen und Mitten, die ebenfalls sehr offen und wenig gedrungen klingen.

Insgesamt gehört der Momentum allerdings trotzdem zu den Vertretern eines geschönten Hi-Fi Klangs. Das möchte ich in der am wenigsten möglichen abwertenden Form sagen. Es liegt einfach eine Betonung auf den Mitten, die sich in Richtung der oberen Mitten zieht. Diese lässt die Stimmen etwas präsenter und den Klang wärmer und eindringlicher wirken, nimmt allerdings auch ein wenig der hohen Brillanz heraus.

Die Höhen sind wir gewohnt sehr klar und brillant. Auch feine Klänge kommen noch mit großem Detailvolumen beim Hörer an. Nicht ganz so klar wie es bei Studio Kopfhörern der Fall wäre, aber in einem sehr guten maß. Wie bei Sennheiser Kopfhörern typisch, sind die Höhen auch durchaus präsent. Das mag einigen Leuten auch schon etwas zu aufdringlich sein, jedoch findet man das am besten selbstständig heraus.

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Die Mitten sind wie schon gesagt etwas betont und dem entsprechend nicht ganz neutral. Trotzdem ist das Detaillevel hoch. Auch Nuancen werden gut abgebildet. Jedoch finde ich, dass gerade Stimmen noch etwas natürlicher wirken könnten. Das ist wohl der, wie schon oben erwähnt, etwas weniger glasklaren und super brillanten Abstimmung geschuldet. Dadurch klingt´s eben etwas weicher.

Die Tiefen ordnen sich sehr gut in dieses stimmige Klangbild ein. Der Momentum Wireless Over Ear ist kein Bassmonster. Der erzeugte Bassdruck gleicht mehr einem offenen Kopfhörer. Das heißt die Tiefen sind etwas zurückhaltender abgestimmt, haben aber trotzdem noch den vollen klanglichen Umfang und sehr gutes Detaillevel. Auch hier fällt wieder die etwas weichere Abstimmung auf, die sich durch da Klangbild zieht.
Zusammenfassend passt die klangliche Performance sehr gut zum Gesamtkonzept. Den Momentum Wireless ziehe ich auf, wenn ich im lauten Umfeld meine Ruhe haben, und trotzdem meine Musik genießen möchte. Dass diese dann nicht mit 1000Watt Vollgas aus dem Kopfhörer dröhnen sollte, ist wohl klar. Deswegen passt diese Mischung aus offen klingendem Kopfhörer ohne messerscharfe Darstellung der Details für mich sehr gut zusammen.

Sennheiser Momentum 2.0 Around Ear Wireless Headset schwarz

Price: EUR 369,00

4.1 von 5 Sternen (126 customer reviews)

6 used & new available from EUR 310,99

 

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Während ich den Testbericht zum Jabra Vega schreibe, sitze ich im Cafe und höre Tupac bei einem Muffin und einem Flat White. Ich weiß, es ist Berlin, es sollte ein Chai Latte mit Bio Soja Milch sein. Plus Glutenfreier Cookie. Aber das ist ein anders Thema. Ich hab heute einen langen Tag in meinem Büro hinter mir und muss mal raus. Also ab ins Cafe und noch ein paar Stunden arbeiten. Das Problem an diesen Orten ist nicht der teure Kaffee und die Muffins, die eigentlich so gar nicht in meinen Speiseplan passen. Es ist die durchgehende Lautstärkenbelastung, die es schwierig macht sich zu konzentrieren. Perfektes Testterrain für den Jabra Vega. Der hat nämlich aktive Geräuschunterdrückung an Board. Sonst gibt es allerdings zum Preis von knapp 150€ keine weiteren Extras wie Bluetooth oder Gestensteuerung. Dafür aber eine oberklasse Verarbeitung. Hier ist also mein Erfahrungsbericht.

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Äußerlichkeiten

Der Jabra Vega verdient die Würdigung „hochwertig“. Der Kopfhörer ist aus wertigen Materialien gebaut. Bügel aus Aluminium, weiches Gummipolster am Kopfband, sehr große, aber nicht allzu dicke, ohrumschließende Ohrpolster. Zwar ist der Vega kaum klappbar (nur die Ohrmuscheln drehen sich ein), jedoch ist er dadurch nochmal stabiler, als es die Metallkonstruktion eh schon hergibt. Da wackelt nix.

Das Design des Vega gefällt mir sehr gut! Er ist groß, allerdings wohlgeformt. Die Kombination aus Schwarz und Grau ist nicht besonders auffällig, dafür ist es das rote stoffummantelte Kabel aber umso mehr. Der kleine Farbklecks, der mehr Style aus dem Kopfhörer raus holt. Sportlich schick fasst es wohl zusammen.
Trotz der etwas härteren Ohrpolster sitzt der Vega sehr angenehm auf dem Kopf und hat mir zu keiner Zeit Druckschmerz bereitet. Nach ein paar Minuten auf dem Kopf werden die Polster auch etwas weicher, auch wenn der Anpressdruck schon ein bisschen höher ist als bei weich sitzenden Kopfhörern. Auch nicht bei längeren Hörsessions. Das liegt einerseits an den sehr gut verarbeiteten Gelenken des Bügels, aber auch an dem geringen Gewicht.

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Das ANC

Um nutzbar zu sein, muss die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) für mich zwei wichtige Punkte erfüllen: Erstens, sie darf nicht durch fipsen oder Brummen auffallen. Zweitens, sie muss genug Abschirmung bieten, dass ich das Gefühl habe in meinem Tunnel von Ruhe zu sein, auch wenn es um mich herum laut ist.
Katze aus dem Sack: Das ANC vom Vega gehört klar zu den besseren und spielt auf Bose Niveau.

Die passive Geräuschisolierung des Kopfhörers ist zwar nur ganz okay, da kommt schon noch einiges durch. Das macht aber das ANC sehr gut wett. Schaltet man das ANC über den kleinen Schalter an der Außenseite des Kopfhörers ein, so filtert die Technik einen großen Teil der dauerhaften Geräusche heraus. Das gilt erstaunlicherweise auch für tiefere Töne. Fahren in Bus und Bahn, und das Sitzen im Geräuschbelasteten Cafe wird dadurch deutlich ruhiger! Zudem arbeitet das ANC sehr sauber. Selbst ohne aktive Musik ist kein Fipsen oder Brummen zu hören, wie das bei günstigeren Modellen öfters der Fall ist. Sehr gut!

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Aber Jabra: Wieso habt ihr denn ein Batteriefach, statt eines Akku in den Vega eingebaut? Ja genau, eine AAA Batterie versorgt den Vega mit Strom. Ausgetauscht wird die unter einer Klappe an der rechten Ohrmuschel. Das war in 2010 noch okay, ist aber heute wirklich nicht mehr Stand der Dinge. Die Batterie hält 30-35 Stunden Spielzeit durch. Das ist nicht die Welt. Wer den Vega will, sollte also über einen AAA Akku und Ladegerät verfügen. Sonst wird das mit den Batterien teuer. Ein Vorteil an der Konstruktion ist natürlich die Wechselbarkeit des Akku bzw. der Batterie. Nach zwei Jahren haben Akkus meist 50% ihrer Kapazität verloren. In gewöhnlichen Kopfhörern lassen sie sich fast nie austauschen. Also hat das so sein Für und Wieder.

Klang

Klanglich ist der Vega nur bei eingeschaltetem ANC ernst zu nehmen. Ist das ANC ausgeschalten, verliert er einen sehr großen Teil der Tiefen. Man sollte also sicher stellen, dass die Batterie voll ist, bevor man ihn mitnimmt.
Bei aktiviertem ANC gefällt mir der Klang dann aber ect gut! Das Klangbild ist vor Allem sehr ausgewogen. Die Tiefen sind satt, aber zu keiner Zeit übertrieben. Die Höhen sind zwar im leisen Raum ein bisschen hell, in Lärmbelasteten Umgebungen merkt man das aber nicht mehr. Stattdessen wird der Klang ein bisschen klarer und die Höhen verlieren nicht an Definition. Passt also zur Auslegung des Kopfhörers. Die Mitten sind neutral abgestimmt, klatschen einem also nicht so stark ins Gesicht, wie das bei anderen „modern“ abgestimmten Kopfhörern und Hi-Fi Lautsprechern gern mal der Fall ist.

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Wie gesagt, ein ausgewogenes, freundliches, warmes und wenig aufdringliches Klangbild.
Das Detailniveau der Wiedergabe und die Natürlichkeit in den Mitten könnte noch eine Spur höher sein. Beide sind absolut gut, kommt aber eben nicht ganz an die Brillanz und Feinheit anderer Kopfhörer ohne ANC in dieser Preisklasse heran. Gerade Enthusiasten klassischer Musik werden den Vega eventuell etwas flach finden, und zu ihrem Beyerdynamics auf dem Sofa zurücksehen. Kleiner Scherz.

Im direkten Vergleich mit „Dem unaussprechbaren“: Philips SHB9850NC (Link zum Test):
Der Philips ist vollgepackter mit Features, hat Bluetooth, Akku und Gestensteuerung an Board. Dafür ist der Jabra Vega viel, viel besser verarbeitet und sitzt angenehmer auf dem Kopf. Zudem hat er das bessere Design und das bessere ANC. Preislich liegen beide etwa gleich, was hier nur euch zugute kommt. Ihr könnt entscheiden worauf ihr mehr wert legt und entsprechend euch einen dieser beiden echt guten Kopfhörer holen.
So der Kaffee ist alle, der Muffin im Bauch. Zeit für ein Fazit und ein paar Sterne.

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Das ist eine Harte Nuss! Der JAM Transit City, heute hier im Test, nimmt den Mund ganz schön voll. Over-Ear Kopfhörer Design, Bluetooth UND aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Canceling ANC) zu einem Preis von unter 150€. Das ist Oberklasse Ausstattung, die ich in dieser Preisklasse noch nie angetroffen habe. Selbst Günstige Wireless Modelle wie der Teufel Airy oder der Urbanears Plattan ADV Wireless liegen um 150€, ohne ANC. Ist der JAM Transit City Wireless also ein Preisbrecher oder wurde hier eventuell an einigen Stellen zu viel gespart? Das finden wir in diesem Testbericht heraus.

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Test Übersicht

Der Kopfhörer sieht schwerer aus, als er das ist. Er ist sehr leicht, was an der Materialverwendung liegt. Hier ist alles aus Plastik und Gummi. Einzig die Scharniere sind Metallverstärkt. Alles fasst sich etwas wenig wertig an und wirkt einfach nicht ganz bis zum Ende ausgereift. Das glänzende Plastik auf der Außenseite ist noch ganz schick, wird aber sicher Kratzer anziehen.

Eher schlechter Geschmack sind die, in mattem Industrieplastik eingelassenen, Seitenteile inklusive des Bedienelementes an der Seite. Lautstärke und Track Auswahl lassen sich über die Knöpfe bedienen, deren Druckpunkt allerdings um einiges zu hart ist. Man drück sich den Kopfhörer schon ein ganzes Stück ans Ohr heran, um mal lauter zu machen. Gar nicht in den sonstigen Design-Stil passen die Knöpfe für Bluetooth Pairing und ANC. Denen fehlt zudem jegliche Beschriftung oder Kennzeichnung, die auf ihre Funktion schließen lässt. Immerhin leuchten sie in verschiedenen Farben auf. Darüber hinweg gesehen ist er aber von der puren Form her recht stimmig.

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Tragekomfort, ANC, Bluetooth

Der Bügel ist nur leicht gepolstert, erfüllt aber seine Funktion ganz okay. Ohrmuscheln können geklappt werden, sodass der Kopfhörer kleiner wird und in die mitgelieferte Tragetasche passt. Angeschlossen werden kann übrigens auch ein 3,5mm Klinkenkabel für direktes Hören. Der Akku im Gerät selbst soll 12 Stunden durhalten. Das würde ich mal unter Einsatz von Bluetooth und ANC auf ca. 6-8 Stunden herunterkorrigieren. Immer noch okay.

Die Ohrpolster sind zwar ausreichend weich und sitzen ganz angenehm, allerdings fehlt es ihnen etwas an Durchmesser. Dadurch drückt die unterliegende Plastikplatte ein bisschen gegen mein Ohr. Das stört nicht sofort, kann bei längeren Hörsessions jedoch auffällig werden.

Die passive Isolierung vor Außengeräuschen ist ausreichend, allerdings nicht besonders hoch.

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Die aktive Geräuschunterdrückung hat so ihre Macken. Zuerst einmal ändert sie den Klang des Kopfhörers kein bisschen, was selbst teurere Modelle oft nicht hin bekommen. Dafür ein Pluspunkt. Abzug gibt es aber für die deutlich hörbaren Fragmente bei der Audioübertragung (leises Pipsen) und das deutlich hörbare Rauschen in der Stille. Beides fällt nicht mehr auf sobald einmal Musik läuft. Es verrät aber, dass hier ein günstiges Modul zum Einsatz kommt. Die Leistung ist ebenfalls eher mittelmäßig. Einige Störgeräusche werden ganz gut herausgefiltert beispielsweise das laute Surren eines Laptop Lüfters. Sind die Geräusche jedoch lauter oder undifferenzierter, kommt der ANC Chip schnell an seine Grenzen. Meilen ist es ebenfalls entfernt von der überragenden Leistung des Philips Fidelio NC-1.

Bluetooth ist okay. Hier gibt es nichts zu bemängeln, jedoch auch nichts zu preisen. Die Verbindung ist stabil, der Empfänger jedoch nicht überempfindlich und sollte sich daher in Nähe des Smartphone befinden.

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Klangqualität

Hier setzt sich das mittelmäßige Bild fort. Ich weiß nicht wer diesen Kopfhörer abgestimmt hat, jedoch scheint die Person nicht viel von Musik verstanden zu haben. Oder er wurde absichtlich für Bassverrückte Kids abgestimmt.

In der Standardeinstellung sind die Tiefen deutlich überhöht, was natürlich zu knüppelnden Bässen führt und gerade bei Hip Hop erst mal Eindruck schindet. Allerdings ist der Detailgrad in den Tiefen eher niedriger. Gerade bei Rock fällt das stark auf. Fett aber nicht besonders detailreich.

Die Mitten stehen im Klangbild deutlich hörbar zurück. Ihnen fehlt ebenfalls etwas Detail und sie klingen nasal.

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Die Höhen stehen interessanterweise auch sehr betont im Klangbild, kommen aber durch die Fetten Tiefen noch recht ausgeglichen rüber. Ticks und Percussions sind schon deutlich hörbar, wirken aber nicht spitz.

Nicht so gut kommt der Kopfhörer mit hoch komprimierter Musik klar. Einfacher mit Electro und Hip Hop. Er neigt dazu die anspruchsvolle und komprimierte Musik zu verwischen, und gerade in den Tiefen alles in einem Matschigen Brummen untergehen zu lassen.

Hier mal der Screenshot meiner Equalizer Einstellung des Kopfhörers. Mit dieser recht simplen Kalibrierung konnte ich schon einiges mehr an Klangqualität heraus holen. Daher auch der Einwand zur Abstimmung am Anfang.

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Es scheint als sei die Auslegung aber eben bewusst auf die Bassintensiven Hörer zugeschnitten, die es mit den Details in der Musik nicht so ernst nehmen.

Zum Test des Plattan ADV Wireless (Hat mehr style, klingt etwas besser, kein ANC)

Zum Test des Teufel Airy (Kein Styler, aber klangstark, kein ANC)

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Phiaton Chord MS 530 Test –  Upper Class aber trotzdem irgendwie Beats.

Im Test heute der Phiaton Chord MS 530, ein paar Bluetooth Headphones mit ANC. Direkt zu Beginn fällt auf, dass Phiaton hier nicht kleckert sondern eher klotzt. Ob  das Preisschild von knapp 300€ auch gerechtfertigt ist, werden wir im Test sehen.

 

Überblick

Der Phiaton Chord MS 530 sieht auf den ersten Blick etwas aus wie eine Kreuzung aus Beats und Sennheiser. Sehr puristisches Design mit wenigen Elementen trifft auf den etwas schrilleren Farbkontrast aus Rot, Silber und Schwarz. Das wird den echten Puristen altmodischer AKG Kopfhörer wohl nicht mehr gefallen, könnte aber eine jüngere Zielgruppe genau treffen.

An Board ist neben Bluetooth 4.0 ebenfalls ein ANC, das nicht ganz auf dem Niveau der Oberklasse von Bose ist, soviel schon einmal vorweg. Angeschlossen werden kann jedoch auch ein ganz normales Audiokabel für höchste Soundqualität.

An der Seite der einen Ohrmuschel befindet sich etwas seitlich versteckt das übliche Bedienelement aus Anruf Annahmeknopf, Lautstärkenregler und ANC Schalter. Die Knöpfe sind in den silbernen Außenring eingelassen, was den eigentlich sehr technischen Elementen ein bisschen die Nerdhaftigkeit nimmt, falls das ein Wort ist.

Der Kopfhörer kommt, entsprechend seines Preises, recht gut ausgestattet. Eine Tasche, Flugzeugadapter, ein rotes Kabel mit Fernbedienung und ein Micro-USB Kabel zum Laden des Akkus. Soweit vollständig, jedoch wäre ein Ladegerät bei dem hohen Preis doch schon noch zu rechtfertigen gewesen.

 

Komfort & Einsatz

Die Ohrmuscheln sind zwar so groß gerten, dass sie an sich das ganze Ohr umschließen, tatsächlich ist der Chord MS 530 allerdings als On-Ear Kopfhörer ausgelegt. Da sich der Druck der Ohrmuscheln allerdings sehr weitläufig verteilt, kann man ihn auch hier als eine Art Crossover zwischen den beiden Extremen sehen. Persönlich gefallen mir diese ganz Ohraufliegenden Muscheln recht gut. Manche Leute bekommen jedoch bei längerem Tragen Schmerzen davon, jedoch finde ich es persönlich sehr angenehm.

Was bei langem Tragen etwas negativ auffällt ist das Bügel Polster. Das kann bei sehr langen Hörsessions schon etwas anfangen zu drücken, da es nicht ganz so weich ist wie man das eventuell gern hätte.

Der eingebaute Akku versorgt den Kopfhörer mit genug Strom für bis zu 18 Stunden Hörspaß bei eingeschaltetem ANC und bis zu 30 Stunden bei ANC aus. Das reicht auch für den längsten Flug aus. Und selbst wen nicht, dann kann ja noch zum Kabel gewechselt werden.

Wie oben bereits kurz erwähnt ist das ANC beim MS 530 nicht gerade so der Knaller. Es macht einen soliden Job im Flugzeug oder in der Bahn, wo die Außengeräusche schon stark vorhanden sind. In leiserer Umgebung jedoch, beispielsweise dem Büro, sind die Nebengeräusche, welche durch die Rauschreduktion erzeugt werden, doch schon recht offensichtlich hörbar.  Hier sollte man lieber die Geräuschreduzierung ausschalten und sich auf die gute passive Isolierung verlassen.

 

Klang

Wo die CHORD MS 530 jedoch zu glänzen wissen ist beim Klang. Der Kopfhörer bildet insgesamt ein sehr stimmiges, sauberes und brillantes Klangbild ab. Dabei hebt er jedoch den Bass spürbar etwas an und stellt diesen in den Vordergrund. Allerdings haben die Ingenieure bei Phiaton die Abstimmung so gewählt, dass dadurch die anderen Frequenzen nicht spürbar in den Hintergrund gedrückt werden. Dieses Phänomen zeigen die Beats Kopfhörer häufiger mal. Darum muss man sich hier also keine Sorgen machen, jedoch sollte man es wissen. Wer auf absolut linearen Klang steht wird beim Phiaton den Tiefenbereich eventuell überbewerten. Wer hingegen etwas mehr Spiel in den Tiefen mag wird sich sehr freuen können.

Insgesamt gefällt mir der Klang abgesehen von dieser kleinern „besonderheit“ sehr gut. Es macht eine Menge Spaß mit dem MS 530 zu hören. Auch Audio Enthusiasten kommen absolut auf ihre Kosten. Der Phiaton liefert ordentlichen Klang ab, und dafür bezahlt man auch den Großteil des Gelds.

 

Fazit

Ja er hat nicht das beste ANC und auch die Ausstattung könnte ein bisschen mehr Wumms Vertragen bei einem 300€ teuren Kopfhörer. Jedoch macht der Phiaton Cord MS 530 einiges an Boden beim Klang gut und wird so zu einem richtig guten Gesamtpaket. Er klingt erstklassig, hat allerding einen sehr gut abgestimmten Hang zu den Tiefen. Ob das gut oder schlecht ist muss jeder selbst entscheiden. Gleiches gilt für den Style, der mit persönlich gut gefällt.

Zu Phiaton:

Aktueller Preis und mehr Infos:

Bilder Copyright Phiaton

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