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ESI

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Studio Monitore haben bekanntlich eine sehr lange Lebensdauer auf dem Markt. Nicht wie bei Bluetooth Lautsprechern etwa, wo ein neues Modell alle drei Wochen auf den Markt kommt. Um so erfreulicher ist es, wenn ein Hersteller ein neues Modell auf den Markt bringt. So ist es nun kürzlich bei ESI geschehen. Der ESI uniK 05 und uniK 08 Studio Monitor wurde neu aufgelegt und heißt jetzt uniK 05 plus. Wir haben die 5 Zoll Variante hier getestet und ich will euch natürlich kein Wort davon vorenthalten.

Der Monitor ist in der Einsteigerklasse platziert, hat aber trotzdem den, sonst in günstigen Modellen durchaus seltenen, Bändchenhochtöner an Board. Preislich liegt der uniK 05 plus bei etwa 220€ pro Stück. Damit muss er sich schon den Vergleich mit dem ADAM F5 vergleichen lassen. Vorab muss ich sagen, dass ich den ADAM F5 nur auf einer Messe gehört habe, entsprechend keinen qualifizierten Vergleich abgeben kann. Stattdessen vergleiche ich den Monitor mit diesen ähnlichen Modellen aus der Einsteigerklasse: Tannoy Reveal 502 und Monkey Banana Turbo 5, die beide preislich etwas niedriger liegen.


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Überblick

Der ESI uniK 05 Plus ist ein aktiver Nahfeld Studio Monitor mit 5 Zoll Kevlar Tief-Mitteltöner und einem Bändchenhochtöner, dessen Größe hier nicht wirklich etwas zur Sache tut. In der Leistung bringt der Lautsprecher 60 Watt, gleichmäßig auf zwei getrennte Endstufen aufgeteilt.

Der Körper des Monitors ist nicht besonders groß und vor allem nicht besonders hoch. Auf der Vorderseite gibt es mattes Plastik mit abgeschrägten Ecken. Das Plastik fühlt sich durch eine Beschichtung sehr hochwertig und weich an. Leider lässt sich die Beschichtung oberflächlich sehr schnell verkratzen. Einmal mit einem spitzen Gegenstand vorbei gegangen und schon ist ein Kratzer drin. Naja immerhin kein Klavierlack. Der Hochtöner ist mit einem beleuchteten ESI Logo ausgestattet, das Standby oder Betrieb farblich signalisiert. Zusammen mit dem orangenen Kevlar Tief-Mitteltöner sieht das zugegeben sehr schick aus. Die Farbkombination stimmt. Der Hochtöner ist übrigens gleich zweifach, durch ein Gitter und ein sehr feines Netz, vor Dreck und Feuchtigkeit geschützt.

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Rückseite, Anschlüsse und Funktionen

Die Asstattung hat sich im Vergleich zum Vorgänger, dem unik 05, deutlich verbessert. Standen zuvor nahezu keine Anpassungsmöglichkeiten des Lautsprechers auf den Raum zur Verfügung, so gibt es jetzt gleich vier Stellschrauben und zwei Knöpfe.

Höhen und Tiefen können um +5 bis -5 angepasst werden. Der Gain lässt sich um +14 bis-14 einstellen. Zudem gibt es eine Character Stellschraube. Diese reguliert den Klangcharacter auf fünf Stufen von „Smooth“ bis „Bright“. Diese Einstellung hat eine Anhebung bzw. Abseknung der über das gesamte abgebildete Sprektrum ab ca. 50Hz, um bis zu +6 bzw. -6db, zur Folge.

Außerdem gibt es einen Ground Lift Schalter, der die Signal Masse von der Erde trennt und einen Standby Schalter. Mit Abtrennung von der Erde kann in manchen Fällen ein Brummstörgeräusch unterdrückt werden. Das wird allerdings wohl in den wenigsten Fällen vorkommen. Der Standby Schalter regelt dann noch die automatische Standby Schaltung der Monitore. Nach einigen Minuten ohne Signal schalten sich diese in den Ruhezustand.

Als Eingang steht XLR und TRS zur Verfügung. Das ist Standard und reicht aus. Unter der Sicherung des Power Schalter versteckt sich außerdem noch eine Ersatzsicherung, sollte die reguläre mal durchbrennen.

Die Bassreflex-Austrittsöffnung ist wie auch beim unik 05 Vorgänger wieder an der Oberseite platziert.

Hier hat sich ESI wohl die Kritik des Vorgängers zu Herzen genommen und einiges an Extras in den Monitor eingebaut. Ich weiß nicht wie sehr sich diese dann im Preis bemerkbar machen. Der Grund für diesen Einwand ist, dass ich glaube die meisten Leute werden nur etwa die Hälfte dieser Einstellungsmöglichkeiten jemals verwenden. Aber gut sie sind da. Schön.

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Klang

Die Erwartungen stehen hoch. Der ESI unik 05 hat durchweg ziemlich gute Reviews erhalten und wurde wegen seines Hochtöners und der Mitten gefeiert. Die Tiefen waren jedoch ein Manko.

Mich persönlich hat der uniK 05 plus klanglich als Studio Monitor nicht vollständig zufrieden gestellt. Dem zugrunde liegt vor allem die noch immer etwas wenig straffe Tiefenwiedergabe, sowie ein Hang zur leicht nasalen Wiedergabe, und einem hörbaren Klangcharakter in manchen Frequenzen. Das nehme ich jetzt jedoch noch mal genauer auseinander. Trotzdem ist der uniK 05 plus ein guter Monitor, mit dem ich sehr gern gehört habe. Allerdings schätze ich an Monitoren eben auch die messerscharfe Darstellung, was manch Anderer wiederum gar nicht gut findet.

Immer dabei gesagt sei, dass ich mich hier auf meinen geschulten, aber immer noch persönlichen Klangeindruck stütze. Der hat sich in der Vergangenheit schon sehr oft als objektiv herausgestellt, jedoch gibt es immer Hörer, die einen anderen Klangeindruck vom gleichen Gerät haben.

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Fangen wir bei den Höhen an. Generell hat der uniK 05 plus, wenig überraschend, die typische Höhencharakteristik eines Bändchenhochtöners. Die Höhen sind scharf und haben einen sehr schnellen Attack. Das führt, auch beim unik05 plus zu einer schnelleren Ermüdung des Gehörs, jedoch auch zu einer generell sehr differenzierten Wiedergabe. Auch wenn es ESI geschafft hat den Höchtönern ein bisschen die Härte zu nehmen, ist das etwas auf Kosten der Details gegangen. Feine Anschläge auf Becken beispielsweise werden zwar schon deutlich differenziert dargestellt, jedoch könnte die Auflösung und das Detail noch einen Tick besser sein. Es scheint einfach als läge ein leichter Schleier über diesen Frequenzen, der sie ein bisschen in den Hintergrund fallen lässt. Die Höhen stellen einfach nicht so knallhart Fehler und kleine Feinheiten dar, was für mich eigentlich den Reiz an einem Bändchenhöchtöner ausmacht. Zudem klingt auch der Tweeter der Tannoy Reveal 502 für mich noch durchsichtiger als der des uniK 05 plus, auch wenn er etwas weniger Schärfe hat.

Das ist zum Teil schon Präferenz, würde mich aber beim abhören einfach ein bisschen beeinträchtigen, da ich womöglich versuchen würde mehr Klarheit in den Mix zu bringen.

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Die Mitten sind auf manchen Frequenzen sehr gut, können gerade bei tieferen Stimmen und elektronischer Musik von Synthies überzeugen. Jedoch finden sie ihre Grenzen in Klängen vom Klavier und von Soul Stimmen. Hört man sich einen Alicia Keys Track in voller Pracht an, fällt einem schnell auf, dass die teils zarten Anschläge des Flügels irgendwie nicht so differenziert und klar rüber kommen wie das der Fall sein sollte. Hier fehlt einfach ein bisschen Detail. Die Soul Stimmen und das Klavier hören sich einfach ein bisschen nasal an. Das liegt an der Unterbetonung der höheren Mitten und aber auch an der einfach etwas weniger differenzierten Darstellung. Claps und Snare Drum klatschen einem ebenfalls nicht so trocken ins Gesicht wie ich das bevorzuge sondern stehen etwas zurück und wirken etwas platt. Ebenfalls schafft die uniK 05 plus Box es nicht so gut Rauschen und Fehler in der Aufnahme zu entlarven. Mein Test Track hierzu ist immer „Incubus – Blood on The Ground“. Zu Beginn der Aufnahme ist die Stimme des Sängers extrem trocken gemischt und das Mikrofon rauscht deutlich hörbar in der Aufnahme. Gute Monitore werfen einem diese Schwachstelle direkt ins Gesicht. Hi-Fi Lautsprecher hingegen verschlucken sie wohlwollend. Die unik 05 plus tun ebenfalls eher letzteres und stellen die Schwachstelle wenig hörbar dar. Ähnliches galt für die Monkey Banana Gibbon 5, die allerdings klanglich viel mehr in den Hi-Fi Bereich gehen, als die uniK 05 plus.

E-Gitarren hingegen gefallen mir wieder etwas besser, auch wenn sie ab einem gewissen Kompressionsgrad anfangen zu verschwimmen. Das würde ich aber eher auf die Preisklasse schieben.

Die Tiefen sind durchaus voluminös und bringen Bassgitarren und auch die Bass Drum noch bis zu einem ausreichenden Grad rüber. Wirkliche Tiefbass ist natürlich nicht drin, was auch nicht verwundert. Bei 65-70 Herz kommt der Lautsprecher auf Touren und sendet verwertbare Pegel aus. Allerdings kommen hörbare Senken irgendwo bei 120Hz und 170 Hz vor. Das lässt sich auch in der Wiedergabe etwas hören, da die Tiefen in den unteren Frequenzen etwas unbeständig sind. Das fällt in der Realität allerdings nicht so sehr auf. Schön auffälliger ist der etwas wenig knackige Bass. Die Tiefen kommen nicht mit besonders viel Druck raus sondern sind eher etwas sanft. Auch das hört sich ganz schön an, hilft mir aber im einschätzen der Bass Drum nicht besonders weiter. Klar ist das Kritik auf höherem Niveau, jedoch konnte der Reveal 502 hier noch differenziertere Tiefen darstellen. Allerdings war der Tiefgang etwas weniger breit und warm als bei dieser Box.

Die Stereo Ortung ist hervorragend. Ein Wirbel über ein Schlagzeug ist eine wahre Freude im Ohr. Hier wird jede Positionierung deutlich herausgestellt. Sehr gut! Das Grundrauschen der Lautsprecher ist unter zu bewerten. Wer sehr empfindlich ist wird bei totaler Stille das weiße Rauschen feststellen. Sobald man jedoch auf normaler Lautstärke abhört, wird es die Wiedergabe nicht beeinträchtigen. In der Lautstärke können die uniK 05 plus ebenfalls voll punkten. Selbst hohen Pegeln halten sie sehr gut stand und lautes Hören ist kein Problem. Allerdings sollte man sie auch immer mit mindestens mit einer mittelhohen Lautstärke betreiben. Auf niedrigen Lautstärken entfalten sie ihr volles Potential noch nicht.

Test zum Tannoy Reveal 502 Studio Monitor

Test zum Monkey Banana Gibbon 5 Studio Monitor

Aktueller Preis und mehr Infos zum ESI uniK 05 Plus:

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