Bowers & Wilkins MM-1 PC Lautsprecher im Test

Bowers & Wilkins MM-1 PC Lautsprecher im Test

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Lautsprecher für den PC am Schreibtisch sind für gewöhnlich aufgrund ihrer Größe klanglich unterlegen. Nicht so die Bowers & Wilkins MM-1 PC HiFi Boxen in diesem Test. Die Klingen trotz Miniaturformat ganz groß.

Überblick

Die B&W MM-1 sind ein HiFi PC Lautsprechersystem mit Audioübertragung über USB und interner, digitaler Soundverarbeitung. Die Boxen werden also als Soundkarte erkannt und übernehmen die Digital-/Analogwandlung selbst. Zusätzlich wird das Audiosignal digital verarbeitet und passt sich dadurch optimal an die gegebenen Lautsprecher an. An Board sind ein Aluminium Hochtöner und ein Langhub-Tief-/Mitteltöner. Echte zwei Wege Lautsprecher also.

Die MM-1 sehen auf jedem Schreibtisch klassisch, edel und dezent aus. Die schwarze mit Stoff bespannte Säule wirkt zuerst gar nicht wie ein Lautsprecher. Die Verarbeitung ist auf Top-Niveau. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Die MM-1 Lautsprecher
  • Infrarotfernbedienung
  • USB-Kabel (mini USB) zur Audioübertragung
  • Line-In-Audiokabel für Musikübertragung von iPod, Smartphone & Co.
  • Externes Netzteil (ähnliche Größe wie das eines Laptops)

 

 

Im Einsatz

Die Aufstellung ist etwas fummelig, da alle Kabel unterhalb der Lautsprecher abgeschlossen werden. Das sieht am Ende dafür sehr aufgeräumt aus. Beide Lautsprecher stehen auf einem Gummifuß, der die Übertragung tiefer Frequenzen auf den Tisch etwas entkoppelt. Das externe Netzteil ist schon recht groß und sollte irgendwo unterm Tisch verstaut werden. Die Kabel sind dazu lang genug.

Da der Anschluss über USB erfolgt kann mit der Fernbedienung die Lautstärke, Play/Pause und Vor/Zurück am Rechner Bedient werden. Mit Macs klappt das auch direkt nach dem Anschließen ohne Installation jeglicher Software. Die Fernbedienung selbst ist einfach gehalten und gleicht in ihrer Form einem Ei. Auch lässt sich hier die Inputquelle auswählen. Am rechten Lautsprecher sind ebenfalls Knöpfe für Power und Lautstärke in den Metallstreifen seitlich eingelassen. Die Bedienung ist allerdings etwas unbequem, weswegen ich die Fernbedienung immer bevorzugen würde.

 

 

Die obere Metallplatte des rechten Lautsprechers wird als Kühler für den Verstärker genutzt. Dadurch wird diese entsprechend sehr warm, allerdings nicht so heiß, dass man sich beim Anfassen die Finger verbrennt.

Wie bei jeder anderen externen Soundkarte auch, muss die CPU im PC für die Audioübertragung und Analogwandlung einiges an Rechenleistung aufbringen. Entsprechend benötigen die Lautsprecher mehr Leistung vom PC als die interne Soundkarte.  Bemerkbar macht sich das allerdings erst bei High-Performance-Tasks wie Spielen oder bei Computern, die älter als 3-4 Jahre sind. Bei gewöhnlicher Desktopanwendung merkt man davon nichts.

 

 

Klang

Die MM-1 klingen sehr detailreich, ein wenig trocken und enorm breit. Die Höhen sind glasklar ohne spitz und störend zu wirken. Der abstrahlwinkel des Hochtöners ist allerdings gerade und nicht nach oben angewinkelt. Der Sweetspot liegt dadurch etwas zu tief. Das fällt allerdings nicht besonders negativ ins Gewicht und die sehr klaren und sauberen Höhen überzeugen insgesamt.

Die Mitten sind ähnlich wie die höhen sehr sauber und klar abgestimmt. Sie isolieren Stimmen ein wenig und stellen sie präsenter in den Vordergrund. Persönlich finde ich das sehr gut und es passt auch zum Klangcharakter.

 

In den Tiefen sind die MM-1 nicht ganz ausgewogen sondern haben ein hörbares Loch in den mittleren Tiefen. Beim ersten Hinhören wundert man sich noch über den enormen Tiefgang. Nach einiger Zeit stelle ich aber fest, dass der durch einen Kompromiss erreicht wird. Der Übergang von Mitten zu Tiefen und ebenfalls die oberen Tiefen drücken Punches noch ziemlich kraftvoll raus. Den mittleren Tiefen fehlt allerdings das Volumen, wodurch die MM-1 nicht so gehaltvoll klingen.

Auch trägt dies zum etwas trockener wirkenden Klangbild bei. In den unteren Tiefen bemühen sich dann der digitale Verstärker und die Membranen, soviel Wummern wie möglich zu erzeugen. Das klappt nur bei elektronischer Musik mit vielen Subbässen nicht gut. Jegliche andere Musik klingt dadurch so, als stünde noch ein Subwoofer unterm Tisch. Für diese Zwerge ist das schon ziemlich beeindruckend und macht enorm Spaß. Lautstärke scheuen die Zwerge ebenfalls nicht und können zur Not eine Wohnzimmerparty verkraften.

Zusammengefasst klingen die MM-1 also für einen PC-Lautsprecher überragend gut, haben allerdings bei genauem Hinhören kleine Schwächen, die der Formfaktor mit sich bringt. Der Klangcharakter bleibt trotzdem sehr stimmig.

 

 

Fazit

Die Bowers & Wilkins MM-1 haben mich durch ihren glasklaren Klang und den überragenden Tiefgang bei diesem Formfaktor sehr überrascht. Dass dafür ein Kompromiss bei den mittleren Tiefen eingegangen werden musste, ist vollkommen in Ordnung und fügt sich in sehr gut in den etwas trockenen und nicht übermäßig warmen Klangcharakter ein. Verarbeitung und Design sind absolut High-Class. Die eiförmige Fernbedienung macht die Bedienung einfach.

Die B&W MM-1 sind High-End für Schreibtische mit wenig Platz. Wer nicht auf Tiefgang verzichten und die klangliche Oberklasse will, der ist mit den B&W MM-1 sehr gut beraten. Wesentlich günstiger kommt man beispielsweise mit den Teufel Concept B20 zum Ziel.

Aktueller Preis und mehr Infos


1 Kommentar

  1. Hi,

    danke für den schön geschriebenen Beitrag. Er hat mir wirklich gut gefallen!
    Kannst du sagen wie der Klang dieser PC Boxen im Vergleich zum Zeppelin von B&W ist?
    Würde mich mal interessieren.

    Beste Grüße,
    Simon.

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