Bowers & Wilkins P3 im Test – Kopfhörer / Headset mit deutlichem...

Bowers & Wilkins P3 im Test – Kopfhörer / Headset mit deutlichem Klangcharakter

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Testbericht Bowers & Wilkins P3

Bowers & Wilkins sind länger im Geschäft für Lautsprecher aktiv als so mancher überhaupt Musik hört. Erst vor wenigen Jahren jedoch wurde die Produktpalette um Kopfhörer und Headsets erweitert. Der B&W P3, den ich hier im Test habe, befindet sich noch unter der 200€ Marke und stellt sich damit einem breiten Konkurrenzfeld aus hochwertigen, aber noch bezahlbaren Kopfhörern. Er hebt sich durch einige besondere Merkmale stark von der Konkurrenz ab.

 

Außen:

Beim ersten Hinsehen wirkt der Bowers & Wilkins P3 wie ein geschrumpfter B&W P5. Dieser Eindruck verflüchtigt sich allerdings bei näherer Betrachtung. Der P3 hat ein in sich stimmiges Design das im Vergleich zum P5 leichter, kleiner und sportlich jünger geworden ist.
Bekannte Designelemente sind übernommen worden. Die geschwungenen Metallstreben als Aufnahmen der Ohrmuscheln sind weniger dick aber genauso steif. Die Ohrmuscheln lassen sich nun nach oben einklappen und verkleinern den Kopfhörer zum Mitnehmen enorm. Der vergrößerebare Bügel lässt sich butterweich ausziehen und ist gleichzeitig trotz der geringen breite sehr stabil. Auch die durchgehend flachen Ohrpolster sind übernommen worden. Der Lederbezug wurde gegen nicht weniger wertig wirkenden Stoff ausgetauscht. Die Ohrpolster lassen sich wieder magnetisch abnehmen und darunter sitzt die gewohnte Kabelaufnahme. Austauschen leicht gemacht.

Wir haben die schwarze Variante des P3 von B&W bekommen, ebenfalls erhältlich sind ein Blau und Weiß. Alle drei Designs sehen meiner Meinung nach sehr gut aus. Der P3 ist sportlich schlank im vergleich zum noch edleren P5. Er ist dadurch noch mehr Fashion- und Lifesyle-Accesoire geworden. Die silbern glänzenden Metallelemente komplementieren das edle schwarz sehr gut. Und: Kein Hochglanzplastik!

 

Tragekomfort und Lieferumfang:

Durch die schlankere Linie ist der P3 nicht besonders weich gepolstert, lässt sich aber im Alltag bequem tragen. Der Stoffbezug auf Ohrpolster und Bügel lässt den Kopfhörer aber mehr rutschen als das bei Leder und Kunstleder der Fall ist. Entsprechend sitzt der P3 schon straff genug, besonders feste allerdings auch nicht und kann ab und an ein bisschen verrutschen.
Die Isolierung vor Außengeräuschen ist trotz vollflacher Ohrpolstern nicht besonders gut. Der Stoffbezug lässt doch mehr Geräusche durch als Leder. Bei lauterem Hören fällt das nicht mehr ins Gewicht, die bevorzugte Umgebung des P3 werden Bus und Bahn nicht werden.

 

Die Kabelführung ist zweiseitig. Das ist grundsätzlich eher nervig als praktisch. Das hochwertige Kabel lässt sich aber nicht so einfach verdrehen sondern behält seine Form. Daher sehe ich die zweiseitige Kabelführung hier nicht als Problem an. Am linken Kabel ist die iPhone Fernbedienung mit Mikrofon angebracht. Ein weiteres Kabel ohne Fernbedienung liegt dem Lieferumfang ebenfalls bei. Die Sprachqualität des Mikros ist gut und die Bedienung auch ohne Hinsehen intuitiv.
Zum Schutz des Headsets dient das Hartschalen-Case. Das passt zur Linie und schützt den eingeklappten Kopfhörer vor Quetschungen in der Tasche. Durch die leichtere Bauweise ist er dafür eventuell anfälliger als der solidere P5.

 

Klang:

Der Bowers & Wilkins P3 hat einen deutlichen Klangcharakter. Die Engländer stimmen ihre Lautsprecher und Kopfhörer meist sehr voluminös und warm ab. Sie Fokussieren den Bassbereich, allerdings mit ganz anderem Detailniveau und Klangfarbe als beispielsweise die Beats.

Im Vordergrund steht der Tiefenbereich, der sehr voluminös und warm ist. Gleichzeitig bilden die Tiefen detailreich und präzise ab. Bassgitarren und Anschläge sind nicht matschig sondern straff und impulstreu. Ebenso voluminös ist der Übergang von Tiefen zu Mitten bis zum mittleren Mittenbereich. Soul-Stimmen und Gitarren kommen satt und kräftig an. Von einem linearen Klangbild ausgehend ist von dort aus alles nach oben hin jedoch irgendwie zurückhaltend abgestimmt. Gerade obere Mitten und untere Höhen fallen im Pegel verglichen mit Tiefen und unteren Mitten etwas ab. Gleichzeitig bleiben sie jedoch sehr detailreich und sind zu keiner Zeit künstlich.

Das Resultat ist ein sehr unaufdringlicher, detailreicher Klangcharakter mit deutlichen Akzenten in den Tiefen unteren Mitten. Als Liebhaber von linearem Klang gefällt mir die Abstimmung des B&W P3 nicht so gut wie die des P5. Auch der setzt schon Akzente in Mitten und Tiefen, ist aber insgesamt ein wenig klarer abgestimmt. Ein Teil meines Geschmacks ist in dieser Bewertung also mit drin, keine Frage. Trotzdem sind obere Mitten und Höhen auch ganz objektiv gesehen zu wenig präsent für ein optimal ausgewogenes Klangbild.


Fazit:

Design und Verarbeitung sind Top, da gibt es gar nichts zu beanstanden. Der B&W P3 entwickelt das Design des P5 zu einem sportlichen und jüngeren Look weiter, behält aber klassisches und nobles Understatement im Design. Die Qualität der verwendeten Materialien und die Verarbeitung ist erste Klasse.

Nicht ganz optimaler Tragekomfort und geringere Isolation vor Außengeräuschen machen den Bowers & Wilkins P3 nur bedingt tauglich für Pendler. Klanglich ist er detailreich, sehr mitten- und tiefenbetont und mir in den Höhen und oberen Mitten etwas zu wenig präsent. Der Klangcharakter ist starke Geschmacksache. Daher auch wieder hier meine Empfehlung: Mal probehören!

Preis: Ca. 199€ (Stand 06/12)

Aktueller Preis und Mehr Infos:

 

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