Hähnel Mk200 Mikrofon Test – Kleines aber leises DSLR Richtmikrofon

Hähnel Mk200 Mikrofon Test – Kleines aber leises DSLR Richtmikrofon

1 3711

Hähnel stellt eine große Palette an Zubehör für DSLR Kameras her. Hier schaue ich das Hähnel Mk200 Shotgun Mikrofon für Video und Digitalkameras im Test näher an und vergleiche es gegen den bekannten Platzhirsch, das Rode VideoMic. Beide Mikrofone haben die Richticharakteristik Superniere, sind also Richtmikrofone.

 

Ausgepackt:

Das Hähnel Mk-200 ist ein sehr kleines Richtmikrofon. Es wird auf den Blitzschuh der Kamera oder auf ein ¼ Zoll Stativgewinde geschnaubt und dort fest arretiert. Im Lieferumfang enthalten sind ein Poppschutz, ein Deadcat Windschutz für Aufnahmen im Freien und 2x AAA Batterien. Mit den Batterien wird der eingebaute Verstärker betrieben.

Das Mikrofonrohr ist aus Metall gefertigt, der Rest des Mikros aus Plastik. Wirkt alles recht stabil, belastbar und sollte auch eine Regenschauer mal überstehen.

Ein Stereo 3.5mm Klinkenkabel überträgt Audiosignale zur Kamera. Für DSLRs und die meisten Camcorder sollte das Kabel mit 25 cm lang genug sein.

 

Funktionen:

Zuerst, ist das Hähnel Mk200 ein sogenanntes Dual Mono Mikrofon. Bedeutet es sendet ein Stereosignal aus, auf beiden Seiten liegt aber das gleiche Signal der einen vorhandenen Kapsel an.

Praktischerweise liegen alle Bedienelemente direkt auf dem Rücken des Mikrofones. Es gibt nichts schlimmeres als erst im Nachhinein zu merken, dass man eine falsche Einstellung drin hatte und die Aufnahme hin ist.

Ein großes Rad schaltet das Mikrofon ein und kann wahlweise einen Low-Cut zuschalten. Über den darunter angebrachten Schieberegler kann die Empfindlichkeit variiert werden. -10db , +0db und +10db stehen zur Auswahl. Der Regler ist etwas zu klein und hat starke Raster wodurch es praktisch unmöglich ist die +0db Einstellung mit einer Hand und in einem Versuch zu treffen.

Die LED auf der Rückseite kombiniert die Power-On Statusanzeige und ein Clip-Meter. In der Theorie sollen so übersteuerte Pegel durch rotes aufleuchten angezeigt werden. In der Praxis ist die rote LED bei +10db praktisch durchgehend an sobald Pegel anliegen. Das hilft so nicht wirklich weiter und verwirrt lediglich.

 

Entkopplung:

Eine Entkopplung des Mikrofones von der Kamera ist nötig um Geräusche, die an oder in der Kamera erzeugt werden vom Mikrofon abzukoppeln. Das können Geräusche von zoomenden Objektiven oder von Schaltern sein. Das Mk200 ist dazu am Mikrofon selbst und am Blitzschuh in X- und Y-Achse per Gummi entkoppelt. Allerdings sind beide Gummierungen recht unflexibel und das Mikrofon kann kaum darin schwingen.

Das RODE VideoMic ist das genaue Gegenteil und wabbelt beinahe bei starker Bewegung. Klanglich ist das Resultat durch die flexible Aufhängung auf Gummibändern trotzdem besser und Kamerageräusche werden weniger stark mit aufgenommen.

Das Hähnel MK200 entkoppelt deutlich besser als Mikrofone mit starrer Aufhängung, Kamerageräusche sind jedoch trotzdem gut wahrnehmbar mit übertragen.

 

Klang:

Grundsätzlich ist das Hähnel Mk200 den meisten internen DSLR oder Camcorder Kameramikrofon klanglich überlegen. Es nimmt vor allem in den Mitten klarer und in den Tiefen satter auf und spart Außengeräusche von hinten und von der Seite besser aus als das bei den meist ungerichteten Stereo Mikrofonen der Kameras der Fall ist. Verglichen mit teureren Shotgun Richtmikrofonen klingt es in den Höhen aber dumpfer und dunkler.

Leider erzeugt das Hähnel Mk200 selbst auf +10db keinen hohen Ausganspegel, ist ergo einfach recht leise. Das Grundrauschen auf +0db und auf +10db ist sogar eher niedrig. Die Verstärkung auf einen hörbaren Pegel muss dann allerdings der Verstärker in der Kamera übernehmen. Dieser darf folglich selbst bei starker Verstärkung kein großes Rauschen erzeugen, sonst rauscht die Aufnahme. Das Mikrofon selbst rauscht gar nicht so sehr, es ist nur zu leise.

Leider haben die meisten DSLRs und Camcorder keine guten Vorverstärker eingebaut. Beispielsweise die häufig auch für Videos genutzten Canon 550D oder 600D fangen bereits ab einer Verstärkerleistung von +10db hörbar an zu rauschen. Das Hähnel muss dann meist mit maximaler Leistung verstärkt werden, die Preamps kommen an ihre Grenzen und die Aufnahme rauscht stark. Kameras mit sehr guten Vorverstärkern sind also geeignet, leider trifft das meist nur auf teure Kameras und externe Aufnahmegeräte zu.

Ein Wort noch zur Richtcharakteristik. Diese ist recht breit und bei einem Winkel von 45° im Pegel noch fast identisch zu 0°. Bei 90° außerhalb des Sweetspot ist erst die Richtcharakteristik klar wahrnehmbar.

 

 

Fazit:

Knappe 120€ kostet das Hähnel MK200 aktuell. Harter Konkurrent ist das RODE VideoMic für 100€. Das MK200 ist wesentlich kleiner, lauter und leichter. Dadurch ragt es auch bei Weitwinkel noch nicht ins Bild hinein. Es braucht nur 2 AAA Batterien statt der klobigen 9Volt Batterie und hat die passende Deadcat schon im Lieferumfang enthalten.

Die nur mittelmäßige Entkopplung und der noch immer niedrige Ausgangspegel führen allerdings bei den meisten Kameras zu stark rauschenden Aufnahmen und hörbar übertragenen Kamerageräuschen. Dadurch eignet sich das Mikrofon nur für wenige, eher fortgeschrittene Nutzer.

Wer gute Vorverstärker hat oder einen externen Audiorekorder wie den Sony PCM D50 benutzt, kann zum guten Preis ein sehr kleines Mikrofon ergattern. In seiner Größenklasse reicht dem Hähnel Preislich keiner das Wasser. Daher bekommt es von mir auch gerade noch ein Gut mit minus. Für 99€ wäre es ein Knaller geworden.

Wem die Qualität gerade in den Höhen mehr am Herzen liegt, der sollte sich entweder nach teureren Alternativen umsehen oder dem klobigen VideoMic eine Chance geben, auch wenn das noch mehr Verstärkung braucht.

Preis: Ca. 120€ (Stand 06/13)

Aktueller Preis und mehr Infos: 

 

Macht euch selbst ein Bild vom Klang mit dieser Testaufnahme in unterschiedlichen Einstellungen.

1 Kommentar

  1. Tach,
    wir der Post hier noch betreut?
    Ich hab das Ding heute geliefert bekommen, bekomme mit meiner EOS 70D aber keinerlei Ton, außer ein brutal nerviges Rauschen.
    Was habe ich nicht beachtet?

Antwort hinterlassen