HiFiMAN RE-400 Ohrkanalhörer im Test

HiFiMAN RE-400 Ohrkanalhörer im Test

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Viel Gutes gab es in letzter Zeit über die HiFiMAN RE-400 zu hören. „Audiophile Klangqualität für unter 100€“ In diesem Test werde ich selbst die Probe aufs Exempel machen und die RE-400 Ohrkanalhörer genau unter die Lupe nehmen.

 

Überblick

Die HiFiMAN RE-400 sind recht kleine Ohrkanalhörer mit einem Gehäuse aus Metall. Das sieht beim glänzenden Endstück auch gut aus. Der Rest der In-Ear Kopfhörer kann den ersten Eindruck aber nicht halten. Das Kabel ist teils mit Stoff ummantelt, allerdings von schlechter Qualität und verdreht sich schnell. An den Aufsätzen sind teils Schnittkanten aus der Produktion zu erkennen. Kabel und Stecker wirken ebenfalls billig. Vier Paar Aufsätze aus Silikon sind im Lieferumfang enthalten. Eine Tasche fehlt.

 

Tragekomfort

Mittelgroße und große Ohren muss man haben. Die Austrittsöffnung der RE-400 hat einen recht großen Durchmesser. Wer sehr kleine Ohrkanalhörer braucht sollte sich mal den Test zu den Altec Lansing Bliss Platinum ansehen. Die richtige Ohrform vorausgesetzt, sitzen die RE-400 recht gut in Position. Sie stehen nur wenig aus dem Ohr heraus was einerseits der Optik zugute kommt und für Seitenschläfer bequemer im Bett hören lässt. Durch die breite Austrittsöffnung fühlen die Ohrhörer sich allerdings recht hart im Ohr an.

Vier Paar Aufsätze decken die Spanne mittelgroß bis groß ab. Drei von vier Aufsätzen haben doppelte Lamellen. Beim Einstecken entsteht dadurch leichter ein unangenehmer Unterdruck im Gehörgang. Der Schutz vor Außengeräuschen ist ausreichend. Kabelgeräusche (Reiben von Kleidung, Haut ect. am Kabel) werden sehr laut übertragen und stören entsprechend. Das Kabel scheint hier nicht ausreichend entkoppelt zu sein.

 

Klang

Die Mitten um den Bereich 1kHz bis 4kHz sind deutlich präsenter abgestimmt als der Rest. Das Klingt ein bisschen nach alten Zeiten und Schallplatte. Das Detaillevel liegt schon sehr hoch und wenig Verzerrungen oder Überzeichnungen sind erkennbar. Bob Dylan und generell ältere Musikstücke hören dadurch genau so an wie damals. Das Weckt Nostalgie, hat mit einem ausgewogenen Klangbild allerdings wenig zu tun.

Der Klangcharakter passt leider schlecht zu aktueller Musik und bleibt hinter meinen Erwartungen zurück. Mitten und Höhen klingen etwas zu blechern, flach und wie schon gesagt im Bereich 1-4kHz überbetont. Ein breites Klangbild wird nicht erzeugt und die starken Mitten wirken unausgewogen und ermüden das Gehör schneller. Die Tiefen hingegen klingen sehr sauber, ausgewogen und trocken. Das Detaillevel ist hoch, es fehlt allerdings ein wenig an Volumen.

Per se schlecht klingende Treiber kann man den RE-400 also nicht vorwerfen und Nostalgiker werden den Klang eventuell mögen.  Trotzdem ist diese Abstimmung weit von ausgewogen oder warm entfernt.

 

Fazit:

Die RE-400 klingen keinesfalls schlecht. Nach vielen guten Kritiken in der Vergangenheit habe ich aber mehr erwartet. Klanglich werden sie einige Liebhaber unter Nostalgikern finden, denn sie klingen ein bisschen wie früher. Objektiv betrachtet ist das Klangbild jedoch etwas unausgewogen und übertönt die Mitten um 1-4kHz. Auch Design und Verarbeitung wirken eher billig als hochwertig und der Lieferumfang ist beschränkt.

Eine bessere Alternative sind die Phonak Audéo PFE 112. Zum gleichen Preis haben die wirklich audiophile Qualität, sind besser verarbeitet und kommen mit größerem Lieferumfang. Insgesamt daher nur Gut -. Nostalgiker können ruhig mal probehören.

Aktueller Preis und mehr Infos:

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