Jabra Vega ANC im Test |Der etwas andere Review

Jabra Vega ANC im Test |Der etwas andere Review

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Während ich den Testbericht zum Jabra Vega schreibe, sitze ich im Cafe und höre Tupac bei einem Muffin und einem Flat White. Ich weiß, es ist Berlin, es sollte ein Chai Latte mit Bio Soja Milch sein. Plus Glutenfreier Cookie. Aber das ist ein anders Thema. Ich hab heute einen langen Tag in meinem Büro hinter mir und muss mal raus. Also ab ins Cafe und noch ein paar Stunden arbeiten. Das Problem an diesen Orten ist nicht der teure Kaffee und die Muffins, die eigentlich so gar nicht in meinen Speiseplan passen. Es ist die durchgehende Lautstärkenbelastung, die es schwierig macht sich zu konzentrieren. Perfektes Testterrain für den Jabra Vega. Der hat nämlich aktive Geräuschunterdrückung an Board. Sonst gibt es allerdings zum Preis von knapp 150€ keine weiteren Extras wie Bluetooth oder Gestensteuerung. Dafür aber eine oberklasse Verarbeitung. Hier ist also mein Erfahrungsbericht.

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Äußerlichkeiten

Der Jabra Vega verdient die Würdigung „hochwertig“. Der Kopfhörer ist aus wertigen Materialien gebaut. Bügel aus Aluminium, weiches Gummipolster am Kopfband, sehr große, aber nicht allzu dicke, ohrumschließende Ohrpolster. Zwar ist der Vega kaum klappbar (nur die Ohrmuscheln drehen sich ein), jedoch ist er dadurch nochmal stabiler, als es die Metallkonstruktion eh schon hergibt. Da wackelt nix.

Das Design des Vega gefällt mir sehr gut! Er ist groß, allerdings wohlgeformt. Die Kombination aus Schwarz und Grau ist nicht besonders auffällig, dafür ist es das rote stoffummantelte Kabel aber umso mehr. Der kleine Farbklecks, der mehr Style aus dem Kopfhörer raus holt. Sportlich schick fasst es wohl zusammen.
Trotz der etwas härteren Ohrpolster sitzt der Vega sehr angenehm auf dem Kopf und hat mir zu keiner Zeit Druckschmerz bereitet. Nach ein paar Minuten auf dem Kopf werden die Polster auch etwas weicher, auch wenn der Anpressdruck schon ein bisschen höher ist als bei weich sitzenden Kopfhörern. Auch nicht bei längeren Hörsessions. Das liegt einerseits an den sehr gut verarbeiteten Gelenken des Bügels, aber auch an dem geringen Gewicht.

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Das ANC

Um nutzbar zu sein, muss die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) für mich zwei wichtige Punkte erfüllen: Erstens, sie darf nicht durch fipsen oder Brummen auffallen. Zweitens, sie muss genug Abschirmung bieten, dass ich das Gefühl habe in meinem Tunnel von Ruhe zu sein, auch wenn es um mich herum laut ist.
Katze aus dem Sack: Das ANC vom Vega gehört klar zu den besseren und spielt auf Bose Niveau.

Die passive Geräuschisolierung des Kopfhörers ist zwar nur ganz okay, da kommt schon noch einiges durch. Das macht aber das ANC sehr gut wett. Schaltet man das ANC über den kleinen Schalter an der Außenseite des Kopfhörers ein, so filtert die Technik einen großen Teil der dauerhaften Geräusche heraus. Das gilt erstaunlicherweise auch für tiefere Töne. Fahren in Bus und Bahn, und das Sitzen im Geräuschbelasteten Cafe wird dadurch deutlich ruhiger! Zudem arbeitet das ANC sehr sauber. Selbst ohne aktive Musik ist kein Fipsen oder Brummen zu hören, wie das bei günstigeren Modellen öfters der Fall ist. Sehr gut!

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Aber Jabra: Wieso habt ihr denn ein Batteriefach, statt eines Akku in den Vega eingebaut? Ja genau, eine AAA Batterie versorgt den Vega mit Strom. Ausgetauscht wird die unter einer Klappe an der rechten Ohrmuschel. Das war in 2010 noch okay, ist aber heute wirklich nicht mehr Stand der Dinge. Die Batterie hält 30-35 Stunden Spielzeit durch. Das ist nicht die Welt. Wer den Vega will, sollte also über einen AAA Akku und Ladegerät verfügen. Sonst wird das mit den Batterien teuer. Ein Vorteil an der Konstruktion ist natürlich die Wechselbarkeit des Akku bzw. der Batterie. Nach zwei Jahren haben Akkus meist 50% ihrer Kapazität verloren. In gewöhnlichen Kopfhörern lassen sie sich fast nie austauschen. Also hat das so sein Für und Wieder.

Klang

Klanglich ist der Vega nur bei eingeschaltetem ANC ernst zu nehmen. Ist das ANC ausgeschalten, verliert er einen sehr großen Teil der Tiefen. Man sollte also sicher stellen, dass die Batterie voll ist, bevor man ihn mitnimmt.
Bei aktiviertem ANC gefällt mir der Klang dann aber ect gut! Das Klangbild ist vor Allem sehr ausgewogen. Die Tiefen sind satt, aber zu keiner Zeit übertrieben. Die Höhen sind zwar im leisen Raum ein bisschen hell, in Lärmbelasteten Umgebungen merkt man das aber nicht mehr. Stattdessen wird der Klang ein bisschen klarer und die Höhen verlieren nicht an Definition. Passt also zur Auslegung des Kopfhörers. Die Mitten sind neutral abgestimmt, klatschen einem also nicht so stark ins Gesicht, wie das bei anderen „modern“ abgestimmten Kopfhörern und Hi-Fi Lautsprechern gern mal der Fall ist.

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Wie gesagt, ein ausgewogenes, freundliches, warmes und wenig aufdringliches Klangbild.
Das Detailniveau der Wiedergabe und die Natürlichkeit in den Mitten könnte noch eine Spur höher sein. Beide sind absolut gut, kommt aber eben nicht ganz an die Brillanz und Feinheit anderer Kopfhörer ohne ANC in dieser Preisklasse heran. Gerade Enthusiasten klassischer Musik werden den Vega eventuell etwas flach finden, und zu ihrem Beyerdynamics auf dem Sofa zurücksehen. Kleiner Scherz.

Im direkten Vergleich mit „Dem unaussprechbaren“: Philips SHB9850NC (Link zum Test):
Der Philips ist vollgepackter mit Features, hat Bluetooth, Akku und Gestensteuerung an Board. Dafür ist der Jabra Vega viel, viel besser verarbeitet und sitzt angenehmer auf dem Kopf. Zudem hat er das bessere Design und das bessere ANC. Preislich liegen beide etwa gleich, was hier nur euch zugute kommt. Ihr könnt entscheiden worauf ihr mehr wert legt und entsprechend euch einen dieser beiden echt guten Kopfhörer holen.
So der Kaffee ist alle, der Muffin im Bauch. Zeit für ein Fazit und ein paar Sterne.

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