JAM Transit City Bluetooth Kopfhörer im Test | Preisbrecher?

JAM Transit City Bluetooth Kopfhörer im Test | Preisbrecher?

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Das ist eine Harte Nuss! Der JAM Transit City, heute hier im Test, nimmt den Mund ganz schön voll. Over-Ear Kopfhörer Design, Bluetooth UND aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Canceling ANC) zu einem Preis von unter 150€. Das ist Oberklasse Ausstattung, die ich in dieser Preisklasse noch nie angetroffen habe. Selbst Günstige Wireless Modelle wie der Teufel Airy oder der Urbanears Plattan ADV Wireless liegen um 150€, ohne ANC. Ist der JAM Transit City Wireless also ein Preisbrecher oder wurde hier eventuell an einigen Stellen zu viel gespart? Das finden wir in diesem Testbericht heraus.

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Test Übersicht

Der Kopfhörer sieht schwerer aus, als er das ist. Er ist sehr leicht, was an der Materialverwendung liegt. Hier ist alles aus Plastik und Gummi. Einzig die Scharniere sind Metallverstärkt. Alles fasst sich etwas wenig wertig an und wirkt einfach nicht ganz bis zum Ende ausgereift. Das glänzende Plastik auf der Außenseite ist noch ganz schick, wird aber sicher Kratzer anziehen.

Eher schlechter Geschmack sind die, in mattem Industrieplastik eingelassenen, Seitenteile inklusive des Bedienelementes an der Seite. Lautstärke und Track Auswahl lassen sich über die Knöpfe bedienen, deren Druckpunkt allerdings um einiges zu hart ist. Man drück sich den Kopfhörer schon ein ganzes Stück ans Ohr heran, um mal lauter zu machen. Gar nicht in den sonstigen Design-Stil passen die Knöpfe für Bluetooth Pairing und ANC. Denen fehlt zudem jegliche Beschriftung oder Kennzeichnung, die auf ihre Funktion schließen lässt. Immerhin leuchten sie in verschiedenen Farben auf. Darüber hinweg gesehen ist er aber von der puren Form her recht stimmig.

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Tragekomfort, ANC, Bluetooth

Der Bügel ist nur leicht gepolstert, erfüllt aber seine Funktion ganz okay. Ohrmuscheln können geklappt werden, sodass der Kopfhörer kleiner wird und in die mitgelieferte Tragetasche passt. Angeschlossen werden kann übrigens auch ein 3,5mm Klinkenkabel für direktes Hören. Der Akku im Gerät selbst soll 12 Stunden durhalten. Das würde ich mal unter Einsatz von Bluetooth und ANC auf ca. 6-8 Stunden herunterkorrigieren. Immer noch okay.

Die Ohrpolster sind zwar ausreichend weich und sitzen ganz angenehm, allerdings fehlt es ihnen etwas an Durchmesser. Dadurch drückt die unterliegende Plastikplatte ein bisschen gegen mein Ohr. Das stört nicht sofort, kann bei längeren Hörsessions jedoch auffällig werden.

Die passive Isolierung vor Außengeräuschen ist ausreichend, allerdings nicht besonders hoch.

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Die aktive Geräuschunterdrückung hat so ihre Macken. Zuerst einmal ändert sie den Klang des Kopfhörers kein bisschen, was selbst teurere Modelle oft nicht hin bekommen. Dafür ein Pluspunkt. Abzug gibt es aber für die deutlich hörbaren Fragmente bei der Audioübertragung (leises Pipsen) und das deutlich hörbare Rauschen in der Stille. Beides fällt nicht mehr auf sobald einmal Musik läuft. Es verrät aber, dass hier ein günstiges Modul zum Einsatz kommt. Die Leistung ist ebenfalls eher mittelmäßig. Einige Störgeräusche werden ganz gut herausgefiltert beispielsweise das laute Surren eines Laptop Lüfters. Sind die Geräusche jedoch lauter oder undifferenzierter, kommt der ANC Chip schnell an seine Grenzen. Meilen ist es ebenfalls entfernt von der überragenden Leistung des Philips Fidelio NC-1.

Bluetooth ist okay. Hier gibt es nichts zu bemängeln, jedoch auch nichts zu preisen. Die Verbindung ist stabil, der Empfänger jedoch nicht überempfindlich und sollte sich daher in Nähe des Smartphone befinden.

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Klangqualität

Hier setzt sich das mittelmäßige Bild fort. Ich weiß nicht wer diesen Kopfhörer abgestimmt hat, jedoch scheint die Person nicht viel von Musik verstanden zu haben. Oder er wurde absichtlich für Bassverrückte Kids abgestimmt.

In der Standardeinstellung sind die Tiefen deutlich überhöht, was natürlich zu knüppelnden Bässen führt und gerade bei Hip Hop erst mal Eindruck schindet. Allerdings ist der Detailgrad in den Tiefen eher niedriger. Gerade bei Rock fällt das stark auf. Fett aber nicht besonders detailreich.

Die Mitten stehen im Klangbild deutlich hörbar zurück. Ihnen fehlt ebenfalls etwas Detail und sie klingen nasal.

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Die Höhen stehen interessanterweise auch sehr betont im Klangbild, kommen aber durch die Fetten Tiefen noch recht ausgeglichen rüber. Ticks und Percussions sind schon deutlich hörbar, wirken aber nicht spitz.

Nicht so gut kommt der Kopfhörer mit hoch komprimierter Musik klar. Einfacher mit Electro und Hip Hop. Er neigt dazu die anspruchsvolle und komprimierte Musik zu verwischen, und gerade in den Tiefen alles in einem Matschigen Brummen untergehen zu lassen.

Hier mal der Screenshot meiner Equalizer Einstellung des Kopfhörers. Mit dieser recht simplen Kalibrierung konnte ich schon einiges mehr an Klangqualität heraus holen. Daher auch der Einwand zur Abstimmung am Anfang.

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Es scheint als sei die Auslegung aber eben bewusst auf die Bassintensiven Hörer zugeschnitten, die es mit den Details in der Musik nicht so ernst nehmen.

Zum Test des Plattan ADV Wireless (Hat mehr style, klingt etwas besser, kein ANC)

Zum Test des Teufel Airy (Kein Styler, aber klangstark, kein ANC)

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