Philips Fidelio M1 im Test – Stimmgewaltiger HiFi Kopfhörer / Headset

Philips Fidelio M1 im Test – Stimmgewaltiger HiFi Kopfhörer / Headset

0 2939

In diesem Test nehme ich den Philips Fidelio M1 Kopfhörer / Headset genauer unter die Lupe. Gute Voraussetzungen ringt er mit. Der Preis ist attraktiv und die On-Ear Headphones wurden bereits von einigen Kollegen in Reviews und Testberichten gelobt. Philips selbst kann auf eine lange Historie von Kopfhörern zurückblicken. Der Fidelio kommt mit einem sehr interessanten Klangbild, das allerdings nicht für jede Musikrichtung optimal abgestimmt ist.

 

 

Überblick:

Der Philips Fidelio M1 ist in einem industriell schlichten Design gefertigt, das neben gutem Aussehen auch Langlebigkeit und Qualität verspricht. Wir haben hier die weiße Version, Schwarz ist auch erhältlich und wirkt mitunter klassischer und unauffälliger.

Tatsächlich ist der Kopfhörer enorm gut verarbeitet. Kunstleder mit auffälligen Nähten kleiden den Bügel und die Ohrpolster. Der Unterschied zu echtem Leder ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die Ohrmuscheln sitzen in stabilen Aluminiumringen und lassen sich seitlich einklappen. Dadurch wird das Verstauen in der mitgelieferten Stofftasche mit Raulederimitat leichter. Größentechnisch ist der Fidelio wesentlich kleiner und leichter als beispielsweise die Beats by Dr.Dre-Reihe, allerdings nicht so handlich weil klappbar wie die Bowers&Wilkins P3.

Die Scharniere zum Bügel sind aus Alu. Der Bügel ist größenverstellbar und passt auch auf größere Kopfe. Die beiden Metallstangen sind ebenfalls aus gebogenem Aluminium. Einzig die Aufnahme der Ohrmuschel ist aus Plastik, das sollte aber keine Schwachstelle darstellen. Design und langlebige Verarbeitung stimmen. Hier knarzt nichts, wackelt nichts. Top!

Das mit Stoff ummantelte Kabel wird einseitig geführt, ist allerdings nur wenige Zentimeter lang. Mitgeliefert ist die passende „Verlängerung“, die aufgesteckt wird und ein Mikrofon sowie eine Taste eingearbeitet hat. Lautstärkenregler gibt’s nicht. Der dicke Plastikbommel über dem Mikrofon stört die sonst sehr klassische Optik. Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen das Kabel direkt in die linke Ohrmuschel einstecken zu können, wie ja bei vielen Kopfhörern schon standard.

 

Tragekomfort und Isolierung:

Beim ersten Aufsetzen fällt er direkt auf, der große Vorteil der flachen On-Ear Ohrmuschel. Das vollflächige Ohrpolster liegt sehr weich auf dem Ohr und drückt nicht. Der Anpressdruck des Kopfhörers verteilt sich gleichmäßig über die gesamte Fläche statt wie bei „gewöhnlichen“ Kopfhörern nur außen auf dem Ohr aufzuliegen. Zudem sind die Ohrpolster weich, geben nach und passen sich der Ohrform an.

Trotzdem ist der Anpressdruck hoch. Der Fidelio M1 rutscht kaum und hat eine richtig gute Isolierung vor Außengeräuschen. Lange Hörsessions im Zug, Bus oder Auto lassen sich entspannt ertragen. Nervige Quälgeister (Kinder) bleiben draußen.

Die Steckverbindung der Kabel baumelt allerdings beim Laufen rum. Das ist nicht sehr störend aber merkbar. Einen Sinn in dieser Konstruktion sehe ich wirklich nicht. Schwer ist das Kabel trotz der dicken Steckverbindung jedoch nicht.

 

Klang: Stimmgewaltig

Mit einem Satz beschrieben: Der Fidelio M1 stellt Stimmen in den Mittelpunkt und unterlegt sie mit einem satten und warmen Bassfundament. Er ist kein Analytiker sondern will die Musik verschönern.

Die mittleren Mitten sind in Klangbild am präsentesten. Stimmen, die in diesen Frequenzbereichen liegen werden hervorgehoben und klingen richtig voluminös. Es macht riesen Spaß auf dem Fidelio M1 seinem voll präsenten Lieblingssänger zuzuhören.

Alles im Übergang von oberen Mitten bis höhen verliert nicht etwa an Klarheit oder Brillanz, ist aber weniger laut abgestimmt und steht dadurch im Klangbild etwas hinter dem Mittenbereich zurück.

Die Tiefen bilden das breite Fundament für satte Bassgitarren oder Akustikbässe, welche den starken Mittenbereich tragen. Die Bässe schwingen allerdings immer etwas nach. Dadurch kommen gerade Bass Drums ohne viel Kick rüber sondern verschwimmen im gebrummel der Bassgirarren.

Dieses Klangbild funktioniert bei Pop, Rock, Oldies usw. sehr gut, Justin Timberlake, Bob Dylan und Incubus machen großen Spaß. Kritisch wird es jedoch ab Indie Bands und steigert sich bei Electro bis Drum & Bass. Wenn der Gesang an Wichtigkeit verliert und Synthesizern in höheren Tönen die Musik tragen, treten gerade diese beim Fidelio zu sehr in den Hintergrund und die Musik wirkt dumpfer als sie ist. Electro, Deephouse und Drum&Bass, die sich außerdem sehr durch Basslines und schnelle Passagen definieren, wirken in den Tiefen durch das Nachschwingen zu undefiniert.

Die Wiedergabequalität bewegt sich also zwischen „außergewöhnlich“ und „ganz gut“. Schlecht klingt der Fidelio nie! Ein wahrer Könner ist er meiner Meinung nach aber ebe in den beschriebenen Musikrichtungen. Es sei auch hier noch einmal gesagt: Klangeindrücke sind subjektiv, hört euch den Kopfhörer am besten immer selbst an.

 

Fazit:

Der Philips Fidelio M1 hat mir sehr gut gefallen. Er ist mit viel Aluminium top verarbeitet, hat ein klasse Design und ist trotzdem leicht. Er ist kein Allrounder im Klang. Pop, Rock und Oldies meistert der Fidelio M1 außergewöhnlich und verschönert den Klang von Stimmen enorm. Musikrichtungen, deren Inhalt nicht im Gesang sondern in vielen Klängen und Bass-Lines liegt, profitieren allerdings nicht von dieser Abstimmung und klingen entsprechend weniger definiert und leicht schwammig im Bass. Das baumelnde Kabel gibt ebenfalls einen kleinen Abzug.

Trotzdem bekommt der Fidelio M1 von mir ein „Sehr Gut“ mit kleinem Minus. Der Preis stimmt und er klingt außergewöhnlich wenn man nicht jede Musikrichtung hört und auf die „neueren“ verzichten kann. Und ich denke das trifft auf viele Leute zu.

Mehr Kopfhörer Reviews von uns:

Preis und weitere Infos:

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen