RHA MA750i und MA600i im Test – In-Ear Kopfhörer in Aluminium

RHA MA750i und MA600i im Test – In-Ear Kopfhörer in Aluminium

0 2652

In diesem Kurztest zu den RHA MA600i und RHA MA750i stelle ich Euch die beiden In-Ear Kopfhörermodelle von RHA vor, einer Marke, die in Deutschland bisher noch nicht besonders in Erscheinung getreten ist, jedoch im UK Markt bereits ein Name ist. Umso gespannter bin ich wie die beiden Modelle sich im Test schlagen werden und ob ich den vielen Reviews, die bereits sehr positiv zu diesen Kopfhörern veröffentlicht wurden, zustimmen kann.

 

Überblick

Beide In-Ear Kopfhörermodelle MA600i und der höherwertige MA750i sind aus einem hochwertigen Flugzeugaluminium gefertigt welches zum Einen recht leicht ist, zum Anderen jedoch eine hohe Festigkeit aufweist. Dadurch sehen die Ohrhörer entsprechend edel und hochwertig aus und unterscheiden sich deutlich von Modellen der Konkurrenz, die meist aus Plastik gefertigt werden.

Zudem wurde der Fokus deutlich auf einen Retro-Look gelegt. Die gummihaften Kabel sind sehr dick, der Klinkenstecker groß und mit Feder welche das Abknicken des Steckers vermeiden soll. Entsprechend höher fällt jedoch auch das Gewicht der Ohrhörer und des Kabels aus. Während mir dieser Look grundsätzlich gefällt kann ich einfach nicht mit der Kombination aus grauem und schwarzem Kabel mit silbernen Elementen. Grau und Silber hätten hier völlig gereicht, das grau sieht irgendwie nicht besonders hochwertig sondern eher etwas zu billig aus, meiner Meinung nach.

Der Lieferumfang ist bei beiden Modellen sehr üppig ausgelegt. Es gleich 8 Paare an verschiedenen Aufsätzen für die Ohrstecker, darunter sind auch solche mit Schaumstoff oder doppellippigen Silikonaufsätze. Das Ganze gibt es dann ebenfalls noch in einer schönen Stofftasche zum Verpacken.

Die Fernbedienung mit integriertem Mikrofon, am rechten Kabel angebracht, bedient iOS Geräte. Ich kann mich persönlich nur schwer mit der Größe der Fernbedienung anfreunden. Das liegt primär am Look, der einfach nicht ins Gesamtpaket passen will. Die derart große Röhre am Kabel passt einfach nicht zum sonst eher klein auftragenden Look der Kopfhörer. Meiner Meinung nach ist bei Kabelfernbedienungen immer das Verhältnis zum Kopfhörer entscheidend. Ältere Herrschaften oder Leute mit dicken Fingern mögen sich jedoch eventuell über die üppigen Proportionen freuen.

 

Der Unterschied zwischen beiden Modellen MA600i und MA750i liegt in der Art wie sie getragen werden. Die MA750i legen sich durch ein speziell geformtes Kabel oben herum um das Ohr während die MA600i wie gewöhnlich direkt am Ohr hängen.

Seltsamerweise hat man die Aufnahme der Kabel bei den MA750i unschön mit einem schwarzen Clip gelöst, der hinter dem Ohr herumhängt. Das unterstütz den Eindruck von zusammengewürfelten Einzelteilen an den Kopfhörern zusätzlich und sieht einfach nicht gut aus. Schade.

 

Tragekomfort

Bequem sitzen beide Modelle in jedem Fall im Ohr. Ich hatte erst angenommen sie seien recht schwer aufgrund des Materials, dem ist jedoch nicht so. Die Slikonaufsätze sind ebenfalls sehr angenehm zu tragen. Es brauchte bei Mir jedoch einiges an Arbeit die perfekte Position herauszufinden. Die Ohrstecker an sich sind nämlich nicht besonders ergonomisch geformt. Einmal ordentlich drin, sitzen sie aber gut und sind auch langzeittauglich. Das geschwungene Kabel der MA750i macht sich durchaus im Tragekomfort bemerkbar und fühlt sich etwas bequemer an als bei den MA600i.

Ein Wort noch zur Isolierung vor Außengeräuschen: Diese ist nicht besonders hoch. Etwas Dämpfung ist da, jedoch gibt es hier deutlich besser abschließende Modelle.

 

Klang

Nin erstaunlicherweise haben meine Kollegen anderer Magazine hier die Soundqualität beider Modelle in die Höhe gelobt und hätten selbst das doppelte für die In-Ears ausgegeben. Wo ich zustimmen kann ist, dass die MA750i den besseren klang haben als die MA600i. Sie lösen in allen Bereichen etwas besser auf, haben mehr Detail und die kräftigere Klangwiedergabe.

Beim Punkt des athemberaubenden Klanges kann ich jedoch nicht zustimmen und möchte auch erklären warum. Zuerst einmal braucht man einiges an Zeit um sich auf den eigenen Klang einzuhören. Der wird vor allem durch einen recht druckvollen aber nicht übertriebenen Bass sowie sehr präsente, klirrende Höhen getragen. Diese Eigenschaften entfernen sich schon deutlich von einem ausgewogenen Klangbild, welches ich als Referenz für guten Klang setze. So originalgetreuer Kopfhörer den Klang wiedergeben, desto besser für mich. Dabei habe ich gegen etwas Schönzeichnen und Weichzeichnen oder erwärmen des Klanges in Mitten und Höhen überhaupt nichts einzuwenden, jedoch sollte sich das im Rahmen bewegen.

Die RHAs klingen jedoch für meinen Geschmack zu übertrieben klirrend in den Höhen, dass es bei längerem Hören schon unangenehm wird. Während klassische Klänge von Bob Dylan noch sehr schön rüberkommen und nich übertrieben wirken, zeichnen sich die Schwächen in den Höhen gerade bei komprimierter Musik wie Rock sehr deutlich ab. Hier übertönen die Höhen deutlich. Gerade Schlagzeige machen mit ihren Becken keine große Freude mehr, da einem das Klirren der Becken im Gesicht steht, die schepperden Geräusche welche eher in Richtung Mitten gehen, jedoch nebelig und undeutlich wirken.

Die Mitten klingen ebenfalls eher etwas flach und nebelig. Stimmen stehen nicht im Vordergrund und haben eher mittleres Detaillevel.

Die Tiefen sind gut geraten und schieben recht viel Luft an. Dadurch wirken sie sehr fett ohne zu großen Druck zu erzeugen. Jedoch kann von hohem Detail auch hier nicht gesprochen werden, da auch die Schwünge von Bassgiratten oder die Details in einer Kickdrum definitiv nicht besonders übertragen werden. Im Gegenteil, auch die Tirfen klingen eher etwas flach.

 

Fazit

Für mich werden die RHA600i und RHA750i ganz klar durch ihren Style-Faktor getragen. Sie haben einen speziellen Retro-Look mit vielen Details, ein hochwertiges Aluminiummaterial welches definitiv Blicke auf sich zieht und einen guten Tragekomfort. Der Üppige Lieferumfang passt ebenfalls in die hochwertige Klasse. Klanglich sind sie jedoch nur Mittelmaß. Das Detaillevel ist insgesamt eher Durchschnitt, die Höhen sind in einigen Frequenzen eher überhöht und die Mitten etwas nebelig. Beim MA600i möchte ich dafür gar nicht so viele Punkte abziehen, da es sich hier eben um einen günstigeren Kopfhörer handelt. Dem MA750i nehme ich es allerdings eher krumm, da er sich bei einem Preis um 100€ schon im oberen Mittelfeld bewegt, bei dem ich klanglich einfach etwas mehr erwarte. Wer mehr Wert auf den Look und die Haptik legt, der bekommt bei den beiden Modellen in jedem Fall viel zum Anfassen.

Hinweis: Sehr bald erscheint ein neues Modell In-Ear Headphones von RHA, welches ich auf der IFA 2014 schon einmal probehören konnte. Dieses hat mich vom Klang absolut überzeugt. Entsprechend dürft Ihr gespannt bleiben sobald es dieses hier im Test gibt. RHA hat in der Zukunft noch einiges zu bieten, da bin ich mir sicher.

 

Aktueller Preis und mehr Infos RHA MA600i

Aktueller Preis und mehr Infos RHA MA750i

Bilder: Copyright RHA

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen