Stative im Test | Manfrotto MK393-H und Slik F740 – Günstig und...

Stative im Test | Manfrotto MK393-H und Slik F740 – Günstig und für Einsteiger

0 3717

Noch vor wenigen Jahren waren Spiegelreflexkameras teuer und Profis oder ambitionierten Hobbyfotografen vorbehalten. Heute gibt es eine unzählbare Vielfalt von DSLRs und Systemkameras, die mit günstigen Modellen auch Einsteigern und Fortgeschrittenen Aufnahmen in atemberaubender Qualität ermöglichen. Spätestens bei den ersten Fotosessions in der Nacht wird ein Stativ nötig um ruhige Bilder zu liefern. Daher wollen wir uns heute zwei Einsteigerstative anschauen, die nicht vom Aldi Grabbeltisch fallen und trotzdem erschwinglich bleiben. Im Test haben wir dazu das Slik F740 sowie das Manfrotto MK 393-H aus der 390er Reihe. Beide Stative sind Tripod– / Dreibein-Komplettlösungen mit integriertem Kopf und kleinem Formfaktor. Für welchen Einsatz sie sich eignen finden wir im Testbericht heraus:

 

Die Stative im Überblick:

Das Slik F740: Gewicht:1,46kg, Maximale Höhe: 1,48m, Größe zusammengeklappt: 0,53m, Preis: etwa 50-60€

  • Schnellspanner an den Beinen
  • mit Wasserwaage
  • Beine in der Mitte verbunden, mit Feststeller
  • 3-Wege Kopf Pan, Tilt, Roll und Schwenkarm
  • gummierte Kameraplatte mit Schnellspanner und Schraubhilfe
  • Kopf höhenverstellbar mit Kurbel
  • Einsatzgebiet: Digitalkameras und Videokameras

 

Das Manfrotto MK 393-H: Gewicht: 1,27kg, Maximale Höhe: 1,42m, Größe zusammengeklappt: 0,49m, Maximale Belastung: 2,5kg, Preis: etwa 60€

  • Schnellspanner an den Beinen
  • Beine weit spreizbar, nicht verbunden
  • 3-Wege Kopf Pan, Tilt, Roll und kurzer Schwenkarm
  • kleine, gummierte Kameraplatte
  • Kopf höhenverstellbar mit Schnellspanner
  • Einsatzgebiet: Digitalkameras und Videokameras

Beide Stative sind aus Aluminium und Kunststoff gefertigt und haben gummierte Füße für einen sicheren Stand. Ebenso ist ein 3-Wege Kopf integriert. Beim Manfrotto wird durch den schraubbaren Arm sowohl die horizontale, als auch die vertikale Position verändert. Das Slik F740 hat für alle Justierungen eine eigene Feststellschraube. Das ermöglicht eine feinere Justierung, das Manfrotto MK393-H lässt sich dafür schneller feststellen. Bei beiden Stative ist eine Tragetasche im Lieferumfang enthalten, wobei die des Manfrotto etwas robuster wirkt.

 

In der Praxis:

Insgesamt sind beide Tripods gut verarbeitet und stehen stabil auf den Beinen. Das Slik F740 steht durch seine Größe und die etwas dickeren Beine leicht stabiler. Dafür können die Beine des Manfrotto per Kippschalter am Gelenk extrem weit gespreizt werden. Auch auf schwierigem Gelände lässt sich so stabiler Stand ermöglichen.

Der Schwenkarm beim Slik F740 ist etwas länger und durch Schrauben an jedem Gelenk und Scharnier lässt sich das Slik feiner justieren. Auch die eingebaute Wasserwaage hilft bei der geraden Positionierung auf unebenem Untergrund. Für die gerade Ausrichtung müssen jedoch die Beine in der Höhe verstellt werden. Einen Kugelkopf gibt es eben erst bei teureren Stativen. Das Manfrotto ist dafür etwas kompakter, leichter und lässt sich schneller aufbauen und verstellen. Auch die Schnellspanner Klemmen an den Beinen wirken etwas hochwertiger, weil straffer. Die Höhenverstellung des Kopfes erfolgt über einen Schnellspanner, statt über eine Kurbel beim Slik F740. Schwereren Kameras kommt die Kurbel natürlich entgegen, da das Gewicht nicht per Hand angehoben werden muss. Andererseits benötigt die Justierung per Kurbel längere Zeit, zumal die Kurbel bei unserem Testprodukt nicht ganz gerade stand, was die Bedienung etwas erschwerte.

In Sachen Verarbeitungsqualität schlägt sich das Manfrotto MK 393-H gegenüber dem Slik F740 etwas besser. Der Kunststoff wirkt hochwertiger und langlebiger. Die Kameraplatte ist beim Slik wiederrum wesentlich größer und hat eine Schraubhilfe für schnelle Befestigung ohne Werkzeug. Die Kameraplatte des Manfrotto Statives muss mit einem Schraubenzieher oder Geldstück verschraubt werden, um fest zu sitzen. Außerdem muss für eine Nutzung von DSLRs oder Digitalkameras der kleine Pin in der Kameraplatte mit einer Zange entfernt werden, während er beim Slik durch eine Feder einfach nach unten gedrückt werden kann. Auch ist das Einsetzen und Auslösen der Kameraplatte aus dem Stativschuh beim Slik F740 einfacher gestaltet als beim Manfrotto MK393-H. Der Sicherungs-Pin klemmt beim Öffnen ein wenig und klappt beim Einstecken erst mit etwas Kraftaufwendung zurück.

Einmal eingestellt halten beide Köpfe die Position einwandfrei. Fotoaufnahmen sind mit beiden Stativen bestens möglich. Für Videoaufnahmen sind beide Stative nur eingeschränkt zu empfehlen. Die Gelenke sind zwar geschmiert, bewegen sich aber leicht hakelig, was bei Videoaufnahmen zu unsauberen Bewegungen führen kann. Wer also viele Kamerabewegungen mit seinem Stativ machen muss, der sollte schon etwas mehr Geld auf den Tisch des Hauses legen und sich nach einem speziellen Videostativ umsehen.

 

Fazit:

Das Slik F740 ist ein Allrounder Tripod Stativ einer Menge Justierungsmöglichkeiten und sicheren Stand. Der eingebaute 3-Wege Kopf überzeugt durch einen langen Schwenkarm, stabile Gelenke, sowie eine großen Kameraplatte mit Schraubhilfe. Schwenks gelingen etwas hakelig, Fotografien hingegen einwandfrei. Die Verarbeitung ist gelungen, im Plastik sind jedoch stellenweise Unebenheiten zu erkennten. Features wie eine eingebaute Wasserwaage und eine Kurbel zur Höhenverstellung des Kopfes machen dieses Stativ zu einer guten Wahl für Einsteiger, die auf großzügige Justierbarkeit ihres Equipments Wert legen.

 

Das Manfrotto MK393-H ist sehr hochwertig und langlebig verarbeitet. Durch seine simplen Einstellungsmöglichkeiten ist es in wenigen Sekunden Einsatzbereit. Über den etwas kurzen Schwenkarm lassen sich gleich horizontale und vertikale Achse zusammen justieren. Schwenks bei Filmaufnahmen werden mit den einfachen Gelenken etwas hakelig. Optional lassen sich die Beine sehr weit spreizen, was den Einsatz auf schwierigem Terrain ermöglicht. Klein und leicht ist das Manfrotto MK393-H der richtige Begleiter für Einsteiger und Fortgeschrittene, die ein, mit wenigen Handgriffen einsatzbereites Stativ benötigen.

 

Preis und weitere Infos:

 

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen